Review Week 2: Cincinnati Bengals vs. San Francisco 49ers

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Review Week 2: Cincinnati Bengals vs. San Francisco 49ers

Posted By Lars Riedenklau

Das war Balsam für die Seele! Die 49ers überrollen die Cincinnati Bengals mit 41:17 und starten erstmals seit 2012 mit zwei Siegen in die Saison. Ein überzeugender Auftritt, hier sind unsere Gewinner und Verlierer:

Den 49ers gelang ein rundum gelungener Auftritt, man erzielte insgesamt 572 (!) Yards und ließ den Bengals nicht den Hauch einer Chance. Nachdem man in der letzten Saison kein einziges Auswärtsspiel gewinnen konnte, stehen nun bereits zwei Siege vor fremden Publikum zu Buche.

WINNER

Jimmy Garoppolo

Noch in der letzten Woche schien es, als brauche Jimmy Garoppolo noch etwas Anlaufzeit, um zurück zu seiner alten Form zu finden. Doch am gestrigen Nachmittag ließ er seine Kritiker fürs Erste verstummen, er beendete das Spiel mit drei Touchdowns, einer Interception und 297 erzielten Yards.

Garoppolo tat das, was man vor der Saison von ihm erwartet hatte: Er nutzte Shanahans Play Calling zu seinen Gunsten, denn eben jener Shananhan erlebte in Cincinnati einen seiner besten Tage als Headcoach der 49ers. Von Beginn des Spiels an hielt seine Offense das Geschehen in der Hand, mit innovativen Play Calls und variablem Passspiel sorgte Shanahan dafür, dass sich Garoppolo sichtlich wohler fühlte als noch vor einer Woche.

Er vervollständigte den Großteil seiner Pässe und wirkte akkurater als in der Vorwoche. Viele tiefe Würfe gab es dennoch nicht zu sehen, dies war jedoch auch gar nicht nötig, hatten die 49ers ohnehin von Beginn an die Oberhand.

Sein schlechtester Wurf des Tages resultierte zwangsläufig in einer Interception, als er Richie James mit einem langen Ball suchte, jedoch Cornerback William Jackson übersah, der den Ball problemlos abfing. Doch auch dieser Fehler wurde nicht bestraft: Die Defense der 49ers drängte Dalton und die Offense zurück, Kicker Randy Bullock vergab anschließend den Field Goal Versuch.

Runningbacks

Insgesamt erliefen die 49ers im gestrigen Spiel sagenhafte 259 Yards, während man die Bengals bei mickrigen 25 Yards halten konnte. Diese Zahlen sind eine Hommage an ein hervorragendes Zusammenspiel der Offensive Line der 49ers, die auch im Pass-Blocking (kein Sack zugelassen) überzeugen konnte.

Matt Breida knackte die 100 Yards-Marke, er erlief im Durchschnitt mehr als zehn Yards pro Run. Raheem Mostert unterstrich erneut, wieso er auch als Runningback in die NFL gehört und erzielte einen Receiving-Touchdown nach einem Screen, zudem generierte er 83 Yards am Boden. Zu guter Letzt erzielte der erst am Tag vor dem Spiel ins Roster beförderte Jeff Wilson Jr. die ersten zwei Touchdowns seiner Karriere.

Alles in allem also ein rundum gelungener Tag für die Rushing Offense der 49ers, die die Ausfälle von Jerick McKinnon und Tevin Coleman zumindest vorerst in Vergessenheit geraten lässt.

Kwon Alexander

In der letzten Woche konnte Alexander nur ein Viertel lang andeuten, welche Energie er der 49ers Defense in dieser Saison geben kann. Gegen die Bengals meldete er sich in beeindruckender Art und Weise zurück. Alexander war überall auf dem Platz zu finden und war ab der ersten Sekunde der „emotional leader“ in der Defense von Robert Saleh.

Alexander spielte tadellos, beendete das Spiel mit sechs Tackles, drei Pass-Deflections und einer Interception. Man sah ihm die Freude am Spiel an, er legt eine gesunde Härte an den Tag und ist bereits jetzt ein Zugewinn für Robert Salehs Defense.

Er scheint seinen Kreuzbandriss gut verdaut zu haben, Alexander ist bereits jetzt nicht mehr aus dem Team wegzudenken. Neben Fred Warner haben die Niners somit einen zweiten zuverlässigen Linebacker gefunden. Man muss und darf hoffen, dass die beiden uns noch eine lange Zeit begleiten und bespaßen werden.

Deebo Samuel

Gegen Tampa Bay erwischte Samuel nicht seinen besten Tag, doch nun scheint der Zweitrunden-Pick in der NFL angekommen zu sein. Die 49ers versuchen immer mehr, Samuel mit dem Ball zu füttern – denn hat er den Ball erst in der Hand, wird es brandgefährlich.

Shanahan versuchte zunächst, Samuel den Ball über End-Arounds und Screens zu verschaffen. Im weiteren Verlauf des Spiels suchte Garoppolo Samuel auch des Öfteren im zweiten Level, trotz eines vermeidbaren Drops war Samuel eine sichere Anspielstation. Er beendete das Spiel mit fünf Catches für 87 Yards.

Das Highlight für Rookie Samuel war jedoch sein erster Touchdown im Dress der 49ers. Im Rahmen eines Pick-Plays stahl sich Samuel im hinteren Bereich der Endzone frei, Garoppolo hatte leichtes Spiel und vollendete aus fünf Yards.

Defensive Line

Obwohl Nick Bosa nur sporadisch eingesetzt wurde und Dee Ford verletzungsbedingt nur eine Halbzeit spielte, überzeugte die D-Line der 49ers. Gegen den Run ließ man nur 25 (!) Yards zu, QB Andy Dalton wurde vier Mal zu Boden gebracht.

Positiv hervorheben ist allen voran Ronald Blair, der sowohl gegen den Run als auch den Pass mehrfach in Erscheinung treten konnte. Es ist bemerkenswert, dass Blair als einer der wenigen Überbleibsel der Trent Baalke-Ära so stark performt. Das alles, obwohl die 49ers sich in der D-Line enorm verstärkt haben. Blair gehört derzeit zu den meist unterschätzten Spielern der Liga.

Doch auch Arik Armstead, DeForest Buckner und Solomon Thomas registrierten jeweils einen Sack und trugen dazu bei, dass Andy Dalton trotz einiger sehenswerten langer Pässe einen insgesamt durchwachsenen Abend erlebte. Jullian Taylor, D.J. Jones und Sheldon Day rotierten immer wieder mit den Routiniers und hatten auch einen maßgeblichen Anteil am Erfolg.

Des Weiteren sind auch die Defensive Backs der 49ers (mit einer kleinen Ausnahme) positiv zu erwähnen. Ahkello Witherspoon gelangen erneut mehrere Pass-Breakups, Safety Tarvarius Moore gefiel gegen den Run. TE George Kittle spielte erneut groß auf, auch wenn das die Statistik nicht unbedingt hergibt. Er überzeugte primär als Run-Blocker.

LOSER

Nach einer solchen Performance ist es tatsächlich schwer, echte „Verlierer“ bei den 49ers auszumachen, daher werde ich versuchen, mich kurzzuhalten. Denn die meiste Kritik ist tatsächlich „Meckern auf hohem Niveau“…

Negativ zu erwähnen ist zunächst natürlich die unglückliche Verletzung von LT Joe Staley. Bei einem Run von Raheem Mostert verhakte er sich unglücklich mit dem Ballcarrier und zog sich (scheinbar) einen Teilriss des Wadenbeins zu. Es wird gemutmaßt, dass er bis zu acht Wochen ausfallen wird. Ein harter Schlag für die 49ers, die ihren Franchise Left Tackle, um den Shanahans Blocking-Scheme aufgebaut ist, für eine lange Zeit ersetzen müssen.

Wer dies tun wird, scheint noch nicht sicher zu sein. Shanahan unterstrich auf der Pressekonferenz nach dem Spiel, dass McGlinchey nicht auf die rechte Seite wechseln werde. Ob Rookie Tackle Justin Skule bereits in der Lage ist, die Rolle des Left Tackles zu übernehmen, erscheint fraglich. Am gestrigen Nachmittag tat er dies zwar, jedoch fiel auf, dass die 49ers nach der Verletzung Staleys nur noch liefen – und das über rechts.

Es ist also nicht ausgeschlossen, dass die 49ers noch einmal auf dem Markt tätig werden. Dieser ist jedoch spärlich besetzt, weshalb nun auch der Ausfall von Shon Coleman (Preseason vs. Dallas) umso schwerer wiegt. Man darf gespannt sein, wie die 49ers den Ausfall Staleys kompensieren werden. Eines ist klar: Die linke Seite der Offensive Line wird eine ausgemachte Schwachstelle werden, die Kyle Shanahan versuchen muss zu kaschieren.

In der Offense erhielt WR Dante Pettis erneut nur sporadisch Spielzeit. Garoppolo warf keinen Ball in seine Richtung, meist betrat er nur für das Laufen von Motions das Feld. Er vervollständigte jedoch einen Pass im Rahmen eines Trick-Plays zu Raheem Mostert. Pettis hat nun mehr Pass- als Receiving-Yards in dieser Saison…

Wenn man in der Defense einen Verlierer suchen möchte, könnte dies CB K’Waun Williams sein. Der sonst so beständige Nickelback der 49ers erlebte nicht seinen besten Tag, beim ersten Touchdown-Drive der Bengals schien es, als hätten die Bengals ihn als Schwachstelle in der Defense ausgemacht. Zunächst ließ er einen tiefen Pass auf John Ross zu, dann einen First Down bei 3&7 und zu guter letzt den TD-Pass zu Tyler Eifert. Man stelle sich vor, die 49ers hätten einen Spieler wie Minkah Fitzpatrick in der Hinterhand…

Leichten Grund zur Sorge bereitet die Verletzung von Dee Ford, der erneut mit Knieproblemen vom Feld musste.

Beat the Steelers!

Autor: Lars Riedenklau

Written by Lars Riedenklau

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