Review Week 10: San Francisco 49ers vs. New York Giants

The Niner Empire Germany 49ers News, Game Reviews, News Review Week 10: San Francisco 49ers vs. New York Giants

49ers News Game Reviews News

Review Week 10: San Francisco 49ers vs. New York Giants

Posted By Lars Riedenklau

Das vierte Mal in dieser Saison schenken die San Francisco 49ers eine Führung im 4. Quarter her und unterliegen den New York Giants mit 23:27. Hier gibt es unsere Gewinner und Verlierer der Partie:

WINNER
  • Matt Breida

Matt Breida knackte zum zweiten Mal in dieser Saison die 100 Yards-Marke und erzielte zwei Touchdowns (einer per Lauf, einer per Passfang). Breida war die Allzweckwaffe der 49ers und erhielt insgesamt 20 Mal den Ball (17 Carries, 3 Catches), dabei generierte er insgesamt über 130 Yards Raumgewinn. Er entlastete QB Nick Mullens hervorragend und bestach erneut durch seine Fähigkeit, mit seiner Geschwindigkeit bei Outside-Zone Runs zahlreiche Yards gutzumachen. Breida war immer da, wenn die 49ers ihn brauchten. In der ersten Halbzeit gelang ihm ein Rushing Touchdown aus kurzer Distanz, in der zweiten Hälfte nutzte QB Mullens das Mismatch zwischen Breida und Giants LB Alec Ogletree aus, Breida lief etwa zehn Yards vor der Goalline einen Slant und erzielte mit einem sehenswerten Catch seinen zweiten Touchdown des Abends. Gegen Ende des Spiels wirkte Breida erneut angeschlagen, weshalb Shanahan auf Alfred Morris zurückgreifen musste – eine folgenschwere Entscheidung, da Morris es im Gegensatz zu Breida nicht schaffte, mit seinen Cuts an den Gegenspielern vorbeizugehen. Die 49ers mussten kurz vor Ende des Spiels für ein Field Goal gehen, bei den vorherigen Laufversuchen über Morris erzielte man kaum Raumgewinn. Am Ende reichten Eli Manning und den Giants die restlichen zwei Minuten aus, um das Spiel noch zu drehen. Hält Breida jedoch seinen Schnitt von knapp über 63 Rushing-Yards pro Spiel, so könnte er seit langer Zeit der erste 49ers RB werden, dem eine 1000 Yards-Saison gelingt.

  • George Kittle

TE George Kittle war erneut der Dreh- und Angelpunkt der Passing Offense der 49ers. Neun Bälle fing der Ex-Hawkeye von Quarterback Nick Mullens und erzielte dabei 83 Yards. Er ist, wie Breida, auf dem besten Wege eine 1000-Yards Saison zu erreichen und unterstreicht Woche für Woche seine Pro Bowl Ambitionen. Kittle gehört zudem zu den besten Run Blockern der Liga, auch dies stellte er gestern mehrfach eindrucksvoll unter Beweis. Kittle war das ganze Spiel über ein Mismatch gegenüber nahezu allen Defendern der Giants, auch Safety Landon Collins, seines Zeichens einer der athletischsten Safeties der Liga, konnte Kittle nicht stoppen. Einziger Wermutstropfen: Gegen Ende des Spiels hatte Kittle Probleme, sich freizulaufen und wurde u.a. mit einer Offensive Pass Interference bestraft. Je näher das Spiel dem Ende entgegenkam, desto weniger trat Kittle in Erscheinung. Dennoch: Seine neun Catches sind ein neuer Karriere-Bestwert. Bleibt er fit, ist er ein Pro Bowl Lock (neben TE Zach Ertz in der NFC).

  • Offensive Line

Das zweite Spiel in Folge ließ die 49ers Offensive Line keinen einzigen Sack zu. Nachdem Beathard in fünf Starts ganze 18 Mal zo Boden ging, behielt man erneut eine weiße Weste. Dies ist der guten Leistung der O-Line geschuldet, Mullens‘ Fähigkeit, den Blitz zu erkennen hilft hierbei jedoch ebenfalls, da er durch seinen schnellen Release Sacks verhindert bzw. aus dem Weg geht. Auch, wenn die Giants und Raiders nicht über den besten Pass Rush verfügen, ist dies eine bemerkenswerte Statistik. Die Offensive Line der Niners, die auch im Run-Blocking wie gewohnt ablieferte, ist einer der wenigen „bright spots“ der insgesamt frustrierenden Saison. Die athletischen, jungen Spieler (ausgenommen Joe Staley und mit Abstrichen Mike Person) werden von Spiel zu Spiel sicherer und gefestigter. Bleibt diese Unit als Einheit zusammen, könnte sich eine der besten Lines der Liga hieraus entwickeln. Rookie Tackle Mike McGlinchey zeigte wiederholt ein starkes Spiel, durch einen False Start nur wenige Sekunden vor Ende der Partie sorgte er aber dafür, dass die 49ers ihre letzte Timeout opfern mussten – ein folgenschwerer Fehler. Ansonsten gibt es erneut wieder nur viel Lob in Richtung der Offensive Line auszusprechen.

  • Fred Warner

Warner ließ nach einigen schwächeren Partien gegen die Giants endlich wieder sein enorm hohes Potential aufblitzen. Er fiel durch mehrere Run Stops gegen Giants RB Saquon Barkley auf, den die 49ers erstaunlich gut im Griff hatten, zumindest wenn es um die Laufversuche ging. Warner hatte einen großen Anteil hieran, zudem gelang es ihm, mehrere Pässe über die Mitte zu deflecten. Sowohl in Coverage, als auch gegen den Run war Warner der beste Linebacker im Dress der 49ers und hieran ließ er keine Zweifel aufkommen. Es war die wohl beste Partie des Rookie-Linebackers, man darf sich freuen, wenn ein fitter Reuben Foster neben einem in Top-Form agierenden Fred Warner aufläuft. Fraglich ist lediglich, wieso DC Robert Saleh gegen Ende des Spiels Malcolm Smith Giants RB Saquon Barkley covern ließ, obwohl es Warner während des Spiels sogar mehrfach mit Odell Beckham Jr. aufnahm…

LOSER
  • Ahkello Witherspoon

Vor der Partie äußerte Witherspoon, er freue sich über das Matchup gegen WR Odell Beckham Jr., da er sich danach sehne, sich mit den Besten zu messen. Zu Beginn des Spiels spiegelte sich Witherspoons Enthusiasmus auch in seinem Spiel wieder, er machte einige Plays gegen Beckham und verhinderte kurze Pässe. Doch je länger das Spiel andaurte, desto mehr wurde das Spiel für den jungen Cornerback zum Desaster. Beckham Jr. erzielte insgesamt zwei Touchdowns, den ersten in Hälfte eins, als er sich von Nickelback K’Waun Williams löste, Manning in der Pocket alle Zeit der Welt besaß und Beckham hinten in der Endzone finden konnte. Der zweite Touchdown kam mit Ansage: Beckham Jr. schlug Witherspoon zwei Spielzüge in Folge, beim ersten Mal bekam er jedoch Hilfe von Safety Jimmie Ward, der den Touchdown verhindern konnte. Nur ein Play später war Witherspoon wieder im eins gegen eins gegen Beckham Jr. aufgestellt, doch dieses Mal erhielt er keine Hilfe. Beckham Jr. nahm Witherspoon auf rund 20 Yards gute fünf Yards ab und hatte keine Probleme seinen zweiten Touchdown des Abends zu erzielen. Witherspoon berührte Beckham Jr. nicht einmal, nach dem Spielzug fuchtelte er wild mit den Armen herum, um die Schuld von sich zu weisen. Richard Sherman und Headcoach Kyle Shanahan kritisierten Witherspoon nach dem Spiel hierfür scharf, Shanahan kündigte an, Witherspoons Verhalten beim nächsten Training aufzuarbeiten. Doch der Abend für Witherspoon wurde nicht besser: Im letzten Drive der Giants war er für eine Pass Interference Flagge verantwortlich (bei 2. Versuch und 20 Yards zu gehen) und schenkte damit den Giants nicht nur Raumgewinn, sondern auch vier neue Downs. Auch, wenn die Flagge durchaus diskutabel war: Witherspoon drehte seinen Kopf, wie so oft, nicht zum Ball, sodass die Entscheidung letztendlich vertretbar erschien. Die Giants kamen bis kurz vor die Endzone der 49ers, Sterling Shephard erzielte aus kurzer Distanz mit einem starken Catch gegen Backup Nickelback D.J. Reed den spielentscheidenden Touchdown. Game over – Mullens‘ Comeback versuchte scheiterte u.a. aus Zeitgründen.

  • Malcolm Smith

Lange Zeit gab Malcolm Smith eine gute Figur auf dem Feld ab, zeigte sich sicher im Tackling und fiel in Coverage zumindest nicht negativ auf. Doch im letzten Drive der Giants unterliefen dem Veteranen zwei folgenschwere Fehler, die auch mitverantwortlich für die Niederlage waren. Es ist zwar in Frage zu stellen, wieso Smith damit beauftragt wurde, Saquon Barkley zu covern, doch diese Aufgabe hätte er besser lösen können. Bei einem wichtigen 3. Versuch auf Höhe der Mittellinie, zwölf Yards waren für die Giants noch zu gehen, verantwortete er eine Pass Interference Strafe (gegen Barkley), kurze Zeit später legte Witherspoon, wie oben beschrieben, nach. Die 49ers schenkten den Giants Möglichkeit für Möglichkeit, und diese sagten letztendlich herzlich „danke“. Das wohl entscheidende Play: Manning fand Barkley über die Mitte und nutzte das Mismatch aus, welches gegenüber Cassius Marsh (!!!) und Malcolm Smith in Coverage eindeutig bestand. Barkley trug den Ball bis an die 10-Yard-Linie der 49ers, anschließend gelang den Giants der siegbringende Touchdown.

  • Robert Saleh

Obwohl das Spielermaterial und die Leistungen der Spieler, die auf dem Feld stehen, nicht überragend ist/sind, gehen einige der oben genannten Kritikpunkte auch oder vor allem auf DC Robert Saleh zurück. Nach der atemberaubenden Performance gegen die Raiders gelang seiner Defense gegen die zweitschwächste O-Line der Liga nur ein einziger Sack, den sich DeForest Buckner (nun bei sechs Sacks) und Dekoda Watson teilten, der Sack kam erst spät im 4. Quarter zu Stande. Es ist zu hinterfragen, wieso Saleh nicht mehr Blitzes callte, vor allem aufgrund der Tatsache, dass der fragile Manning mit Druck innerhalb der Pocket nicht (mehr) umgehen kann. Doch die 49ers gaben Manning die Zeit, die er benötigt, um seine Qualitäten auszuspielen. So erzielte Manning am Ende drei Touchdowns und wanderte vermutlich ohne Schmerzen ins Bett, da die 49ers ihn nur seltenst überhaupt hitten konnten. Zudem geht es auf Salehs Konto, dass die Defensive Backs der 49ers zwar sehr viele Pass Interference Strafen kassieren, dafür aber keine Interceptions fangen. Seit Beginn der letzten Saison fällt auf, dass die Spieler ihre Köpfe nicht drehen, wenn der Ball in ihre Richtung kommt. Für die Referees ist dies oft ein gefundenes Fressen, um eine Flagge zu werfen. Zudem nehmen sich die DBs somit die Chance auf Interceptions, da sie nur den Receiver verteidigen, und nicht den Ball im Auge haben. Die Statistik spricht für sich: Den 49ers gelangen in der ganzen Saison erst zwei Interceptions, beide von einem Safety (Exum Jr. und Tartt), der seine Augen für gewöhnlich in Richtung Ball ausrichtet. Des Weiteren ist auch seine Personalpolitik zu hinterfragen. Saleh setzt oft darauf, Verwirrung bei der gegnerischen Offense zu schüren, indem er D-Liner in Coverage droppen lässt und dem gegnerischen Quarterback so trügerische „Looks“ geben möchte. Dies gelingt jedoch immer seltener, meist ist das Gegenteil der Fall: Der jeweilige Quarterback nutzt das Mismatch aus (z.B. Marsh vs. Barkley) und die 49ers geben viele Yards ab. Solomon Thomas wird weiterhin nahezu ausschließlich als Edge-Rusher eingesetzt, obwohl mittlerweile auch die Statistiken zeigen, dass dieses Experiment gescheitert ist und seine Stärken eindeutig als Interior Line besser zur Geltung kommen. Saleh wird nicht entlassen werden, dafür hat er zu wenig Qualität, mit der arbeiten kann, und zu viele Verletzte, die seiner Defense fehlen. Dennoch: Ein Aufwärtstrend lässt sich nicht erkennen, nachdem es in der letzten Woche danach aussah. Es ist ein Rückschlag für die 49ers Defense, die es erneut nicht geschafft hat, ein Spiel über die Ziellinie zu bringen. Auch, wenn nicht alles schlecht war (Run Defense gegen Barkley; zahlreiche Deflections der Linebacker über die Mitte), wird die Luft für Saleh langsam aber sicher immer dünner.

  • Dante Pettis

Dante Pettis beendete das Spiel mit zwölf Yards Raumgewinn und das trotz vier Catches. Dies entspricht einem Durchschnitt von drei Yards pro Catch, ein absolut enttäuschender Wert. Pettis‘ Körpersprache allein zeigt, dass er für das NFL-Level noch nicht gemacht ist. Er wirkt soft, zögerlich und sogar ängstlich, wenn er das Feld betritt. Er hält zwar die Bälle fest, erkämpft sich aber nahezu keine Yards nach dem Catch, im Gegenteil: Er versucht seine Gegner zu umlaufen, scheitert hierbei, und verliert sogar bereits gewonnene Yards. Goodwin fiel kurzzeitig aus, sodass Pettis mehr Snaps bekam, als es zunächst angedacht war. Doch auch aus dieser Möglichkeit konnte Pettis kein Kapital schlagen. Seine Punt-Returns spiegelten seine Körpersprache wieder: Zögerlich, abwartend – und am Ende nur wenig Ertrag. Pettis ist – Stand jetzt – keinen 2. Runden-Pick wert gewesen. In seiner aktuellen Verfassung könnte man sogar so weit gehen, und ihm die Attitüde für die NFL absprechen, doch dafür hat er bislang zu wenig auf dem Feld gestanden. Hoffen wir, dass Pettis, der ohne Zweifel über sehr viel Potential verfügt, dies alsbald auf dem Feld abrufen kann.

WEITERHIN STARTER
  • Nick Mullens

Nach seinem furiosen Start in die NFL-Karriere ist Nick Mullens vorerst auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Er beendete das Spiel mit 250 Passing-Yards und brachte 27 von 39 Pässen an den Mann. Er erzielte einen Touchdown (auf Matt Breida), jedoch unterliefen ihm zwei Interceptions, Turnover, aus denen die Giants Kapital schlagen konnten. Die erste Interception resultierte aus einem Wurf, den Mullens zu spät abfeuerte, sodass der Ball getippt und intercepted wurde. Die Giants erhielten den Ball innerhalb der 10-Yard-Linie der 49ers und erzielten die 7:3-Führung. Im 4. Quarter kam dann die zweite Interception zu Stande, der zuvor wegen einer Kopfverletzung angeschlagene Marquise Goodwin war sich mit Mullens uneins, der wohl nicht davon ausging, dass Goodwin, der bereits zum Stehen gekommen war, seine Route fortsetzt, sodass der Wurf leicht in den Rücken Goodwins gelangte, Goodwin den Pass droppte und der Ball durch die Luft flug – Interception Nr. 2. Hier ist die Schuld eher bei Goodwin zu sehen, der trotz des nicht perfekt platzierten Passes den Ball hätte festhalten müssen. Insgesamt ist Mullens‘ Qualität, den Blitz wahrzunehmen und darauf zu reagieren, hervorzuheben. In zwei Spielen wurde er nicht ein einziges Mal gesackt, daran hat er selbst einen großen Anteil. Über die Mitte und bei 3. Downs gelangen Mullens zahlreiche Conversions, die die Drives der 49ers am Leben erhielten. Neben seinem Lieblingstarget George Kittle band er auch die WR Marquise Goodwin und Kendrick Bourne gut mit ein. Er wirkte „sharpe“ und präzise in wichtigen Situationen, weshalb er wohl auch nach der Bye-Week weiterhin starten wird. Dennoch: Mullens zögerte auch oftmals etwas zu lange und verpasste den richtigen Moment des Abspiels, sodass die Würfe in einer Interception endeten oder er nur noch auf seinen Checkdown-Receiver werfen konnte, was keinen Raumgewinn für die 49ers brachte. Von einem 3. Stringer sind natürlich keine Wunderdinge zu erwarten, doch in diesen Bereichen hat Mullens noch Verbesserungsbedarf.

Beat the Bucs!

Written by Lars Riedenklau

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.