Review Week 8: Arizona Cardinals vs. San Francisco 49ers

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Review Week 8: Arizona Cardinals vs. San Francisco 49ers

Posted By Lars Riedenklau

Zum zweiten Mal innerhalb von drei Wochen unterliegen die San Francisco 49ers den Arizona Cardinals. Durch die Niederlage befinden sich die 49ers nun auf dem letzten Rang der NFC West. Unsere Review:

WINNER
  • Kendrick Bourne

Aufgrund der Abwesenheit von WR Pierre Garcon, der auch als Trade-Kandidat gehandelt wird, übernahm Kendrick Bourne die Snaps des Veterans, und er nutzte seine Chance. Er beendete das Spiel mit sieben Catches (Bestwert in seiner Karriere) für 71 Yards, ganze zehn Mal suchte QB C.J. Beathard die Nr. 84 der 49ers. Bourne fällt durch gutes Route-Running und sichere Hände auf, Fähigkeiten, die seine fehlende Endgeschwindigkeit kaschieren. Bourne hatte auch kurz vor Ende des Spiels einen wichtigen Catch an der Sideline und brachte die 49ers in die Nähe der Field Goal Range, nur zwei Plays später war das Spiel aufgrund des misslungenen Snaps von Backup Center Erik Magnuson jedoch beendet. Der 23-jährige WR lief viele kurze Passrouten und war eine sichere Anspielstation für Beathard, auffällig war jedoch, dass er des Öfteren wegrutschte und sich damit die Chance nahm, Yards nach dem Catch zu generieren. Dennoch: Bourne ist eine der positiven Überraschungen der Saison und sollte in den nächsten Spielen weiter vermehrt Snaps erhalten, damit er sein ganzes Potential ausschöpfen kann. 

  • Ronald Blair III

Defensive End Ronald Blair spielt sich immer mehr in den Vordergrund und ist momentan einer der beständigsten D-Liner in den Reihen der 49ers. Gegen die Cardinals gelangen ihm drei Tackles, davon ein Sack gegen QB Josh Rosen. Insgesamt kommt Blair damit in dieser Saison auf 2,5 Sacks. Auch gegen den Run konnte Blair des Öfteren Akzente setzen und Tackles for loss generieren. Blair III ist zwar kein geborener Pass-Rusher, doch momentan ist er wohl der beste Edge-Rusher, den die 49ers im Kader haben. Paart man Blair, der sicherlich auch noch entwicklungsfähig ist, mit einem echten Edge-Rusher, könnte sich auch die Produktion des 5. Runden-Picks aus dem Jahr 2016 erhöhen. Es war eine gute Entscheidung der 49ers, Blair in den eigenen Reihen zu halten. Der zuletzt stark krisitierte Pass-Rush der 49ers erlebt derzeit ein kleines Hoch, denn Blair, Armstead und Buckner generieren über die Mitte momentan überdurchschnittlich viel Druck. Zudem callt DC Robert Saleh oftmals einfallsreiche Blitze, die es den gegnerischen QBs nicht einfach machen, den Druck wahrzunehmen. So gelang bspw. CB Richard Sherman sein erster Sack der Saison, es war erst der 2. (!) in seiner gesamten Karriere. Dennoch: Verlässt sich Saleh auf die vier Rusher in der Base-Formation, kommt weiterhin zu wenig Pressure von der D-Line – trotz der guten Performances von Blair und Co. Am Sonntag führte dies letztendlich zu der vermeidbaren Niederlage, da die D-Line, wie die anderen Mannschaftsteile, keine Akzente mehr setzen konnte, als es darum ging, Rosen zu stoppen und das Comeback zu verhindern.

  • Mike Person

Guard Mike Person machte am vergangenen Sonntag sein bestes Spiel im Dress der 49ers und fand sich im Pro Football Focus Team der Woche wieder (Grade: 89,0). Zum vierten Mal (in acht Spielen) ließ Person nicht einen einzigen Hit, Pressure oder Hurry gegen seinen Quarterback zu. Person, der erst vor der Saison zu den 49ers kam, gehört zu den zehn besten Guards der NFL, wenn man der PFF-Rangliste Glauben schenken mag. Es ist keine Überraschung, dass Person momentan statt des wieder genesenen Josh Garnett auf dem Feld steht, denn Person spielt bislang die beste Saison seiner Karriere. Eine nicht zu erwartende Leistungsexplosion des bereits 30-Jährigen, die die 49ers zumindest eine Sorge weniger haben lässt.

  • Draft Position

Niederlagen sind unschön, verlieren macht keinen Spaß – aber: Hätte ein wahrlich nicht bahnbrechender Sieg gegen die Cardinals die Gemüter tatsächlich beruhigt? Die Vorstellung der 49ers am Sonntag Abend machte nicht Lust auf mehr, in einem niveauarmen Football-Spiel sah es jedoch lange Zeit aus, als sei man das etwas bessere von zwei sehr schwachen Teams. Dementsprechend frustrierend ist die Niederlage gegen die Divisions-Rivalen aus Arizona, die nun ganze acht (!) Spiele in Folge gegen die 49ers gewinnen konnten. Nichtsdestotrotz kann man hierin auch das Positive sehen: Die Cardinals rücken in der Draft-Order hinter die 49ers, die somit die Chance wahren, früh im Draft wählen zu dürfen und somit einen Edge-Rusher auszuwählen, den das Team dringend benötigt (Nick Bosa?). Ein Sieg gegen die Cardinals wäre kurzfristig zwar gefeiert worden, auf die lange Sicht jedoch ist es gut möglich, dass man sich über einen möglichen Sieg im Nachhinein noch geärgert hätte. Eine ähnliche Situation gab es 2016, als man die Rams in Woche 16 schlug, nachdem die Browns ihr erstes Spiel gewannen. Die Browns bekamen den First Overall Pick und wählten Myles Garrett. Der Rest ist Geschichte…

LOSER
  • C.J. Beathard

Es scheint, als würde QB C.J. Beathard von Woche zu Woche schlechter statt besser werden. Gegen eine ordentlich besetzte Cardinals Defense unterlief Beathard zwar erstmals in seiner Karriere kein Turnover, aber umso schwächer waren die restlichen Aspekte seines Spiels zu bewerten. Bereits im ersten Quarter wurde Beathard drei Mal gesackt, nachdem er erneut den Druck um sich herum nicht ausreichend wahrnahm und den Moment des Abspiels verpasste bzw. den Ball zu lange hielt. Nach der ersten Halbzeit hatte Beathard mickrige 39 Passing-Yards aufzuweisen – zu wenig, um ein Spiel zu gewinnen. Er übersah den ganzen Abend über offene Targets oder überwarf jene. Er beendete das Spiel mit einer Completion Percentage von nur 50%, sein einziger Touchdown des Spiels war ein kurzer Pass auf Marquise Goodwin, dem 90% dieses Touchdowns gehören, denn er entkam CB Patrick Peterson und brachte die 49ers in Führung. In den wichtigen Situationen schaffte es Beathard in Zusammenarbeit mit Shanahan erneut nicht, First Downs zu erzielen. Am Ende standen die 49ers wieder als Verlierer dar, und auch Beathard war hieran nicht unschuldig. Gegen die Raiders hat er erneut die Chance, sich zu beweisen. Nick Mullens wird keine Option sein, da das NFL-Level für ihn noch zu hoch ist. Er spielte bislang nie gegen qualitativ hochwertige Gegner, weder im College, noch in der NFL (Preseason).

  • Running Game

Zwar beendeten die 49ers das Spiel mit knapp über 100 Rushing Yards, jedoch benötigten sie hierfür auch ganze 31 Versuche. Gegen die schlechteste Run Defense der Liga ist dies ein enttäuschender Wert, zumal RB Matt Breida, der eigentlich geschont werden sollte, ganze 16 Carries bekam und nur 42 Yards generieren konnte. Sein Einsatz half weder dem Team, noch ihm. Raheem Mostert bekam nur zwei Mal den Ball und erlief 18 Yards, es ist zu hinterfragen, wieso Shanahan ihn nicht öfter ran ließ. Morris hatte den längsten Run der 49ers (26 Yards), mit seinen fünf weiteren Runs erzielte er insgesamt zwei Yards. Das Laufspiel entlastete die 49ers am Sonntag wenig bis gar nicht, dies wäre jedoch wichtig gewesen, denn auch das Passspiel wurde im Keim erstickt. Die 49ers sollten Breida schonen und erst wieder an den Start gehen lassen, wenn er sich vollstädig auskuriert hat.

  • Tyvis Powell

Der Backup des Backups, Tyvis Powell, hatte die undankbare Aufgabe nach den Verletzungen von Jaquiski Tartt (fing eine Interception) und Antone Exum Jr. die Rolle des Strong Safetys zu übernehmen. Und es kam, wie es kommen musste: Die Cardinals attackierten Powell, der zwar ein Fumble forcen konnte, welches die 49ers recoverten, ständig – es zahlte sich aus. Beide Touchdown-Pässe im 4. Quarter (auf Fitzgerald und Kirk) konnte Powell nicht verhindern, beide Male kam er zu spät und durfte in erster Reihe dabei zu sehen, wie den 49ers das Spiel entglitt. Powell ist ein ordentlicher Special Teamer, als Safety war er jedoch oftmals überfordert. Es hat einen Grund, weshalb er 3. Stringer ist – dennoch war er mit dafür verantwortlich, dass die 49ers am Ende das Spiel aus der Hand gaben.

  • Selbstvertrauen

Es wäre für die junge Mannschaft wichtig gewesen, Selbstvertrauen zu sammeln – und wie geht das am besten? Indem man gewinnt! Die meisten Spieler im Roster der 49ers sind nichts anderes gewöhnt, als zu verlieren. Daher wären Siege, vor allem gegen schwache Teams, notwendig, damit diese Spieler ein Gefühl dafür entwickeln, wie man enge Spiele für sich entscheidet. Doch ohne Garoppolo sind die 49ers in Spielen, die mit drei Punkten oder weniger entschieden werden, 0-8. Im Vergleich: Spielt Garoppolo, haben die 49ers diese Spiele drei Mal gewonnen und nicht ein einziges Mal verloren. Die 49ers benötigen Spieler, die Partien entscheiden können bzw. zu Ende bringen können. Von diesem Spielertyp hat man, auch aufgrund der vielen Verletzungen, derzeit zu wenige Spieler in den eigenen Reihen. Die Folge: Spiele werden verloren, das Selbstvertrauen sinkt. Denn wer nicht weiß, wie man gewinnt, verliert. Und dabei ist es scheinbar irrelevant, wie schwach der Gegner ist, oder wie hoch der Vorsprung sein mag. Eine Entwicklung, der dringendst entgegengesteuert werden muss. Kyle, übernehmen Sie!

Autor: Lars Riedenklau

Beat the Raiders!

Written by Lars Riedenklau

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