Pre Season Week 3 Review: Indianapolis Colts vs. San Francisco 49ers

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Pre Season Week 3 Review: Indianapolis Colts vs. San Francisco 49ers

Posted By Lars Riedenklau

Hier nun, wie (fast) jede Woche meine Gewinner und Verlierer des letzten Spiels. Die 49ers mussten sich mit 17:23 geschlagen geben, zahlreiche Gewinner gab es trotzdem:

Winner

Alfred Morris

Der von den 49ers erst in der letzten Woche verpflichtete Running Back bekam gegen die Colts die Chance, seine Visitenkarte abzugeben, da die etatmäßigen Starter der 49ers (Jerick McKinnon und Matt Breida) noch bis zum Start der Regular Season ausfallen. Morris, der bereits einige Jahre in der NFL auf dem Buckel hat und seine besten Leistungen unter HC Kyle Shanahan zeigte, als dieser noch in Washington verkehrte, enttäuschte nicht. Im Gegenteil: Der bullige, aber dennoch bewegliche Morris bewies von Beginn des Spiels an, warum die Idee, ihm einen Kaderplatz zu geben, nicht die schlechteste ist. Er beendete das Spiel mit 17 Laufversuchen, die insgesamt für 84 Yards Raumgewinn sorgten. Beachtlich, wenn man bedenkt, dass der längste Run eines RBs in der letzten Woche gerade einmal sechs (!) Yards einbrachte. Morris wartete geduldig ab und nutzte die sich ihm bietenden Räume schnell. Durch seine Statur und Erfahrung erkämpfte er sich zudem das ein oder andere Yard, ein Aspekt, der auf die eher schmächtigen Backs McKinnon und Breida nicht immer zutrifft. Man muss jedoch auch festhalten, dass die O-Line der 49ers ein starkes Spiel ablieferte, wovon u.a. auch RB Jeff Wilson profitierte. Morris erhielt jedoch mit Abstand die meisten Snaps aller RBs und es ist nicht auszudenken, dass er auch in der Regular Season eine gewichtige Rolle spielen wird. Morris bietet einen guten Kontrast zum Spielstil der RBs auf dem Roster, sodass man nach diesem überzeugenden Spiel relativ sicher davon ausgehen kann, dass Morris seinen Platz im Team gefunden hat. Dieser Umstand zeigt auf, dass die Back Up RBs der 49ers einfach noch nicht so weit sind, wie man es möglicherweise erwarten dürfte. Das bedeutet für Jeremy McNichols, Joe Williams und Co.: Weiter warten!

Josh Garnett

Viele der Lorbeeren, die Alfred Morris im obigen Text einheimsen konnte, gingen am Samstag Abend jedoch auch an die Offensive Line der 49ers. Diese hatte mit den zugegeben erschreckend schwachen D-Linern der Colts wenig Probleme, sowohl im Running Game, als auch in Pass Situationen. Umso ärgerlicher ist es, dass sich einige der Liner unnötige Strafen abholten (u.a. Laken Tomlinson), und den Ertrag zunichte machten. Ohne diese, erneut zahlreichen, Strafen, wäre auch wohl das Ergebnis ein anderes gewesen – mehrfach waren die Penalties, gepaart mit Unvermögen, die Punkte oder bessere Feldpositionen für die 49ers verhinderten. Zurück zu Garnett, der zunächst nicht mit der 1. Garde auflief: Nachdem G Mike Person, der ebenfalls eine ansprechende Performance bat, vom Feld durfte, war es Zeit für Garnett, zu zeigen, was er im letzten Jahr gelernt hat. Und wie im letzten Spiel wusste Garnett zu überzeugen. Vor allem im Run Blocking drang er des Öfteren erfolgreich in das sogenannte „Second Level“ vor, und riss so große Löcher für den jeweiligen Running Back. Er zeigte mehrere sehenswerte Blocks, es unterlief ihm kein schwerwiegender Fehler. Es scheint, als nehme die Competition um den Spot des Right Guards kurz vor Ende der Pre Season noch einmal richtig Fahrt auf. Mike Person hat derzeit, auch aufgrund seiner Erfahrung, noch die Nase vorn, doch Garnett steht in den Startlöchern – ein gutes Zeichen!

Pierre Garcon

Alle Kritiker, die während des Trainingscamps an der Chemie zwischen QB Jimmy Garoppolo und WR Pierre Garcon zweifelten, wurden heute zunächst eines Besseren belehrt. Drei Mal suchte Garoppolo den Ex-Colts Wide Receiver, zwei Mal fand er ihn. Insgesamt generierte Garcon 62 Yards, beide Catches kamen über die Mitte zustande. Garoppolo warf die Bälle, vermutlich bewusst, recht hoch, sodass sie nur von Garcon gefangen werden konnten. Dieser zeigte seine hervorragenden Hände und sicherte den Ball zwei Mal hervorragend. Der zweite Catch von Garcon ging über knapp 45 Yards, als dieser den Ball bei einer tiefen In-Route über die Mitte fing und hiernach noch einige Meter nach dem Catch gut machen konnte. Am Ende fehlte Garcon etwas Geschwindigkeit, sonst hätte er seinen ersten Touchdown bejubeln dürfen, den Jimmy Garoppolo auf ihn geworfen hat – doch das wird noch kommen, keine Frage 😉 Vor dem Ende der ersten Halbzeit unterlief ihm allerdings ein vermeidbarer Fehler, als er seinen Gegenspieler festhielt, als die 49ers immer näher in Richtung der gegnerischen Endzone marschierten. Die 49ers mussten einige Yards zurück, der Drive endete mit einem Field Goal von K Robbie Gould, zuvor verpasste Garoppolo zwei Mal seine Ziele in der Redzone, doch dazu später mehr.

Fred Warner

Einen sehr überzeugenden Auftritt lieferte Rookie LB Fred Warner ab, der bereits jetzt als Zugewinn für die Defense verzeichnet werden kann. In Anbetracht der Tatsache, dass LB Reuben Foster die ersten zwei Saisonspiele fehlen wird, startete Warner auf der Position des Mike Linebackers, neben ihm begann LB Malcolm Smith als Will Linebacker. Eine interessante Entwicklung, da Smith als Veteran eher Lage sein müsste, Plays zu callen. Dies spricht natürlich umso mehr für Warner, der das ihm ausgesprochene Vertrauen eindrucksvoll zurückzahlte. Er beendete das Spiel mit fünf Tackles, die meisten aller 49ers Spieler, davon ein Tackle for loss. Warner zeigte sich reaktionsschnell, als er des Öfteren den gegnerischen Running Back schon im Backfield antraf, und diesen zum Teil auch zum Boden brachte. Auch in Coverage Situationen zeigte sich Warner zuverlässig, wenn ein Pass in seine Richtung kam, machte er keinen Fehler und verpasste keinen Tackle. Sollte Warner so weiterspielen, wird es wenig Gründe geben, ihn auf der Bank zu lassen, wenn Foster zurückkehrt.

Mark Nzeocha

Nzeocha, der überraschenderweise zum Starter auf der SAM Position erkoren wurde, musste das Spiel zunächst von der Seitenlinie verfolgen, da die Colts nicht das entsprechende Personal auf dem Feld hatten, dass das Dasein des Strong Side Linebackers rechtfertigte. So dauerte es einige Zeit, bis Nzeocha auf das Feld kam, insgesamt spielte er nur elf Snaps in der Defensive. In diesen Elf Snaps machte er jedoch auf sich aufmerksam: positiv! Er verzeichnete insgesamt drei Tackles, penetrierte in Run Situationen ordentlich und kam auch mehrfach bis ins Backfield, wo er den gegnerischen Running Back antraf bzw. dafür sorgte, dass ein anderer Spieler den Tackle machen konnte. Als Edge Setter stand er selten im Fokus, beging aber hier keinen auffälligen Fehler, was für den SAM Linebacker durchaus ein wichtiger Gesichtspunkt ist. Den TD der Colts konnte er nicht verhindern, er schaltete zwar schnell, verpasste den Tackle jedoch knapp. Ein Vorwurf ist ihm aber hier keinesfalls zu machen. Sein bestes Play spielte sich jedoch in Halbzeit zwei ab, als er in Coverage (in einer Cover 3) die Flat coverte, schnell reagierte und den Runningback der Colts nach einem Raumgewinn von nur einem Yard hart zu Boden brachte. Zu hart für die Schiedsrichter, die eine Flagge warfen – wegen unerlaubten Senken des Kopfes. Eine strittige Entscheidung, den Coaches der Niners wird wohl jedoch nicht die Flagge, sondern das starke Play Nzeochas im Kopf bleiben. Insgesamt eine gelungene Vorstellung, die Hoffnung auf mehr macht. Die Chancen auf einen Platz im 53-Mann Kader sind für Nzeocha enorm gestiegen, momentan winkt ihm sogar der Job als Starter – wer hätte das gedacht?

LOSER

Jimmy Garoppolo

Es ist ungewohnt, den QB der 49ers in dieser Rubrik aufzulisten. Und auch, wenn Garoppolo am Samstag Abend nicht seinen besten Tag erwischte: Insgesamt war es keine schlechte Performance, das vorab. Dennoch gab es auffällig viele Situationen, in denen Garoppolo strauchelte. Und genau deshalb findet er sich in dieser Rubrik wieder. Garoppolo brachte weniger als 50% seiner Pässe an den Mann, am Ende des Tages warf er den Ball 19 Mal, nur neun Mal sicherten seine Receiver den Ball. Auch wenn viele Würfe fangbar waren und auch hätten gefangen werden müssen, zeigte Garoppolo unbekannte Schwächen auf, vor allem in der Redzone. Garoppolo spielte generell gerne die Mitte des Feldes an, hier hatte er auch teilweise Erfolg bei mittellangen Würfen auf Marquise Goodwin und Pierre Garcon. Früh in der zweiten Hälfte suchte er Garcon tief über die Mitte, doch der Defender der Colts roch den Braten von Beginn an, Garoppolo hatte Glück, dass dieser den Ball nicht abfing. Sehr schwach dann seine Performance in der Redzone, als er bei einem zweiten und dritten Versuch seine Receiver telegrafierte und es Defensive Backs der Colts so einfach machte, die Pässe abzuwehren. Beim angesprochenen dritten Versuch hatte Garoppolo sogar Glück, dass der Defender den Ball erneut nicht sichern konnte, denn dies hätte vermutlich sechs Punkte bedeutet – für die Colts. Dennoch zeigte sich Garoppolo oft beweglich und ruhig in der Pocket, die Grundtugenden sind also nicht verloren gegangen. Aber: Die Fehler, die Garoppolo machte, basierten oft auf falschen Entscheidungen bzw. zu viel Ehrgeiz. Es wirkte so, als wolle er zu viel, eine Einstellung, die schnell nach hinten losgehen kann. Hoffen wir, dass es ein Ausrutscher zur rechten Zeit gewesen ist.

Drops und Penalties

Die 49ers wirkten in der ersten Hälfte des Spiels am Samstag sehr dominant, man hatte selten das Gefühl, dass die Colts den Mannen von Kyle Shanahan etwas entgegenzusetzen hatten. Und dies schein eins der Hauptprobleme gewesen zu sein: Die 49ers fühlten sich scheinbar zu sicher. Dies führte immer mehr zu Unkonzentriertheiten, die dann auch von den Colts irgendwann bestraft worden sind. Zwei Mal war es Garrett Celek, der es vollbrachte, komplett freistehend einen Ball zu droppen, der zu einem sicheren First Down in der Redzone/gegnerischen Hälfte geführt hätte. Kendrick Bourne, Dante Pettis und Cole Hikutini bekamen von Garoppolo fangbare Bälle in die Endzone serviert, keiner der drei Pässe resultierte letztendlich in einem Touchdown. Hinzu kamen zahlreiche Penalties auf Seiten der Offense und Defense, die dazu führten, dass die 49ers zur Halbzeit nicht führten, sondern plötzlich ins Hintertreffen geraten waren. Diese leichtsinnigen Fehler müssen abgestellt werden,  denn sonst wird es schwer für die 49ers. Einen besserer Gegner hätte diese Fehler vermutlich noch stärker bestraft. Um gegen starke Konkurrenten eine Chance zu haben, muss es eine Selbstverständlichkeit werden, dass diese Unkonzentriertheiten der Vergangenheit angehören. Leider ist dies kein altes Phänomen, hier sind jetzt die Coaches und Leader des Teams gefragt. Auch wenn dieser Punkt nur einer von dreien ist, so ist es doch der, der für die größten Sorgenfalten auf Kyle Shanahans Stirn sorgt…

Verletzungen

Jimmie Ward und Reuben Foster konnten das Spiel gegen Indianapolis nicht beenden, beiden verließen das Spielfeld vorzeitig mit einer Verletzung. Es ist auffällig, dass es oft die gleichen Spieler sind, die pausieren müssen. Die Verletzungsanfälligkeit, primär von Ward und Foster, ist ein Problem, auf das man während der Saison gerne verzichten kann. Foster hat eine Gehirnerschütterung, „zum Glück“ hat er bis zur dritten Woche der Regular Season Zeit, zu regenerieren. Bei Ward ist es erneut eine Muskelverletzung, die den ehemaligen Erstrunden Pick außer Gefecht setzt. Es würde mich nicht überraschen, wenn Ward in fünf Tagen nicht mehr zum Aufgebot der 49ers gehört… Zudem hatten Marquise Goodwin, Dante Pettis und Aaron Burbridge mit Blessuren zu kämpfen, die jedoch nicht allzu schlimm zu sein scheinen.

 

Written by Lars Riedenklau

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