NEG Offseason Blog (#1)

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NEG Offseason Blog (#1)

Posted By Lars Riedenklau

Wir präsentieren Euch: den NEG Offseason Blog! Die neuesten Entwicklungen bei den 49ers und die wichtigsten Infos zur Scouting Combine, der Free Agency und natürlich dem NFL Draft gibt es fortan hier zu lesen. Los geht’s mit Ausgabe eins:

Gemeinsam mit James Wiebe blicken wir in dieser Rubrik natürlich primär auf die San Francisco 49ers, zudem werdet Ihr aber auch mit den neuesten Informationen zu den wichtigsten Geschehnissen in der NFL versorgt. Die erste Ausgabe unseres Blogs, der fortan in einem zweiwöchigen Rhythmus erscheinen soll, befasst sich neben den 49ers hauptsächlich mit der Scouting Combine und den Kandidaten für den Franchise Tag in der NFL. Zudem widmen wir uns der AAF und verlieren ein paar (letzte?) Worte zur Causa Colin Kaepernick.

Was gibt es Neues bei den San Francisco 49ers?

Für die 49ers begann die Offseason erneut bereits nach der Regular Season, die Playoffs fanden bekanntlich ohne Beteiligung San Franciscos statt. Während jedoch ein Viertel der NFL Franchises die eigene Philosophie überdachte und dementsprechend Headcoaches entließ, ging dieser Kelch nun bereits das zweite Jahr in Folge an den 49ers vorbei. Kyle Shanahans Job stand nie zur Debatte, er sitzt fest im Sattel. Einige Änderungen im Coaching Staff gab es dennoch. Die gesamte NFL war auf der Suche nach „Offensive Minds“ à la Kyle Shanahan oder Sean McVay, sodass man schnell auf die Idee kam, Trainer ins Visier zu nehmen, die einen guten Draht zu Shanahan oder McVay haben/hatten. So kam es auch, dass QB Coach Rich Scangarello für die 49ers nicht zu halten war, er schloss sich Ex-49ers-Defensive Coordinator Vic Fangio an und wird fortan die Offense der Denver Broncos leiten. Einen echten Ersatz hat man für diesen vakanten Posten noch nicht präsentiert, es kamen jedoch Gerüchte auf, Scangarello wolle Nick Mullens mit nach Denver nehmen – diese Spekulationen erledigten sich, als der Trade von Joe Flacco zu den Broncos bekannt gegeben wurde.

Auf der defensiven Seite des Balls scheinen Kyle Shanahan und John Lynch ähnliche Probleme ausgemacht zu haben, wie die Experten und Fans weltweit. Das Defensive Backfield, das mit zwei (!) Interceptions in der gesamten Saison einen Negativrekord aufstellte, erhält mit Joe Woods (zuvor Denver Broncos) einen neuen „Passing Game Coordinator“, der DC Robert Saleh mit Rat und Tat zur Seite stehen soll. Bedingt durch den Abgang von Jeff Hafley zu den Ohio State Buckeyes war diese Entscheidung eine zwangsläufige, anders verhält es sich mit D-Line Coach Jeff Zgonina, der Anfang Januar entlassen wurde. Er wird ersetzt durch Kris Kocurek, der sieben Jahre lang bei den Detroit Lions (u.a. mit Ezekiel Ansah) und in der letzten Saison bei den Miami Dolphins als Coach der Defensive Line fungierte. Kocurek bringt eine Menge Erfahrung mit, eine seiner ersten und größten Aufgaben wird es dann sein, eine Rolle für DE/DT Solomon Thomas ausfindig zu machen – ein Vorhaben, das Zgonina letztendlich womöglich den Job kostete.

In den ersten beiden Jahren unter Kyle Shanahans Leitung wurden die 49ers von auffällig vielen Verletzungen geplagt (37 Spieler auf IR in den letzten zwei Saisons). Wahrscheinlich ist dies auch ein Grund, weshalb man sich entschied, Ray Wright und Jeff Ferguson zu entlassen, beide waren bisher für das Training und die Athletik der Spieler verantwortlich. Shanahan und Lynch ließen durchklingen, dass nicht nur die Anzahl der Verletzten diese Entscheidung herbeiführte, auch die Tatsache, dass man einige Spiele kurz vor Ende noch aus der Hand gab, veranlasste die beiden, die Position neu zu besetzen. Shanahan betitelte die Aufgabe als „Headcoach of Training“, die fortan Ben Peterson übernehmen wird, der seit August 2016 eine ähnliche Position bei den Philadelphia Flyers (NHL) besetzte.

Man scheint also nichts dem Zufall überlassen zu wollen, zwei Saisons mit einem Losing-Record entsprechen nicht den Anprüchen, die Shanahan und Lynch an sich selber stellen. Dies zeigt die bisherige Offseason eindrucksvoll und man darf als Fan der San Francisco 49ers hoffen, dass diese aggressive Vorgehensweise auch bis in die Free Agency durchschlägt.

Denn auch sportlich gesehen gibt es weiterhin einige Stellschrauben, an denen gedreht werden muss, in der Free Agency Phase werden einige große Namen verfügbar sein (u.a. Earl Thomas, Landon Collins, Trey Flowers), die sicherlich das Interesse der 49ers geweckt haben. Es wird abzuwarten sein, welche Spieler (evtl. via Franchise Tag) bei ihren aktuellen Teams verbleiben und welche dieser Spieler tatsächlich den Markt austesten werden (dazu unten mehr). Man erwartet eine recht aktive FA-Phase der 49ers um GM John Lynch, der erneut ausreichend Cap Space zur Verfügung haben wird, um die heißbegehrten und damit teuren Spieler an die Westküste der USA zu locken. Weitere Details zu potentiellen Targets in der Free-Agency gibt es in den weiteren Blogs.

Abgänge gibt es jedoch bereits zu verzeichnen: Es sickerte durch, dass man nicht mehr mit WR Pierre Garcon und DT Earl Mitchell plant, man möchte sich scheinbar auf beiden Positionen verjüngen. Die Verträge der beiden sind teamfreundlich gestaltet, sodass die 49ers durch das Verstreichen lassen der Options für das nächste Jahr nicht übermäßig viel Dead Cap mit sich herumschleppen.

Von der Verletztenfront gibt es positive, aber auch negative Nachrichten: Jimmy Garoppolo und Jerick McKinnon scheinen bis zu den OTAs wieder fit zu werden, beide arbeiten akribisch an ihrem Comeback. Anders sieht es bei C Weston Richburg (Knie) und DB D.J. Reed (Schulter) aus, die sich Operationen unterziehen mussten und die OTAs verpassen werden.

Kicker und „Mr. Zuverlässig“ Robbie Gould scheint seinen Vertrag bei den 49ers nicht verlängern zu wollen, die neuesten Entwicklungen sprechen dafür, dass die 49ers ihn zunächst franchise taggen wollen, um dann zu prüfen, ob man sich doch noch über eine langfristige Verlängerung des Vertrags einigen kann. Denn es ist kein Geheimnis, dass Gould gerne zurück zu seiner Familie nach Chicago gehen würde…

Die NFL Scouting Combine 2019 – Bedeutung und Spieler im Fokus

In ein paar Tagen, am 26. Februar, steht die diesjährige NFL Scouting Combine in Indianapolis an. Auch wenn sie manchmal spöttisch als „Underwear Olympics“ bezeichnet wird, ist sie aus mehreren Gründen eines der wichtigsten Events im Footballkalender.

Zum einen das Offensichtliche, die Vorbereitung auf den NFL Draft. Über 300 Collegespieler, die sich für den Draft im April angemeldet haben, werden hier in allen Belangen auf Herz und Nieren getestet, im wahrsten Sinne des Wortes. Denn neben den Workouts, bei denen die Athletik jedes Prospects unter die Lupe genommen wird, werden am ersten Tag auch umfassende medizinische Untersuchungen durchgeführt. Diese gehen von CT-Scans und MRTs bis zu arthroskopischen Eingriffen, bei denen, wenn nötig, buchstäblich ins Knie eines Spieler geschaut wird. Besonders wichtig ist diese Phase für Spieler, die im College mit Verletzungen zu kämpfen hatten. So werden Teams unbedingt wissen wollen, wie die Bauchmuskelverletzung Nick Bosas verheilt ist, ob sein Kreuzbandriss in der High School noch Nachwirkungen auf seine Karriere haben könnte oder ob er sonstige Verletzungen in seiner Akte hat, von denen Medien keinen Wind bekommen haben. Andere prominente Spieler, bei denen die Medicals ähnliche Brisanz haben, sind RB Bryce Love, WR Marquise „Hollywood“ Brown und RB Rodney Anderson.

Im Laufe des ersten Tages beginnt auch der Interviewprozess. Jeder Spieler wird dutzende 15-minütige Gespräche mit Teams führen, die wichtigsten Bewerbungsgespräche seines Lebens. Einige Teams werden dabei versuchen, ein Gefühl für die Person zu bekommen, während andere versuchen, ihre Gegenüber mit kuriosesten Fragen aus dem Konzept zu bringen. So wurde Ex-Jaguars Austen Lane bei seiner Combine gefragt: „Wenn du jemanden umbringen müsstest, würdest du ein Messer oder eine Pistole nehmen?“ Nichts wird unversucht gelassen, um die Schale aus vorbereiteten Antworten und Phrasen zu durchbrechen, die Agenten um ihre Schützlinge gebaut haben. Auch pikante Themen aus deren Vergangenheit werden da zur Sprache kommen. QB Kyler Murray wird sich mehr als eine Baseballfrage anhören müssen und DE Rashan Gary wird erklären müssen, weshalb er sein Potential auf dem Platz nie so recht abrufen konnte. Coaches werden sehr genau beobachten, ob die jungen Männer Verantwortung übernehmen können und ehrlich sind, oder ob sie lieber die Schuld von sich schieben. Hier können Spieler das Draftboard hinaufschießen, aber auch komplett gestrichen werden.

Am zweiten Tag wird’s seltsam. Bei den „Measurements“ wird jeder Athlet in Unterwäsche auf die Bühne gebeten und da wie ein Stück Fleisch gewogen und vermessen. Gewicht, Größe, Armlänge, Handgröße… Dies mag etwas unnötig klingen, doch diese Maße sind durchaus wichtig für die Einschätzung eines Spielers und Collegeteams sind auf ihren Homepages mit solchen Angaben generell etwas – großzügig. So wird jeder, der DT Ed Oliver gesehen hat, wissen, dass er keineswegs 6‘3 (also 1,90m) groß ist, wie die Website der Houston Cougars behauptet. NFL Scouting Staffs haben gewisse Richtlinien, die Pat Kirwan in seinem Buch „Take Your Eye Off The Ball 2.0“ ausführt. Offensive Tackles sollten mindestens 33 Inch (83cm) lange Arme haben, Running Backs mindestens 195 lbs (88,5kg) schwer sein und Cornerbacks mindestens 5‘10½ groß sein. Solche Maße variieren von Team zu Team, aber so die groben Grenzwerte. Besondere Aufmerksamkeit wird darauf liegen, wie groß genau Murray und Oliver sind, ob DE Brian Burns wirklich so leicht ist wie viele vermuten, und ob die Armlänge von OT Jonah Williams ihn nicht eher zum Kandidaten für einen Positionswechsel nach innen macht.

Am dritten Tag findet der Wonderlic-Test statt, ein Intelligenztest, bei dem Spieler eine Reihe von Fragen beantworten müssen, die logisches Denken und hohe Konzentration erfordern. Die Aussagekraft dieses Tests ist allerdings ziemlich umstritten. Ebenfalls geht es los mit dem ersten Workout, der Bench Press, gefolgt von den übrigen Workouts am letzten Tag. Im Folgenden geben wir einen kleinen Überblick, welche Disziplinen für welche Positionsgruppen besonders wichtig sind.

Defensive Line und Offensive Line:
Für die Männer in den Trenches sind der Broad Jump, der Vertical Leap und der 3-Cone-Drill entscheidend. Bei den Sprungdrills wird die Explosivität eines Spielers getestet und beim 3-Cone-Drill die Agilität. Hat ein Offensive Tackle schlechte Werte in diesem Workout, stehen die Chancen gut, dass er auf dem Spielfeld mit Speedrushern Probleme haben wird. Denn je schlechter seine seitliche Beweglichkeit ist, desto länger wird er brauchen, um die Bewegungen seines Gegenübers zu spiegeln. Die Bench Press ist ebenfalls wichtig, allerdings geht es dabei eher darum, nicht auffällig schwach abzuschneiden.

Linebacker:
Vor zehn bis zwölf Jahren konnten Linebacker vielleicht noch überleben, wenn sie nicht die agilsten waren, diese Zeiten sind allerdings vorbei. Es ist unabdingbar, im 3-Cone-Drill und dem 40-Yard-Dash gute Zeiten hinzulegen, um NFL Teams zu zeigen, dass man in Coverage gegen Running Backs oder Tight Ends mithalten kann.

Defensive Backs:
DBs und besonders Cornerbacks sind die Positionsgruppen, bei der die Athletik am entscheidendsten ist. Als reagierende Position müssen sie ihren Gegenübern in allen Belangen gewachsen sein, weshalb so gut wie alle Workouts wichtig sind. Egal, ob 40-Yard-Dash, den Sprungdrills, dem 3-Cone-Drill oder dem 20-Yard-Shuttle – Athletik zählt!

Running Backs:
Auch hier ist Agilität sehr wichtig, allerdings spielt sich ein so großer Teil des Spiels eines RBs in engsten Räumen ab, dass Höchstgeschwindigkeit eher ein Bonus ist. Der 10-Yard-Split allerdings ist durchaus nützlich, um die Beschleunigung eines Backs einschätzen zu können. Generell sind alle Workouts entscheidender für sogenannte Small School Prospects, die in keiner Power-5 Conference gespielt haben. Deren Konkurrenz auf dem Feld ist oft so schwach, dass anhand des Gametapes die Athetik nur schwer eingeschätzt werden kann. Ist der Spieler so schnell, oder seine Gegner so langsam?

Tight Ends und Receiver:
Besonders für Tight Ends bekommt der 40-Yard-Dash größeren Einfluss. Immer mehr Teams sind bereit, etwas auf Blocking Skills zu verzichten, wenn der Tight End ein Mismatch für die Defense darstellt und sie auch vertikal angreifen kann. Jimmy Graham war der Prototyp dafür. Im Allgemeinen ist die Athletik für solche attackierenden Positionen etwas unwichtiger. Jarvis Landry ist trotz seiner 4,77 im Dash ein guter Slot Receiver und Calvin Ridley bewies im vergangenen Jahr, dass schwache Sprungdrills ihm nicht schadeten.

Um Spieler nach den Workouts auf seinem Board hoch- oder runterzustufen, muss immer mit einer gesunden Erwartungshaltung gearbeitet werden. So ist Saquon Barkley beispielsweise auf vielen Boards letztes Jahr nach oben gerutscht, obwohl diese Ergebnisse anhand seines Gametapes niemanden überrascht haben dürften.

Generell hier nochmal der Hinweis, auf die Combine nicht zu überreagieren. Was zählt ist auf dem Platz.

Die Kandidaten für den Franchise Tag – wer bleibt, wer geht?

Seit Anfang dieser Woche ist es den NFL Franchises erlaubt, jeweils einen Spieler aus ihrem Team mit dem „Franchise Tag“ zu belegen. So können die Teams zunächst verhindern, dass ihr Tafelsilber den Club verlässt, ohne eine geeignete Kompensation für den jeweiligen Spieler zu erhalten. Oftmals dient der Tag dazu, dass Team und Spieler über einen längeren Zeitraum versuchen können, einen langfristigen Vertrag auszuarbeiten, der beide Seiten zufriedenstellt.

Dass das nicht immer von Erfolg gekrönt ist, zeigt das Beispiel Le’Veon Bell: Der Star Runningback konnte sich mit den Steelers nicht über einen Vertrag einigen und lehnte ab, die zweite Saison in Folge unter dem Franchise Tag zu spielen. Bell entging eine Menge Geld, den Steelers ein wichtiger Baustein ihrer Offense. Nun wird Bell tatsächlich Free Agent, er hat sein Ziel erreicht und war darüber sichtlich erfreut…

Wie wichtig die Position des Edge-Rushers in der NFL ist, zeigt auch die diesjährige Free Agent Class. Alle Clubs, die verzweifelt nach Verstärkung auf dieser Position suchen (auch die 49ers!), lechzen bereits und hoffen, dass so viele Edge-Rusher wie möglich den freien Markt betreten. Dee Ford (Kansas City), Trey Flowers (New England), Jadeveon Clowney (Houston), DeMarcus Lawrence (Dallas), Dante Fowler (LA Rams) und Frank Clark (Seattle) gehören derzeit zu den wohl besten Spielern auf ihrer Position und haben eben eins gemeinsam: Ihr Vertrag läuft aus. Es ist davon auszugehen, dass zumindest Clowney, Lawrence (es wäre bereits sein 2.) und unter Umständen auch Dee Ford einen Tag oder einen langfristigen Deal erhalten werden, sicher ist dies jedoch nicht. Nahezu ausgeschlossen ist, dass keiner der sechs Superstars auf den Markt kommen wird – und je weniger Spieler dieser Qualität verfügbar werden, desto verrückter wird das Wettbieten…

Landon Collins hat bereits seinen Spind in New York ausgeräumt, er wird wohl keinen Tag erhalten und Free Agent werden. Wie bereits oben angekündigt, erscheint ein Tag für Kicker Robbie Gould bei den 49ers derzeit als wahrscheinlich. Weitere ernsthafte Kandidaten sind DT Grady Jarrett (Atlanta) und QB Nick Foles (Philadelphia), OLB Preston Smith (Washington), C Matt Paradis (Denver) und LB C.J. Mosley (Baltimore). Sie bringen zwar eine gewisse Qualität mit sich, dennoch geht man auch aufgrund des hohen Preisschilds davon aus, dass sie keinen Tag erhalten werden.

Es bleibt spannend: Bis zum 5. März haben die Franchises Zeit, ihre Spieler mit einem Tag zu belegen…

Die AAF, Kaepernicks Punktsieg und mehr

Die Zeit bis zum Draft etwas verkürzt hat uns die Alliance of American Football, kurz AAF. In einem recht NFL-ähnlichem Format treffen acht Teams an zehn Spieltagen aufeinander, das Ganze soll als Art Entwicklungsliga für die NFL fungieren. Mit dabei sind hauptsächlich Spieler an der Schwelle zur Liga, die es aus dem einen oder anderen Grund nicht geschafft haben. Einige Namen auf dem Platz werden euch sicher aus 49ers Zeiten noch bekannt vorkommen, wie die Cornerbacks Keith Reaser, Will Davis und Channing Stribling oder Receiver Quinton Patton.

Auch wenn die Liga bereits nach dem zweiten Spieltag Zahlungsschwierigkeiten hatte, sollten wir auf ihren Erfolg hoffen. Im letzten Collective Bargaining Agreement wurden die Trainingszeiten so limitiert, dass für die Spieler unten im Roster kaum Snaps im Camp übrigbleiben. Ohne Spielzeit oder Einheiten im Training besteht für diese Spieler allerdings kaum eine Möglichkeit sich zu verbessern oder sich in die Rotation ihres Teams zu spielen. Wenn diese neue Liga es schafft, sich finanziell zu stabilisieren und Talente zu entwickeln, wird das der Qualität des Footballs in der NFL dauerhaft helfen.

Im Fokus der Medienberichterstattung stand in der letzten Woche auch ein gewisser Colin Kaepernick, der seinen Rechtsstreit mit der NFL beilegte und hierfür Berichten zufolge eine Millionenzahlung im mittleren achtstelligen Bereich von der NFL erhielt. Seither wird versucht, das Ende des Prozesses, zudem es niemals kam, in beide Richtungen zu interpretieren. Kaepernick-Anhänger feiern die Einigung als Erfolg und argumentieren damit, dass die NFL bei der Zahlung eines solch hohen Betrags scheinbar einiges zu vertuschen hatte. Hiergegen wird jedoch hervorgebracht, dass Kaepernick scheinbar seine Prinzipien unbeachtet ließ und letztendlich doch dem Ruf des Geldes folgte, obwohl er mehrfach betonte, dass es ihm eben nicht um jenes Geld ging.

Die Wahrheit wird in der Mitte liegen. Beide Parteien haben sich nicht korrekt verhalten, Kaepernicks Provokationen (Polizisten als Schweine-Socken, Fidel Castro Shirt) und die bockige Reaktion der NFL führten erst zu dieser Auseinandersetzung, die nun (scheinbar) ein Ende gefunden hat. Ob Kaepernick nun trotz der „Einigung“ eine Zukunft in der NFL haben wird, erscheint unwahrscheinlich. Sein Anwalt kündigte zwar zum wiederholten Male an, dass sein Schützling bald wieder spielen werden, doch der Wahrheitsgehalt dieser Aussagen ist anzuzweifeln. Kaepernicks Karriere neigt sich dem Ende entgegen, auch wenn er sportlich wohl immer noch mehr Impact hätte, als einige Quarterbacks, die derzeit bei einem NFL-Team unter Vertrag stehen. Doch fortan sollte das Thema ruhen, bis es spruchreife Neuigkeiten gibt, die nicht aus dem Mund seines Anwalts stammen.

Ansonsten passiert derzeit in der NFL-Offseason das, was eben in einer NFL-Offseason passiert. Die wildesten Gerüchte machen die Runde, ob es nun um Odell Beckham Jr. geht, der zu den 49ers getradet werden soll, oder um Seahawks Superstar Russell Wilson, der wegen seiner Sänger-Frau Ciara nach New York verschifft werden soll. All diese Spekulationen sollten mit einem leichten Schmunzeln wahrgenommen werden, sich ernsthaft damit auseinanderzusetzen ist jedoch maximal ein humorvoller Zeitvertreib.

Anders sieht es in der Causa Antonio Brown aus, der sich mit Steelers Owner Art Rooney darauf verständigt hat, dass ein Trade für beide Parteien die beste Lösung sei… Wir bleiben dran!

Bis in zwei Wochen!

Autoren: Lars Riedenklau (49ers/Franchise Tag/Kaepernick), James Wiebe (Combine/AAF)

P.S.: James und ich freuen uns natürlich über jede Art von Kritik. Wenn Ihr etwas zu meckern, Verbesserungsvorschläge oder sogar Lob übrig habt, dann lasst es uns wissen!

Written by Lars Riedenklau

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