Review Week 15: San Francisco 49ers vs. Atlanta Falcons

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Review Week 15: San Francisco 49ers vs. Atlanta Falcons

Posted By Lars Riedenklau

Die letzten Spiele haben Spuren hinterlassen: Die 49ers unterliegen den Atlanta Falcons in letzter Sekunde und verlieren erneut die Führung in der NFC West. Unsere Review:

Passing Offense

…oder hätte ich lieber schreiben sollen „George Kittle“? Nach der Wahnsinnsvorstellung von Garoppolo & Co. im Mercedes Benz-Superdome schien der Pass-Offense der 49ers etwas Benzin im Tank gefehlt zu haben.

Quarterback Jimmy Garoppolo erwischte einen gebrauchten Tag, kam bei 34 Passversuchen nur auf 200 Yards und hatte immer wieder Wackler in puncto Accuracy. Doch auch seine Anspielstationen halfen ihm nicht aus, u.a. droppten Deebo Samuel und Kendrick Bourne Pässe in wichtigen Momenten. Man muss hoffen, dass das Spiel als klassisches „Off-Game“ verbucht werden kann und die Offense schnellstens zu alter Stärke zurückfindet.

Der einzige Lichtblick war am vergangenen Sonntag TE George Kittle, der einmal mehr seine Rolle als bester Tight End der Liga unter Beweis stellte. Ganze 17 Mal suchte Garoppolo die Nummer 85 der 49ers auf, 13 Mal konnte Kittle den Ball sichern und erzielte dabei 134 Yards Raumgewinn.

In entscheidenen Situationen war auf Kittle mehrfach Verlass. Es schien beinahe so, als würde Garoppolo nur Augen für seinen Tight End zu haben. Bezeichnend: Alle (!) anderen Receiver der Receiver der 49ers kamen insgesamt auf neun Receptions und nur 67 weitere Yards…

Der einzige Touchdown-Pass gelang den 49ers nach einem Turnover, als FB Kyle Juszczyk per Play-Action Pass an der 1-Yard-Linie in Szene gesetzt wurde. Gegen die ersatzgeschwächte Falcons-Offense war von der 49ers Offense im Vorfeld mehr erwartet worden. Doch vor allem die Offensive Line hatte große Probleme gegen Pro Bowl-DT Grady Jarrett, der Laken Tomlinson und Mike Person das ein oder andere Mal alt aussehen ließ.

NOTE: 4

Rushing Offense

Auch das Laufspiel der 49ers wollte nicht so funktionieren, wie noch in den ersten Woche der Saison. Erneut war es Raheem Mostert, der die meisten Yards am Boden generierte (14 Läufe für 54 Yards) und einen Touchdown erzielte.

Tevin Coleman bekam nur vier Mal den Ball, brach jedoch einmal frei durch und erzielte einen 37-Yards Raumgewinn. Insgesamt wirkt er jedoch weiterhin fremd in der ihm eigentlich bekannten Shanahan-Offense. Er ist derzeit hinter Matt Breida und Raheem Mostert nur noch der drittstärkste Runningback auf dem Roster der Niners – ob dies auch Kyle Shanahan bald einsieht?

Interessant anzusehen war jedoch, wie Shanahan versuchte, die Carries zu verteilen und die Falcons so auf dem falschen Fuß zu erwischen. Mit Garoppolo liefen insgesamt sechs (!) verschiedene Spieler den Ball, der Ertrag war jedoch nicht so groß wie erhofft. Am Boden erzielten die 49ers nur 120 Yards, im Durchschnitt 4,4 Yards.

Auch Matt Breida erhielt wie Tevin Coleman nur vier Mal die Möglichkeit, den Ball zu laufen. Und doch wurde einer dieser Carries am Ende mitentscheidend für die Niederlage. Als sich die 49ers beim Stand von 13:10 im dritten Quarter bereits in der gegnerischen Hälfte befanden, unterlief diesem ein Fumble, den die Falcons eroberten. Die 49ers verpassten die Chance, den Falcons davonzuziehen. Das Spiel blieb bis zum Ende eng – der Ausgang ist bekannt.

NOTE: 4+

Passing Defense

Ich tue mich enorm schwer, die Leistung der Passing Defense der 49ers korrekt einzuordnen. Bei der Bewertung darf nicht vergessen werden, dass den 49ers mit Richard Sherman, K’Waun Williams und Jaquiski Tartt nahezu die gesamte Starting Secondary gefehlt hat.

Auf der anderen Seite haben die Atlanta Falcons mit Julio Jones genau ein gefährliches Target benötigt, um diese Schwachstelle ausnutzen zu können. Robert Saleh muss sich eventuell vorwerfen lassen, in den entscheidenden Momenten vor allem gegen Ende des Spiels nicht häufig genug geblitzt zu haben. Andererseits kann man ihm diesbezüglich zu Gute halten, dass er versuchen musste, Jones mit Mann und Maus zu verteidigen.

Denn dieser machte mit der jungen 49ers-Defense was er wollte: 20 Mal (!) warf QB Matt Ryan in die Richtung seines Star-Wideouts, 13 Mal fing er den Ball und erzielte dabei 134 Yards und zwei Touchdowns. Ob DJ Reed, Ahkello Witherspoon oder Emmanuel Moseley: Am Sonntag war keiner der 49ers Defensive Backs dem Superstar gewachsen. Das Fehlen von Richard Sherman machte sich stark bemerkbar. Erfreulich: Marcell Harris meldete sich mit u.a. drei Pass-Deflections eindrucksvoll zurück, nachdem er gegen die Saints des Öfteren erfolgreich attackiert wurde.

Und auch die Defensive Line der 49ers agierte lange nicht so dominant, wie noch in den ersten Wochen der Regular Season gewohnt. Zwar gewannen Armstead, Bosa und Buckner immer wieder ihre Eins gegen Eins-Matchups, Ryan wurde den Ball jedoch meist sehr schnell los und eliminierte so die gefährlichen Pass-Rusher der Niners. Ryan bewegte sich gut in der Pocket, Nick Bosa und Sheldon Day gelangen die beiden Sacks der 49ers.

Bedenklich: Aufgrund der Verletzungen von den primären Backups Ronald Blair und Jullian Taylor und Starting NT D.J. Jones hat die Tiefe auf der Position stark gelitten. Bosa, Buckner und Armstead stehen deutlich öfter auf dem Platz als noch zu Beginn der Saison. Dies macht sich dahingehend bemerkbar, dass es den 49ers in den letzten Wochen auf der defensiven Seite des Balls nicht gelang, Spiele zu beenden. Auch am vergangenen Sonntag nicht, als Julio Jones mit auslaufender Uhr haarscharf die Endzone überquerte und den 49ers Saisonniederlage Nr. 3 zufügte.

Nun jedoch die Schuld auf die Defense zu schieben, erscheint ebenfalls falsch. Sie hielt die Falcons-Offense bei 23 Punkten – am Ende hatte die Offense genug Möglichkeiten, das Spiel gegen eine unterdurchschnittliche Defense zu entscheiden.

Gegen die Rams dürfen sich 49ers-Fans zumindest auf die Rückkehr von Sherman und Williams freuen, was der Defense insgesamt doch einen kleinen Schub verleihen sollte.

NOTE: 3-

Rushing Defense

Über die Lauf-Defensive der 49ers müssen gar nicht allzu viele Worte verloren werden. Die Falcons merkten früh, dass die Niners den Lauf gut in den Griff bekamen und legten ihr Augenmerk mehr und mehr aufs Passspiel. 20 Laufversuchen für 89 Yards standen letztendlich 39 Passversuche für 210 Yards gegenüber.

Die Linebacker der 49ers machten hierbei einen soliden Eindruck. Fred Warner und Dre Greenlaw zeigten sich erneut sicher im Tackling, man darf hoffen, dass die Vorstellung gegen die Saints als Ausrutscher verbucht werden kann.

NOTE: 2

Special Teams

Lässt man das letzte Play des Spiels außer Betracht, lag es nicht an den Special Teams, dass die 49ers sich letztendlich geschlagen geben mussten. Robbie Gould versenkte drei Field Goals, verschoss jedoch einen Extrapunkt. Dieser wurde – zu seinem Glück – letztendlich nicht mehr relevant, denn die Falcons hätten am Ende des Spiels ohnehin mit einem Touchdown plus Extrapunkt gewonnen.

Mitch Wishnowsky war vier Mal gefragt, zwei Mal konnte er den Ball innerhalb der 20 Yard-Linie platzieren. Bei einem dieser beiden Punts verfehlte Raheem Mostert zwar den Returner Kenjon Barner, Ross Dwelley war jedoch zur Stelle und beförderte diesem den Ball aus der Hand. Kyle Juszczyk nahm den freien Ball auf und trug ihn bis kurz vor die Endzone Atlantas, es folgte der Touchdown von eben jenem Kyle Juszczyk.

Viel mehr kann von den eigenen Special Teams kaum verlangt werden. Lange Zeit sah es so aus, als würde dieses Big Play das Spiel zugunsten der 49ers entscheiden, doch es kam anders. Aufgrund der kleinen Fehler am Ende und beim Extrapunkt reicht es dennoch nicht zur Bestnote.

NOTE: 2+

Coaching

Es schien, als sei auch HC Kyle Shanahan nach der letztwöchigen Meisterleistung etwas die Kreativität abhanden gekommen zu sein. Viele Würfe seines Quarterbacks gingen in Richtung George Kittle, was jedoch nicht heißt, dass auch die Play-Designs einzig und allein auf diesen ausgelegt waren. Ob Shanahan wirklich zu häufig versuchte, Kittle ins Spiel zu bringen und daher andere Optionen außer Acht ließ, lässt sich von außen nur ganz schwer bewerten. Eins ist klar: Die Ausführung war alles andere als perfekt.

Tatsächlich kritisieren kann man hingegen Shanahans Entscheidung, anstatt kurz vor Ende der Partie beim 4. Versuch für ein Yard zu gehen, das Field-Goal schießen zu lassen, woraufhin die 49ers mit fünf Punkten in Führung lagen. Im Nachhinein ist man bekanntlich immer schlauer, aber ich hätte mir gewünscht, dass er riskiert, die Partie durch Ausspielen des 4. Versuchs zu beenden. Doch Shanahan schickte Gould aufs Feld und vertraute seiner Defense, keinen weiteren Touchdown zuzulassen.

Eine folgenschwere Entscheidung, wie sich herausstellte, denn seine müde Defense ließ sich von Ryan und der Falcons-Offense in Windeseile über das Feld jagen. Letztendlich hatten die Falcons zahlreiche Versuche innerhalb der 49ers 10 Yard-Linie. Es war (leider) nur eine Frage der Zeit, bis der Touchdown fallen würde. Und so kam es bekanntlich auch…

Nachdem Shanahan gegen die Seahawks noch aggressiv war und versuchte, mit drei Pässen trotz fehlender Timeout des Gegners das Spiel zu gewinnen, agierte er hier meines Erachtens zu passiv. Dies lässt sich von außen und im Nachhinein immer einfach behaupten, jedoch fehlt mir hier die klare Linie des Headcoaches. Wenn er wirklich spielt, um zu gewinnen, hätte er den Versuch ausspielen müssen.

Robert Saleh war am vergangenen Sonntag nicht zu beneiden. Es war bereits im Vorfeld klar, dass die vielen Ausfälle in seiner Defense schwer zu kompensieren sein werden. Ganz egal, was er versuchte, um Atlantas One-Man-Show Julio Jones unter Kontrolle zu bringen, es wollte nicht gelingen. Jeder 49ers Defensive Back durfte sich gegen Jones versuchen – doch alle scheiterten. Und auch die Doppel-Coverage führte zu keinem Erfolg, zu spät reagierten die Safetys in den entscheidenden Situationen.

Alles in allem bleibt eine vermeidbare Niederlage, die die 49ers nichtsdestotrotz verschmerzen können. Noch haben sie alles in der eigenen Hand. Dass sie nun in einem „Trap Game“ den Atlanta Falcons zum Opfer fielen, die auch die New Orleans Saints besiegten, ist kein Beinbruch. Es half kein Reden, es half keine Warnung: Mental waren die 49ers nicht zu 100% auf dem Platz. Es ist an Shanahan und Saleh, dies für die kommenden Wochen wieder geradezubiegen.

NOTE: 4

Autor: Lars Riedenklau

Beat the Rams!

Written by Lars Riedenklau

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