Review Week 5: San Francisco 49ers vs. Cleveland Browns

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Review Week 5: San Francisco 49ers vs. Cleveland Browns

Posted By Lars Riedenklau

Langsam wird es unheimlich: Die San Francisco 49ers besiegen auch die Cleveland Browns in beeindruckender Manier. Hier sind unsere Gewinner (und Verlierer) des Spiels.

WINNER

Nick Bosa

Der zweite Pick des NFL Drafts 2019 hat am vergangenen Montag der ganzen Welt gezeigt, dass die 49ers mit ihrer Entscheidung im April alles richtig gemacht haben. Bosa spielte aggressiv und war nahezu bei jedem Snap im Backfield der Browns zu finden.

Es sah fast danach aus, als sei er besessen von der Vorstellung, seinen College-Rivalen Baker Mayfield so oft zu Boden zu bringen, wie nur möglich. Er machte das beste Spiel seiner noch jungen Karriere und legte irre Statistiken auf: zwei Sacks, ein erzwungener Fumble, ein aufgenommener Fumble. Hinzu kamen mehrere Tackles for loss und Quarterback Hits gegen Mayfield.

Der Pass-Rush der 49ers tut momentan genau das, wovon man vor der Saison noch geträumt hat. Die gegnerischen Quarterbacks stehen permanent unter Druck und begehen dadurch viele einfache Fehler, wovon der Rest der Defense profitiert. Die Nutznießer hießen in diesem Spiel Richard Sherman und K’Waun Williams, die jeweils ihre 2. Interception der Saison fingen.

Nach dem Spiel gab der sonst so gelassen wirkende Bosa zu, dass er sich auch während des Spiels nicht zurückhalten konnte, Mayfield einige Sprüche mit auf den Weg zu geben. Belohnt wurde Bosa mit einer PFF-Grade jenseits der 90, zudem wurde er ins PFF-Team der Woche nominiert und von der NFL als „NFC Defensive Player of the Week“ ausgezeichnet.

Matt Breida und Tevin Coleman

Adrian Franke nannte das Kind bei Twitter unter der Woche beim Namen: Die 49ers haben das am besten designte Running-Game der gesamten NFL. Das ist allen voran eine Hommage an Mike McDaniel, den Running Game Coordinator im Staff von Kyle Shanahan. Die größten Profiteure von diesem Scheme sind selbstverständlich die Running Backs der 49ers, am Montag waren dies allen voran Matt Breida und der wiedergenesene Tevin Coleman.

Das Outside Zone Scheme, für das Kyle Shanahan seit jeher bekannt ist, hat der junge Headcoach der 49ers bislang nahezu perfekt in die Köpfe der Spieler, die das System umsetzen müssen, implementiert. Von der Offensive Line, über den Fullback, bis hin zu den Ballträgern wirken die 49ers mit ihren Runs fast nicht zu stoppen.

Auch die Browns bekamen dies zu spüren, bereits das 1. Play (!) der Offense mündete in einem 83-Yards Touchdown Run von Matt Breida. Der pfeilschnelle Running Back der Niners erzielte den längsten Touchdown seiner noch jungen Karriere und erreichte dabei ca. 36 km/h – absurd.

Neuzugang Tevin Coleman fügte sich nahtlos ein und hatte mehrere Läufe, die zu einem neuen First Down führten. Er krönte seine gute Leistung – auch im Pass-Blocking – mit einem Touchdown-Run kurz vor der Halbzeit. Er sorgte hiermit bereits für eine kleine Vorentscheidung, die 49ers gingen dank Coleman mit einer 21:3-Führung in die Halbzeit. Zuvor wurden die 49ers für einen riskanten Call von Shanahan bei 4&1 belohnt, den ebenfalls Coleman zu einem neuen First Down umwandelte.

Doch die beiden Running Backs stehen hier auch stellvertretend für die bislang so gut wie fehlerfrei agierende Offensive Line der 49ers. Trotz des Ausfalls von Joe Staley schafft es Kyle Shanahan mit seiner O-Line, Lücken im Running-Game zu kreieren und Jimmy Garoppolo ausreichend Zeit im Passspiel zu verschaffen. PFF rankt die 49ers Offensive Line auf Platz eins bezüglich der Pass-Blocking Effizienz – bislang ließ man auch erst vier Sacks in vier Spielen zu.

Umso härter wird sich der Ausfall von FB Kyle Juszczyk bemerkbar machen, der mit einer Knieverletzung für vier bis sechs Wochen aussetzen muss. Es ist davon auszugehen, dass die 49ers entweder einen neuen Fullback unter Vertrag nehmen oder versuchen werden, mit mehr 12-Personell (ein RB, zwei TE) den Run zu etablieren.

Zudem fällt nun auch Mike McGlinchey aus, der sich einem leichten Eingriff am Knie unterziehen muss. Ihn wird aller Voraussicht nach Daniel Brunskill ersetzen, der im letzten Jahr in der AAF ansprechende Leistungen zeigte. Es wird interessant zu sehen, wie Shanahan versuchen wird, die mittlerweile doch namhaften Ausfälle zu kompensieren.

Coaches

Kyle Shanahan hat am Montag Abend auf der großen Bühne gezeigt, zu welchen Leistungen seine Teams fähig sein können, wenn ein Rad ins andere greift. Mit seiner Offense hat er Steve Wilks und die Defense der Cleveland Browns das ganze Spiel über dominiert und am Nasenring durch die Manege geführt.

In Hälfte eins ließ Shanahan seine Running Backs auf die Browns Defense los, die keine Antwort auf die agilen und schnellen Backs der 49ers fand. Nach der Pause, als sich die Browns vermeintlich vornahmen, den Run besser unter Kontrolle zu bekommen, ließ Shanahan kurz seine Muskeln spielen und callte mehr Pass-Plays für Garoppolo, der sich mit einem Touchdown auf George Kittle bedankte.

Shanahan spielte Katz und Maus mit Cleveland – obwohl er höchstwahrscheinlich noch nicht einmal tief in sein Playbook eindringen musste.

Und auch Robert Saleh ist für die Leistung seiner Defense positiv hervorzuheben. Die ganze Offseason über wurde darüber diskutiert, ob Saleh noch der richtige Defensive Coordinator für die 49ers ist – bislang gibt seine Unit die beste Antwort auf diese Frage auf dem Spielfeld.

Die Defense verfügt nun über die passenden Puzzle-Stücke und die wohl momentan beste Pass-Rush Kombo der gesamten NFL. Davon profitieren auch die Defensive Backs der 49ers sichtlich, die insgesamt fünf der bislang sieben Interceptions der Niners fangen konnten. Ein Sonderlob ist noch an Emmanuel Moseley auszusprechen, der gegen Odell Beckham Jr. seinen Mann stand und einen wichtigen Pass auf TE Ricky Seals-Jones in die Endzone unterbinden konnte.

Darüber hinaus überzeugt Saleh durch variables Play-Calling, immer wieder lässt er Linebacker durch die freiwerdenden Gaps blitzen oder gibt dem gegnerischen Quarterbacks verschiedene „Looks“, die diesen verwirren sollen. Am Montag hat genau diese Vorgehensweise hervorragend funktioniert.

LOSER

Kicking-Unit

Man darf von Glück reden, dass Kicker Robbie Gould sich sein bislang schlechtestes Spiel im Dress der 49ers für einen Abend aufgehoben hat, in dem es letztendlich nicht relevant wurde, dass er insgesamt drei von vier Field Goal Versuchen nicht verwandeln konnte.

Erstmals seit Goulds Ankunft habe ich mich dabei erwischt, nicht die nötige Gelassenheit an den Tag zu legen, wenn unser Kicker das Feld betreten hat. Es wird auch damit zusammenhängen, dass mit Garrison Sandborn und Mitch Wishnowsky eine Kombination aus Long Snapper und Holder zusammenspielte, die in dieser Zusammensetzung noch kein Spiel bestritten hatte.

Bis zum Ende der Suspendierung (noch zwei Spiele) von Kyle Nelson wird bei den Kicks von Gould wohl etwas genauer und angespannter hingeschaut werden müssen. Doch es gab auch Grund zur Hoffnung: Gould verwandelte alle Extra-Punkte und den letzten Kick des Spiels aus 44 Yards.

Wide Receiver

Noch tue ich mich schwer, die Wide Receiver der 49ers als Verlierer einzustufen, denn es kann verschiedene Gründe haben, weshalb diese bislang nicht so performen, wie man es sich von ihnen erhofft hat.

Zum einen kann dies daran liegen, dass Kyle Shanahan bislang ausreichend Erfolg damit hat, den Gegner mit dem Running-Game in die Knie zu zwingen und es dementsprechend gar nicht notwendig ist, die jungen Wide Receiver der 49ers ins Spiel zu bringen.

Andererseits ist zu beachten, dass wenn Garoppolo die Nummer von bspw. Dante Pettis oder Deebo Samuel sucht, diese des Öfteren Probleme haben, die Bälle zu sichern und nicht die nötige Präsenz an den Tag legen. Zu oft tauchen die 49ers-Receiver unter und sind kein Faktor im Spiel der Offensive.

Samuel droppte in Hälfte eins einen Pass, der einen sicheren First Down bedeutet hätte. Pettis ließ kurz vor Ende der Partie einen Ball durch seine Hände gleiten, den er wohl problemlos in die Endzone hätte tragen können. Einzig Marquise Goodwin überzeugte, fing drei Bälle für 41 Yards.

Noch tut es den 49ers nicht weh, dass die zugegeben junge und noch unerfahrene WR-Crew scheinbar nicht dazu in der Lage ist, „heiß zu laufen“ und Garoppolo eine sichere Anspielstation zu bieten. Doch in Spielen, die sich enger gestalten als letzten Montag, könnte dies schnell spielentscheidend werden.

Und sonst?

Gab es wenig zu kritisieren bei den 49ers.

Richard Sherman fing zwar eine Interception, hatte aber ansonsten sichtlich Schwierigkeiten damit, den beweglichen Jarvis Landry zu covern.

Jimmie Ward kehrte in die Starting-Lineup zurück und ersetzte Tarvarius Moore. Er spielte unauffällig, seine Tackles saßen jedoch. Er nahm bessere Angles als Tarvarius Moore, wofür dieser zuletzt kritisiert wurde.

Die 49ers treten als nächstes bei den Los Angeles Rams an, die zum Tanz bitten. Im ersten Division-Matchup der Saison geht es nicht nur um Prestige, sondern auch mittlerweile darum, sich eine gute Ausgangssituation im Rennen um die Play-Offs zu sichern…

Beat the Rams!

Autor: Lars Riedenklau

Written by Lars Riedenklau

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