Review Week 16: San Francisco 49ers vs. Chicago Bears

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Review Week 16: San Francisco 49ers vs. Chicago Bears

Posted By Lars Riedenklau

In einem engen Spiel unterlagen die San Francisco 49ers den bereits in die Playoffs eingezogenen Chicago Bears mit 9:14. Hier unsere Gewinner und Verlierer der Partie:

WINNER

Elijah Lee

Nach der Entlassung von Reuben Foster entwickelt sich neben Rookie Fred Warner ein weiterer junger Spieler sehr vielversprechend: Elijah Lee. Der 22-Jährige, der im 2017er Draft in der 7. Runde von den Minnesota Vikings ausgewählt wurde und damals von der Practice Squad der Vikings zu den 49ers kam, sah in den letzten Wochen immer mehr Spielzeit und nutzte diese, um Werbung für sich selbst zu machen.

Nachdem er gegen die Seahawks zehn Tackles verbuchte, waren es gegen die Bears sogar elf. Er überzeugt durch solide Tackles und wenig Fehler, durch seine Geschwindigkeit kann er es sowohl mit Runningbacks, als auch mit schnelleren Tight Ends aufnehmen. Lees Performance in den letzten Wochen wird ihm für die Zukunft mit Sicherheit weiterhelfen, da er in seiner jetzigen Form durchaus ein Kandidat für den Starting-Spot in der nächsten Saison ist, was den Posten des Weakside-Linebackers angeht.

Solomon Thomas

Seit einigen Spielen lässt Defensive Coordinator Robert Saleh den letztjährigen First Round Pick der 49ers auf seiner Stammposition ran, im Inneren der Defensive Line. Im Base-Set stellt sich Thomas weiterhin von der Edge aus auf, um gegen den Run seine Stärken als Edge-Setter auszuspielen.

In den Nickel- und Dimesets wird Thomas jedoch immer mehr als Defensive Tackle neben DeForest Buckner aufgestellt, und hier liegen eindeutig seine Stärken als Pass-Rusher. Während er von außen zu wenig Geschwindigkeit hat, um es mit athletischen Tackles aufzunehmen, ist er durch seinen etwas niedrigeren Körperschwerpunkt und seine Explosivität für die Guards schwer zu verteidigen, vor denen er meist frontal steht.

Mit einer Note von 76.4 war Thomas laut PFF im Spiel gegen die Bears der beste 49ers Defender, bereits gegen die Seahawks erzielte er eine Note knapp unterhalb der 80. In den letzten zwei Wochen ist Thomas somit laut PFF unter den Top-15 der Edge Defender (von 103). Gegen die Bears gelangen ihm zwei Quarterback Pressures und vier Tackles.

Die Entwicklung, die Thomas aktuell durchläuft, ist sehr erfreulich. Das Experiment, Thomas als Edge Rusher auch in Pass-Situationen einzusetzen, ist zwar gescheitert, jedoch haben die 49ers einen guten bis sehr guten Inside-Rusher hinzugewonnen. Man darf nicht vergessen: Thomas ist erst 23 – es ist davon auszugehen, dass er sich weiterhin stetig verbessert.

Laken Tomlinson

Gegen den starken Pass Rush der Chicago Bears hielt allen voran die linke Seite der 49ers Offensive Line ihre Stellung. Während Mike McGlinchey an der Seite von Mike Person sichtliche Probleme gegen die Superstars der Bears, Khalil Mack und Akiem Hicks hatte, überzeugte Tomlinson neben Joe Staley an diesem Wochenende vollends.

In 40 Pass Blocking Snaps ließ Tomlinson nur einen Quarterback Pressure zu, er beendete das Spiel laut PFF mit einer Pass Blocking Grade von 83.1. Khalil Mack besiegte zwar McGlinchey einige Male, ein Sack gelang ihm jedoch nicht.

Insgesamt stand Mullens des Öfteren unter Druck, aber das war gegen die starke Front Seven der Bears nicht auszudenken. Auch, wenn die Offensive Line der 49ers in den letzten Wochen etwas schwächelt, sollte man die eingespielte Unit nicht abschreiben. Alle fünf derzeitigen Starter haben definitiv den Anspruch angemeldet, auch im nächsten Jahr starten zu dürfen.

Das gilt auch und besonders für Laken Tomlinson, dem die 49ers vor der Saison eine Vertragsverlängerung aushändigten. In der Offseason täte zwar etwas Competition dem 26-Jährigen gut, dennoch ist es Tomlinson, der als Favorit auf den Starting-Spot auf der Position des Left Guards in die neue Saison gehen wird. Stellt er seine Penalty-Anfälligkeit ab, kann er ein solider Guard in der NFL werden.

K’Waun Williams

Nach den Aufsehen erregenden Vorstellungen von CB D.J. Reed in den letzten Partien, kehrte K’Waun Williams zurück in die Start-Formation der 49ers und hielt den Spot des Nickelbacks inne.

Als hätten ihn die Leistungen Reeds angespornt, spielte Williams bis ins dritte Quarter hinein eine hervorragende Partie. Ihm gelangen mehrere sehenswerte Open Field Tackles, auch in Coverage zeigte sich Williams verbessert im Vergleich zu seinen letzten Spielen.

Auch, wenn ihm der Fumble nicht gutgeschrieben wurde, war es Williams, der maßgeblich dafür verantwortlich war, dass die 49ers nach sechs Spielen ohne Turnover (!) endlich wieder einen Ballgewinn feiern konnten. Er las die Shovel Option der Bears richtig und sorgte dafür, dass Trubiskys Pitch auf Tarik Cohen für diesen nicht zu verarbeiten war, DeForest Buckner gelang es dann, den Ball aufzunehmen und der Offense zu übergeben.

Außerdem hätte er die erste Interception eines 49ers Cornerbacks verbuchen können, als er einen Pass von Trubisky in die Endzone abfing. Die Interception wurde jedoch durch einen Holding Call gegen den am Sonntag etwas schwächelnden Fred Warner negiert.

In der Offseason erwartet uns ein spannendes Duell um die Position des Slot-Cornerbacks zwischen K’Waun Williams und D.J. Reed!

LOSER

Nick Mullens

Quarterback Nick Mullens lieferte erneut keine schlechte Partie ab, letztendlich war er jedoch der größte Verlierer am Ende des Spiels. Nachdem die Bears das Spiel durch einen First Down durch WR Allen Robinson scheinbar gesichert hatten, erhielt Mullens durch einen Forced Fumble von CB Tarvarius Moore doch noch einmal die Chance, das Spiel mit einem Touchdown für die 49ers zu entscheiden.

Mit etwa anderthalb Minuten auf der Uhr befanden sich die 49ers bereits in der Hälfte der Bears, einige effiziente Plays, inklusive eines Big Plays von WR Kendrick Bourne, brachten die 49ers also in die Situation, das Spiel doch noch gewinnen zu können.

Bei einem kurzen 4. Versuch beging Mullens jedoch einen folgenschweren Fehler, als er problemlos für einen neuen First Down hätte laufen können – er entschied sich jedoch für einen tiefen Wurf in Richtung Endzone auf WR Marquise Goodwin. Der Ball landete out of bounds, das Spiel war beendet. Mullens musste sich viele Vorwürfe gefallen lassen, nicht für den First Down gelaufen zu sein, und das zurecht.

Man muss hoffen, dass er aus diesem Fehler lernt und es beim nächsten Mal besser machen wird. So, wie wir Mullens kennengelernt haben, scheint er jedoch sehr kritik- und lernfähig zu sein, weshalb man sich deshalb wenig Sorgen machen sollte. Dennoch: Dieses Spiel hat am Ende Mullens alleine verloren, bzw. seinem Team die Chance auf den Sieg genommen.

Redzone-Offense

Ein weiteres Manko im Spiel der 49ers war die Redzone-Offense, die bereits im Verlauf der ganzen Saison nicht wirklich effizient war. Gegen die Bears setzte sich dies fort: In drei Redzone-Trips brachten die 49ers nur drei Field Goals zu Stande. Eine enttäuschende Bilanz, die letztendlich auch mit dafür verantwortlich gewesen ist, dass man das Spiel verloren hat.

George Kittle ließ in der Endzone einen Pass von Mullens fallen, ansonsten war das Playcalling von Kyle Shanahan in der Redzone erneut recht konservativ. Es wird hierdurch jedoch immer mehr deutlich, dass es für die gegnerischen Teams relativ einfach ist, die 49ers aus ihrer Endzone zu halten, sobald sie erst einmal kurz davor sind.

Das liegt daran, dass den 49ers in der Redzone die individuelle Klasse fehlt, um die essentiell wichtigen One-on-One Matchups für sich zu entscheiden. Hier muss in der Offseason nachgebessert werden, am besten durch einen großen Receiver, der als Target dienen kann. Derzeit ist George Kittle die einzige Waffe der 49ers, dementsprechend wird er in der Redzone auch verteidigt. Werden die 49ers unausrechenbarer in ihrem Redzone Playcalling, wird es für Shanahan auch einfacher, Touchdowns aufs Board zu bringen.

Derzeit kaschiert sein geniales Playcalling jedoch nicht das Fehlen der individuellen Klasse im Roster der 49ers.

First Down-Defense

Obwohl die Defense der San Francisco 49ers zwei Turnover produzierte und insgesamt ein solides Spiel ablieferte, machte man es den Chicago Bears insgesamt zu einfach, das Spiel unter Kontrolle zu halten und den Ballbesitz nicht abzugeben.

Mitchell Trubisky brachte 25 von 29 Pässen an den Mann, das ist zu viel, um tatsächlich von einem guten Spiel der Defense zu sprechen. Die Completions kamen hauptsächlich durch kurze Pässe durch die Mitte zu Stande, mit denen die Bears immer wieder ausreichend Raumgewinn generierten, sodass es für sie ein Leichtes war, First Down für First Down zu erzielen.

Vor allem bei neuen First Down Situationen gelang es Trubisky spielend, seine Targets in der Mitte des Spielfeldes zu treffen. Hier hätte Defensive Coordinator Robert Saleh früher gegensteuern müssen, zu oft hatten die Bears 2. und 3. Down Situationen, in denen sie nur wenige Yards gut machen mussten. Dies führte dazu, dass die Bears immer länger in Ballbesitz blieben, die 49ers Offense vom Feld halten konnten und die Defense San Franciscos müde wurde.

Man kann Saleh zwar zu Gute halten, seine Defense habe nur wenige Big Plays zugelassen, jedoch mussten die Bears dieses Risiko auch nicht eingehen, da das kurze Spiel bis zum Ende der Partie effektiv gewesen ist. Die Frage ist, ob Saleh es nicht verteidigen konnte, oder ob er das Problem nicht ausreichend identifiziert hatte. Beide Szenarios wären nicht ideal – er hat noch eine Chance, sich zu rehabilitieren: Gegen eine der besten Offensiven der Liga, die Los Angeles Rams.

Beat the Rams!

Written by Lars Riedenklau

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