Preview Week 12: Tampa Bay Buccaneers vs. San Francisco 49ers

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Preview Week 12: Tampa Bay Buccaneers vs. San Francisco 49ers

Posted By Lars Riedenklau

Nach der Bye-Week geht es für die San Francisco 49ers nach Florida zu den Tampa Bay Buccaneers (19:00 Uhr, NFL GamePass). Die jüngsten Entwicklungen vor dem Spiel sind nicht gerade vielversprechend, wie die Chancen wirklich stehen, lest Ihr in unserer Preview:

Der Gegner, Tampa Bay Buccaneers (3-7, 2-2 at home):

Mit den Tampa Bay Buccaneers treffen die San Francisco 49ers auf einen Gegner, der bislang ebenfalls hinter den vor der Saison gesteckten Erwartungen geblieben ist. Nachdem die Buccaneers mit Dirk Koetter im Jahr 2016 nur knapp die Play-Offs verpassten, erlitt man im letzten Jahr einen Rückschlag, als man den letzten Platz in der NFC South belegte und mit den Play-Offs nicht einmal liebäugelte. Dirk Koetter bekam von der Chefetage jedoch weiterhin das Vertrauen ausgesprochen, und auch in dieser Saison starteten die Buccaneers mit großen Ambitionen in die neue Saison. Und es sah zunächst sehr gut aus: QB Jameis Winston fiel zwar aufgrund einer Sperre aus, doch sein Back-Up, Ryan Fitzpatrick, durchlebte seinen zweiten Frühling als NFL-QB und fügte den New Orleans Saints in Woche eins deren einzige Niederlage zu, um nur eine Woche später den damals frisch gebackenen Super Bowl Sieger aus Philadelphia zu besiegen. „Fitzmagic“ war zurück, doch die Freude hielt nicht lang an. In den nächsten Wochen spielte Fitzpatrick wieder auf seinem alten, meist durchschnittlichen Niveau, was die Buccaneers dazu veranlasste, ihren First Overall Pick aus dem Jahr 2015 wieder aufs Feld zu lassen. Die Hoffnungen auf Winston, der sich mittlerweile in seiner vierten Saison befindet, waren groß, doch langsam aber sicher werden die Kritiken laut, Winston sei nicht die Zukunft auf der QB-Position in Tampa. Und das hat gute Gründe: Man hat das Gefühl, Winston stagniert in seiner Entwicklung, in diesem Jahr hat er mehr Interceptions als Touchdowns geworfen. Und das liegt bei weitem nicht an seinen Teamkollegen, denn mit Mike Evans, DeSean Jackson, O.J. Howard und Co. haben die Buccaneers alles dafür getan, ihren potentiellen Franchise-QB mit ausreichend Waffen auszustatten.

Auch die Defense der Bucs, über Jahre die Stärke des Teams aus Florida, wurde punktuell verstärkt, vor der Saison verpflichtete man Jason Pierre-Paul und draftete DT Vita Vea, der jüngst gegen die Washington Redskins seinen ersten Karriere-Sack verzeichnete. Gegen die Browns gelang den Bucs ein weiterer Sieg, in den letzten vier Spielen verließ man den Platz jedoch als Verlierer. Nicht nur vereinzelt kam es vor, dass Koetter seine Quarterbacks während des Spiels austauschte – Anzeichen, die definitiv nicht für Konstanz sprechen. Hinzu kommt, dass die Buccaneers, sobald sie ihr Potential auf den Platz bringen, massive Probleme haben, Punkte auf das Scoreboard zu bringen. Gegen die Redskins generierte man über 500 Yards, erzielte aber nur mickrige drei Punkte. Es gibt also viele Bereiche, in denen sich das Team von Koetter verbessern kann. Das Potential innerhalb des Teams ist zweifellos vorhanden, doch momentan mangelt es an zu vielen Aspekten, was dazu führt, dass die Buccaneers nicht dort stehen, wo sie stehen möchten und könnten. Fraglich ist, ob Koetter ein weiteres Jahr in Tampa arbeiten wird, oder ob er sich bereits auf seiner Abschiedstournee befindet.

Zu Gast sind heute Abend die 49ers, die als klarer Außenseiter in die Partie gehen. Personell sind die Buccaneers deutlich stärker besetzt, doch auch die Bucs leiden unter individuellen Fehlern und Disziplinlosigkeiten, weshalb uns heute ein unterhaltsames Spiel erwartet. 

KURZ-INFO:
  • Gegründet: 1976
  • Vereinsfarben: Rot, Schwarz, Orange, Weiß
  • Super-Bowl Titel: 1 (2002)
  • Stadion: Raymond James Stadium (65.857 Plätze)
  • Headcoach: Dirk Koetter
  • letztjähriger Record: 5-11 (4. Platz in der NFC South)
  • ewige Bilanz: 49ers lead series 17-6

Die Aufstellung der Bucs findet ihr hier.

PLAYERS TO WATCH
  • Jameis Winston (#3, QB):
    Der Quarterback der Buccaneers spielt nicht nur für sein Team, sondern auch um seine Zukunft. Momentan hat er wenig Argumente in der Hinterhand, die ihm einen hochdatierten Folgevertrag einbringen könnten. Winston ist in seinen vier Jahren in der Liga einiges schuldig geblieben, seine Leistungen schwanken zu stark, hinzu kommen die ständigen Probleme außerhalb des Spielfeldes. So tut sich der ehemalige First Overall Pick keinen Gefallen, sein Talent blitzt nur zu selten auf. Er hat möglicherweise die restliche Saison Zeit, sich zu beweisen und sich ins Schaufenster zu stellen. Ob er in den nächsten Jahren bei Tampa spielen wird, ist noch nicht klar, auch ob er jemals als langfristiger Starter eingeplant wird, steht in den Sternen und hängt unter anderem von den nächsten Wochen ab. 
  • Mike Evans (#13, WR):
    Nach nur zehn Spielen hat Mike Evans bereits fast die magische 1000 Yards-Grenze erreicht, mit 957 Yards und fünf Touchdowns gehört er zweifellos zu den besten Wide Receivern der Liga. Egal, welcher Quarterback under center steht, Evans liefert permanent ab und ist eine der wenigen Konstanten im Team der Buccaneers. Mit seiner Schnelligkeit und seiner Physis wird er vor allem Ahkello Witherspoon heute vor gewaltige Probleme stellen, ganz ausschalten lässt sich Evans sowieso nicht, doch es wäre schon viel gewonnen, sollte Evans heute nicht die Endzone finden. 
  • Jason Pierre-Paul (#90, DE):
    Vor der Saison runzelten sich einige die Stirn, als die Meldung durchsickerte, dass die Tampa Bay Buccaneers Jason Pierre-Paul für einen Dritt-Runden-Pick von den New York Giants loseisten. Doch objektiv gesehen war es ein schlauer Schachzug: Vom Personal her fehlte den Buccaneers vor der Spielzeit ein echter Pass-Rusher, den sie mit Pierre-Paul bekommen haben. Und an ihm liegt es derzeit nicht: Mit 9,5 Sacks ist er der beste Pass-Rusher seines Teams und gehört zur Beletage in der NFL. Die 49ers könnten einen Typen wie Pierre-Paul ebenfalls sehr gut gebrauchen, doch heute steht er Mullens gegenüber und wird versuchen, ihn das erste Mal in seiner Karriere zu Boden zu bringen. 

So steht es um die San Francisco 49ers (2-8, 0-5 away):

Vieles, fast alles wird derzeit von der Entlassung Reuben Fosters überschattet. Der Linebacker, der im letzten Jahr in der ersten Runde des Drafts ausgewählt wurde, ist nicht mehr länger ein Spieler der 49ers, nachdem er im Teamhotel vor der Partie aufgrund des Verdachts der häuslichen Gewalt festgenommen wurde. Die 49ers machten kurzen Prozess und trennten sich von Foster – ohne Zweifel die richtige Entscheidung. 

Doch nach einigen ruhigen Tagen und dem spielfreien Wochenende gibt es auch noch 53 andere Spieler, die später alles dafür geben werden, Saisonsieg Nr. 3 einzufahren. Safety Jaquiski Tartt wird zurückerwartet, während die Receiver Pierre Garcon und Marquise Goodwin (persönliche Gründe) auszufallen drohen. Es wird also nicht einfacher für QB Nick Mullens, der heute mit Kendrick Bourne und Dante Pettis als Hauptanspielstation auskommen muss. Hinzu kommt natürlich TE George Kittle, der weiterhin für Aufsehen sorgt und Woche für Woche seine Ambitionen auf den Pro Bowl unterstreicht. Die Offensive Line der 49ers ist momentan gut in Form, in den letzten zwei Wochen ließ man keinen Sack zu. Auch das Running Game funktioniert insgesamt sehr gut, die 49ers stellen derzeit die drittbeste Rushing Offense der Liga, wenn es nach Yards per Game geht. Auch auf das Run Game wird es heute wieder ankommen, um es QB Nick Mullens so einfach wie möglich zu machen. Gespannt sein darf man auch auf die Defense der 49ers, bei der erstmals seit geraumer Zeit kein Starter ausfällt (ausgenommen von Foster). Saleh wird heute alle Hände voll zu tun haben, um die high powered Offense der Bucs in den Griff zu bekommen. Es ist davon auszugehen, dass die Buccaneers viele Punkte aufs Scoreboard bringen werden, wenn sie ihre Drives veredeln. Die 49ers müssen dies verhindern, oder zurückschlagen, ansonsten droht eine weitere Pleite…

PLAYERS TO WATCH:
  • Dante Pettis (#18, WR):
    Vor zwei Wochen gegen die New York Giants fing Dante Pettis vier Pässe, generierte hierbei jedoch nur 12 Yards. Er wirkt ängstlich und zögerlich in seinen Aktionen, weshalb seine NFL-Tauglichkeit bislang noch angezweifelt werden darf. Seine Athletik kommt kaum zum Vorschein, da Pettis den Kontakt scheut und deshalb auch für seinen Quarterback eine eher unsichere Option im Passspiel darstellt. Von Pettis, den die 49ers in der 2. Runde des Drafts wählten, muss eine klare Steigerung her, ansonsten darf auch dieser Pick hinterfragt werden. Heute hat er die Möglichkeit dazu, denn er wird aufgrund der Ausfälle von Goodwin und Garcon als Starter auflaufen.
  • Arik Armstead (#91, DE):
    Für Arik Armstead geht es in den letzten sechs Partien darum, sich selbst zu präsentieren und zu zeigen, dass er auch in den nächsten Jahren ein wertvoller Spieler für die 49ers sein kann. Wenn die 49ers ihn nicht vor dem Monat März des nächsten Jahres entlassen, wird seine Fifth Year Option wirksam – er würde dann neun Millionen erhalten. Armstead spielt die stärkste Saison seiner Karriere und hat bereits drei Sacks auf seinem Konto, ist aber vor allem gegen den Run eine absolute Stütze der 49ers Defense. Ob dies jedoch reicht, um ihm zu einem der bestbezahltesten Spieler im Team zu machen, ist fraglich. Er hat jetzt sechs Spiele Zeit, seinen Wert zu unterstreichen. 
  • Fred Warner (#48, LB):
    Aufgrund der Entlassung von Reuben Foster rückt Fred Warner natürlich noch mehr in den Fokus, obgleich er bislang fast jeden Snap miterlebte. Warner wird nicht, wie wohl vor der Saison geplant, das Teil eines Duos – es wird mehr Verantwortung auf seinen Schultern liegen, wenn es darum geht, das Spiel der Defense zu kontrollieren und den Ton anzugeben. Warner ist vor allem gegen den Run ein starker Linebacker, in manchen Situationen taucht er jedoch noch unter und ist nicht präsent. In den letzten Wochen wurde er jedoch immer konstanter und verfehlte keine Tackles, im Gegenteil: Er war für zahlreiche Stops verantwortlich. Hoffen wir, dass er den positiven Trend fortsetzen kann. Die 49ers bräuchten es momentan mehr denn je, um den verschwendeten Pick Fosters schnellstmöglich vergessen zu machen.

Zu dem Injury Report geht es hier

Go Niners!

Autor: Lars Riedenklau

Written by Lars Riedenklau

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