Week 1 Review: Minnesota Vikings vs. San Francisco 49ers

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Week 1 Review: Minnesota Vikings vs. San Francisco 49ers

Posted By Lars Riedenklau

Die San Francisco 49ers unterliegen den Minnesota Vikings mit 16:24, in einer Partie, in der durchaus mehr möglich gewesen wäre. Die Gewinner und Verlierer:

WINNER

DeForest Buckner

Nachdem in der Offseason viele Stimmen laut wurden, die den 49ers Pass Rush kritisierten und bemängelten, dass dem Team ein echter Pass Rusher fehle, zeigte sich bereits in Woche eins, wieso die 49ers sich recht komfortabel fühlen, sobald es um jenes Thema geht. Der Grund: Defensive Tackle DeForest Buckner – denn wer braucht schon Druck von außen, wenn man ihn auch aus der Mitte haben kann? Buckner beendete das Spiel mit 2,5 Sacks und war vor allem in Hälfte eins ein ständiger Aktivposten. Im eins gegen eins ist der Ex-Oregon Star nicht aufzuhalten, dies stellte er eindrucksvoll unter Beweis. Auch gegen den Run machte Buckner eine gute Figur, obwohl er insgesamt in der zweiten Hälfte nicht mehr so auffällig agierte, wie noch im ersten Abschnitt der Partie. Buckner hat nun in einem Spiel beinahe so viele Sacks erzielen können, wie im gesamten letzten Jahr. Wenn Buckner so weiter spielt, dürfte es für viele QBs in der NFL ungemütlich werden, Kirk Cousins bekam dies als Erster zu spüren. Buckner hatte somit einen großen Anteil daran, dass die Vikings Offense nur 17 Punkte erzielen konnte. Kurz vor der Halbzeit brachte er Cousins gemeinsam mit DE Ronald Blair zu Boden und verhinderte somit weitere drei Punkte für die Gastgeber. Sein Spitzname „DPOY“ (Defensive Player of the Year) kommt nicht von ungefähr – vielleicht wird er zur Realität!

Arik Armstead

Neben der scheinenden Performance von DeForest Buckner ging unter, dass auch DE Arik Armstead einen guten Tag erwischte. Auf der Position des „Big Ends“ gelang es dem College-Teamkollegen von Buckner mehrfach, seinen Gegner bereits früh zu schlagen und somit Druck auf den Runner bzw. den QB auszuüben. Im Running Game hatte Armstead auch einige wichtige Tackles zu verzeichnen. Auch wenn er keinen Sack verbuchte, setzte er Cousins das ein oder andere Mal unter Druck, sodass dieser den Ball schnell loswerden musste. Armsteads Leistungen werden sich, wenn er an der Leistung von Sonntag anknüpfen kann, auch bald in den Statistiken wiederspiegeln. Es ist zu früh, um sagen zu können, Armstead ist endlich angekommen – auf einem guten Weg ist er in jedem Fall. Hoffen wir, dass er fit bleibt!

Fred Warner

Die 49ers hatten am Sonntag, trotz der starken Vorstellung der Defense, einige Probleme mit dem Tackling des Gegners. Davon ausgenommen: Rookie LB Fred Warner. Der Linebacker, der auf der Position des Mike Linebackers spielte, lieferte ein sensationelles Debüt ab und spielte sich bereits jetzt in den Fokus der nationalen Berichterstattung. Die Kommentatoren des Spiels waren begeistert von der Athletik und Reaktionsschnelligkeit des 3. Runden-Picks der 49ers – zu Recht. Mit zwölf Tackles (elf davon Solo Tackles, eins für Raumverlust des Gegners), einer Pass Deflection und einem Forced Fumble gelang Warner fast alles, was es zu erreichen gibt – im ersten Spiel. Seine Tackles waren sicher, er verfehlte nicht einmal sein Ziel. Mit seiner Geschwindigkeit und Spielintelligenz stach Warner eindeutig heraus, auch, weil Partner Brock Coyle einen gebrauchten Tag erwischte. Ob Run oder Pass, der erste 49er im Bild war meist Warner. Man darf sich bereits jetzt darauf freuen, wenn Warner gemeinsam mit Reuben Foster und oder Malcolm Smith auf dem Platz steht. The future is bright!

Dante Pettis

Der Rookie Wide Receiver der 49ers erzielte den einzigen Touchdown der 49ers am Sonntagnachmittag und zeigte hierbei bereits sein ganzes Können. Garoppolo schüttelte mehrere Defender der Vikings ab, lief auf die linke Seite des Feldes, während Pettis schnell schaltete und sich in der Endzone freilief. Garoppolos Wurf war perfekt getimed, Pettis fing den Ball mit den Fingerspitzen und hielt beide Füße im Feld. Ein sehenswerter Catch, Pettis‘ erster Catch in der NFL – und zugleich der erste Touchdown. Pettis profitierte vom Ausfall des Speedsters Marquise Goodwin und rückte auf die Position des zweiten Wideouts vor. In der ersten Halbzeit schlug er seinen Gegner tief, Garoppolos Wurf in die Endzone war perfekt, doch Trae Waynes gelang es im letzten Moment, Pettis den Ball aus den Händen zu schlagen. Zunächst war von einem „Drop“ Pettis‘ die Rede, doch muss man anerkennen, dass dies ein geniales Play von Waynes gewesen ist, Pettis trifft hier daher wenig bis keine Schuld. Pettis‘ zweiter Catch des Tages resultierte aus einer langen Corner-Route, hier schlug Pettis seinen Gegner mit seinem exzellenten Route Running. Er erlief einige weitere Yards nach dem Catch und brachte die 49ers in eine gute Scoring Position.  Pettis stand außerdem als Punt Returner auf dem Feld, einer seiner Returns hatte eine Länge von 14 Yards und brachte den 49ers eine exzellente Field Position, aus der jedoch, wie so oft am Sonntag, keine Punkte resultierten.

LOSER

Jimmy Garoppolo & Kyle Shanahan

Dieser Punkt beinhaltet einiges an Erklärungsbedarf. Zunächst darf gesagt werden: Jimmy Garoppolo erwischte das bislang schwächstes Spiel seiner noch jungen Karriere. Die Statistiken unterstreichen das: weniger als die Hälfte der Pässe fanden ihren Weg zum Empfänger, einem (genialen) Touchdown stehen drei Interceptions gegenüber. Bei den Interceptions trifft Garoppolo nicht die volle Schuld, zumindest nicht bei der ersten, die dann zum Touchdown der Vikings führte. WR Kendrick Bourne gab nach dem Spiel an, die falsche Route gelaufen zu sein – ein Fehler, der nicht passieren darf. Die anderen zwei Würfe, die zum Turnover führten waren jedoch vermeidbar und vor allem eins: denkbar ungünstig. Die 49ers hatten die Chance, mit einem Score auszugleichen, doch gleich zwei Mal gab Garoppolo den Ballbesitz her. Bei seiner zweiten Interception überwarf er WR Dante Pettis, der Xavier Rhodes bereits geschlagen hatte. Die dritte und spielentscheidende Interception resultierte aus einem Wurf auf WR Pierre Garcon, der jedoch von gleich drei Gegenspielern umzingelt war, Harrison Smith sagte „danke“ und beendete das Spiel. Garoppolo wurde hierbei zwar hart getackled, nachdem McGlinchey (erstmals in seiner Karriere auf Right Guard eingesetzt, nachdem Garnett und Person ausfielen) geschlagen wurde, doch der Wurf in die Dreifach-Coverage war eine Entscheidung, die den 49ers letztendlich das Spiel gekostet hat. Garoppolo ist ein hervorragender Quarterback, muss jedoch lernen, Pässe nicht zu erzwingen und bessere Entscheidungen zu treffen. Er hatte im Spiel gegen die Vikings erneut sehr starke Momente (Pass auf Pettis zum TD, lange Pässe auf Kittle & Juszczyk usw.), doch überwogen erstmals die negativen Aspekte (Interceptions, Kittle in der Endzone überworfen).
Warum Kyle Shanahan ebenfalls ein Verlierer ist? Weil er der größte Gewinner hätte sein können. Betrachtet man die ganze Partie, führte Shanahan seinen Gegenüber Mike Zimmer an der Nase herum. Immer wieder gelang es Shanahan, trotz der Ausfälle in der O-Line, von McKinnon und Goodwin, die Vikings Defense immer wieder aufs Eis zu führen. Mithilfe von geschickten Konzepten führte Shanahans Offense die stärkste Defense der Liga immer wieder in die Irre, der größte Profiteur war TE George Kittle, aber auch Kyle Juszczyk und weitere Spieler der 49ers hatten Catches, die ohne die hervorragenden Schemes Shanahans nicht zu Stande gekommen wären. Umso enttäuschender ist es, dass die 49ers sich nicht mit Punkten und dem Sieg belohnt haben. Das lag allen voran an der Ausführung der Spielzüge (Drops, Fehlkommunikation), aber letztendlich auch an Shanahan selbst, der u.a. in der Redzone fragwürdige Calls machte. Hier geht es mir weniger um die Runs von RB Alfred Morris in Hälfte eins, als um das Play Calling in Hälfte zwei. Garoppolo versuchte erst im dritten Versuch, erstmals in die Endzone zu werfen – hier hätte man ihm mehr Chancen geben müssen, denn dass der Run nicht funktioniert, sah Shanahan bereits in Hälfte eins. Auch die Tatsache, dass Shanahan Garoppolo bis zum Ende der Partie in enge Windows hat werfen lassen, trug am Ende zu der Niederlage bei. Im letzten Jahr kamen diese Pässe meist an, da Garoppolo von seinem schnellen Release und die Unwissenheit der Gegner profitierte. Vor allem bei den tieferen In-Routes sind die Gegner nun aber auf die Spielweise des 49ers-Quarterbacks eingestellt, dies zeigte sich bereits in Hälfte eins bei den Pässen auf WR Pierre Garcon, der mehrfach in die Mangel genommen wurde und von zwei oder mehr Spielern gehittet wurde und den Ball fallen ließ. Shanahan muss hier schnellstens Adjustments vornehmen, um Garoppolo nicht weiter in Bedrängnis zu bringen. Festzuhalten bleibt aber auch, dass Shanahans Team bis zum Ende in der Position war, das Spiel auszugleichen, allein diese Tatsache ist auch dem Coaching-Staff hochanzurechnen. Aber reichen tut das nicht: Man sollte sich nicht damit zufrieden geben, „nah dran“ gewesen zu sein – diese Verlierermentalität darf keinen Einzug erhalten. Ich bin mir jedoch sicher, dass dies von den Coaches und Spielern der Niners genauso gesehen wird.

Brock Coyle

Wie bereits oben angedeutet, gehörte LB Brock Coyle zu einem der wenigen Schwachpunkte im Spiel der 49ers. Der Ex-Seahawk spielte in der letzten Saison noch recht solide, als er auf der Position des Mike Linebackers ran durfte und Reuben Foster neben sich hatte. Auf der Position des Will Linebackers, die auch mit mehr Coverage Aufgaben verbunden ist, tat sich Coyle deutlich schwerer. Er nahm des Öfteren sehr schlechte Angles ein, sodass die Gegenspieler ihn leicht umkurven konnten bzw. seine Tackles brechen konnten. Coyles Perfomance verbesserte sich in Hälfte zwei leicht, nachdem er in der ersten Halbzeit fast ausschließlich negativ ausfiel. Coyle ist und bleibt eine ordentliche Alternative als Backup, auf dem Niveau, auf dem das Spiel am Sonntag stattfand, hat er als Starter jedoch nicht viel verloren. Gegen die Lions wird Malcolm Smith voraussichtlich zurückkehren, Coyle wird dann auf der Bank Platz nehmen. Er hat wenig dafür getan, dass es anders laufen könnte.

Alfred Morris

Der Running Back der 49ers, der quasi im Eilverfahren einen Roster Spot ergatterte, agierte am Sonntag sehr unglücklich. Nach einigen sehenswerten Läufen inklusive Raumgewinn war es Morris, der die Niederlage der 49ers mehr oder minder einleitete. Morris bekam als Lead Rusher mehrfach die Möglichkeit, den Ball kurz vor der Goalline in der Endzone unterzubringen, was ihm (beim Stand von 10:3 für die Vikings) jedoch nicht gelang. Die Blocks der O-Line ließen zwar zu wünschen übrig, doch Morris erzielte nicht nur keinen Raumgewinn, er fumblete den Ball zwei Mal hintereinander. Nachdem er beim 1. Mal glücklich auf den Ball fiel, verließ ihn jenes Glück beim 2. Maleur, die Vikings eroberten das Spielgerät – die sicher geglaubten Punkte waren futsch. Nach diesem Turnover bekam Morris nur noch wenige Gelegenheiten, sich zu präsentieren, in Hälfte zwei erhielt RB Matt Breida die meisten Snaps als RB. Morris fing keinen Pass, und auch Breida gelang nur ein Catch. Insgesamt wurden beide Backs nur zwei Mal angeworfen. Ein Zeichen, dass Shanahan sowohl Morris, als auch Breida im Passing Game noch nicht allzu viel zutraut?!

Solomon Thomas

Mit Solomon Thomas ist nun auch der dritte der drei First Round Defensive Linemen in diesen Ausführungen vertreten. Im Gegensatz zu Buckner und Armstead findet sich Thomas jedoch in der „falschen“ Rubrik wieder. In der Preseason wurde Thomas noch für seine Entwicklung gelobt, es schien, als habe er auch im Pass Rush einige Fortschritte erzielen können. Die Leistung von Thomas gegen die Vikings war jedoch nicht zufriedenstellend. Er spielte weniger als die Hälfte der Snaps in der Defense, ein Wink mit dem Zaunpfahl für den noch jungen Mann, der das College in Stanford besuchte. Wenn er auf dem Feld stand, agierte er meist unauffällig. Er machte keine großen Fehler, trat aber auch nicht in Erscheinung. Bis kurz vor dem Ende des Spiels: Die Vikings standen vor einem kurzen 4. Versuch, nachdem LB Elijah Lee Kirk Cousins kurz vor dem Erreichen eines neuen 1. Downs stoppen konnte. Die 49ers hätten den Ball bei einem Punt mit noch ausreichend Zeit auf der Uhr erhalten, zudem wäre durchaus eine ordentliche Field Position im Bereich des Möglichen gewesen. Wie schon zu Haufe in der NFL gesehen, ging die Offense der Vikings jedoch noch einmal aufs Feld, offensichtlich mit der Intention, einen Spieler der 49ers ins Offside zu locken. Das ganze Stadion, nein, vielleicht ganz Minneapolis wusste, dass der Ball nicht gesnappt wird. Außer einer: Solomon Thomas. Mit nur zwei Sekunden auf der Play Clock reagierte Thomas auf einen Hard Count von QB Kirk Cousins und beging eine folgenschwere Neutral Zone Infraction. Die 49ers erhielten zwar noch einmal den Ball, doch das Ende ist bekannt. Dieser schwere „Mental Error“ von Thomas sorgte für großes Unverständnis bei allen Beteiligten. Eins ist klar: Thomas muss sein Spiel endlich in den Griff bekommen und sollte schnellstmöglich nicht durch dumme Strafen, sondern durch Leistung auffallen. Ansonsten läuft er Gefahr, als einer der größten Busts der 49ers in die Geschichte einzugehen. Hierfür ist es vielleicht etwas früh, doch Thomas bleibt bislang noch einiges schuldig.

Verletzungen

Eine Verletzung kann kein Verlierer sein, aber sie kann dazu beitragen, dass ein Team als Verlierer vom Feld geht. Ausreden zählen nicht, doch das Verletzungspech, dass die 49ers am Sonntag verfolgte, trug sicherlich nicht dazu bei, das Spiel in die „richtige“ Richtung zu lenken. Bereits in der ersten Halbzeit fielen mit Mike Person und Josh Garnett der Starting Right Guard und sein Stellvertreter aus, sodass T Mike McGlinchey als Guard aushelfen musste. T Garry Gilliam übernahm die Position des rechten Tackles und war sichtlich überfordert. Er ließ u.a. einen Sack und mehrere QB Hits zu. Die 49ers müssen zusehen, dass Gilliam möglichst selten auf dem Feld steht. Garnett und Person scheinen jedoch nicht schlimmer verletzt zu sein, wenn man den letzten Berichten Glauben schenkt. Außerdem verletzte sich Marquise Goodwin, er zog sich einen Pferdekuss zu. Er verpasste nahezu das gesamte Spiel, was vermutlich große Teile des Gameplans zunichtemachte, da Goodwins Speed durchaus dazu hätte beitragen können, die Vikings (noch mehr) mit tiefen Pässen zu attackieren. Zu guter Letzt erwischte es Brock Coyle, der mit einer Concussion vom Feld musste. Elijah Lee übernahm für ihn und machte seine Sache ordentlich. Am Sonntag sollte Malcolm Smith zurückkehren, der neben Fred Warner starten wird, wenn es seine Gesundheit zulässt.

Beat the Lions!

Written by Lars Riedenklau

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