Week 14 Review: San Francisco 49ers vs. Denver Broncos

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Week 14 Review: San Francisco 49ers vs. Denver Broncos

Posted By Lars Riedenklau

Etwas überraschend gelang den San Francisco 49ers am vergangenen Sonntag der dritte Saisonsieg. Hier die Gewinner und Verlierer aus der Partie gegen die Denver Broncos:

WINNER

George Kittle

Es ist nicht das erste Mal in dieser Saison, das Tight End George Kittle in dieser Kategorie auftaucht. Doch das, was er am vergangenen Sonntag ablieferte, war in vielerlei Hinsicht (fast) historisch. Mit seinen 210 Yards (!), die er in nur einer Halbzeit generierte, brach er mehrere Franchise-Rekorde der 49ers und es fehlten ihm nur fünf weitere Yards, um den NFL-Rekord für die meisten Receiving-Yards eines Tight Ends in einem Spiel zu knacken. 

Warum Headcoach Kyle Shanahan es nicht schaffte, ein Play zu callen, welches Kittle diese Yards verschaffte, wird wohl bis in die Ewigkeit unbeantwortet bleiben. Doch viel mehr sollte man sich über die Wahnsinnsvorstellung Kittles freuen, der seinem Team hierdurch massiv zum dritten Saisonsieg verhalf. Kittles Fähigkeit, Yards nach dem Catch zu erlaufen, ist als Tight End in der NFL fast einzigartig. 

Kittles Leistungen sind für die 49ers Gold wert – und das, obwohl er mit bislang drei Quarterbacks spielen musste. Er liegt jetzt schon über 1000 Receiving Yards und ist damit der erste Spieler der 49ers, dem das seit Anquan Boldin im Jahr 2014 gelungen ist. Die Berufung in das PFF Team der Woche hat er sich redlich verdient! 

Achso, fast hätte ich es vergessen: Mit dem 144. Pick wählten die Denver Broncos im NFL Draft 2017 Jake Butt, TE der Michigan Wolverines. Nur einen Pick später waren die 49ers an der Reihe und zogen George Kittle, TE der Iowa Hawkeyes…

Nick Mullens

Nick Mullens hat mit 748 Yards in zwei aufeinanderfolgenden Spielen die meisten Yards eines 49ers-QBs erworfen, seit es ein gewisser Steve Young im Jahre 1994 tat. Diese Vergleiche sind natürlich mehr als überspitzt, dennoch ist es bemerkenswert, wie gut Mullens seine Aufgabe in der NFL derzeit erledigt.

Bei Würfen, die länger als zehn Yards in der Luft waren, war Mullens am vergangenen Sonntag fast unschlagbar, er completete sieben von neun Würfen und hatte ein nahezu perfektes Passer-Rating bei Pässen über längere Distanz, was er natürlich auch George Kittle zu verdanken hatte. Doch Mullens, der erneut nicht die beste Protection seiner Line genießen durfte, lieferte in wichtigen Situationen ab. Zwei Minuten vor der Pause erhielten die 49ers den Ball, Mullens fand mit mehreren präzisen Pässen den Weg bis kurz vor die Endzone, um dann dank sehenswerten Fade-Route von Dante Pettis seinen zweiten Touchdown des Tages erzielen konnte. 

Auch, wenn Mullens das ein oder andere Mal gehittet wurde, und Glück hatte, dass seine Pässe nicht beim Gegner landeten, zeigt er eine angenehme Ruhe in der Pocket und wird den Ball meist noch gerade rechtzeitig los, bevor ihn die Gegenspieler tacklen können. Vor allem bei 3. Downs zeigt Mullens diese Stärke immer öfter, mit zwei wichtigen Completions zu Dante Pettis und Trent Taylor (denen zuvor eklatante Drops unterliefen, und in einem Punt/einer Interception mündeten), brachte er den Sieg letztendlich über das Ziel. Das Drama um den zu frühen Kneeldown wurde letztendlich keins mehr – Glück gehabt, doch das hat er sich redlich verdient.

D.J. Reed

Der 5. Runden-Pick der 49ers spielte erstmals ein gesamtes Spiel auf der Position, auf der er zu Hause ist: die des Slot Cornerbacks. Er ersetzte den verletzten K’Waun Williams und machte seine Sache hervorragend. Er hatte die meisten Tackles der 49ers (12), davon ein Sack und mehrere Tackles for Loss, hinzu kam ein Forced Fumble. Er trug einen wesentlichen Teil dazu bei, dass die 49ers Defense gegen Denver zielstrebiger und aktiver wirkte, Reed war nahezu überall auf dem Feld vorzufinden.

Es wird spannend zu sehen sein, wer in den restlichen Spielen auflaufen wird. Shanahan lobte Reed zwar, doch ließ durchklingen, dass auch Williams nicht in Vergessenheit geraten dürfe und erklärte, dass ein Williams, soweit er fit ist, wohl vorerst der Starter bleiben wird. 

D.J. Jones

Auf der Position des Defensive Tackles erhielt überraschend D.J. Jones den Start für Veteran Earl Mitchell. Und auch Jones war ein wichtiger Faktor für die 49ers, er war im Run-Game ein Hauptgrund dafür, dass RB Shooting-Star Phillip Lindsay nur knapp zwei Yards pro Run (!) auflegte. Jones lieferte ausreichend Argumente, um weiterhin den Spot neben DeForest Buckner ausfüllen zu dürfen. 

Kyle Shanahan äußerte sich nach dem Spiel und freute sich über die starke Performance des Youngsters. Er stellte jedoch auch klar, dass er die Leistungen Earl Mitchells für sehr gut befunden habe, man jedoch erfahren wollte, welches Talent in den jungen Spielern stecke. Siehe da: Die Entscheidung war nicht die schlechteste. Jones beendete das Spiel, wie D.J. Reed, mit einer PFF-Grade von knapp unter 90. Not bad.

LOSER

Viele Loser gab es am vergangenen Sonntag nicht, Kyle Shanahan könnte man zwar dafür kritisieren, Kittle nicht noch weitere fünf Yards verschafft zu haben, das wäre jedoch vermessen. Sein zurückhaltendes Play-Calling in der zweiten Halbzeit war erneut fragwürdig, doch die Denver Defense ist bekanntlich auch nicht irgendwer – bevor sie nach San Francisco kamen, stellte man die drittbeste Defense der Liga.

Auf dem Platz fielen nur wenige Spieler etwas ab:

Laken Tomlinson

Der Guard, der in der letzten Saison aus Detroit zu den 49ers kam, war einer der Schwachpunkte in der sonst solide agierenden Offensive Line, die erneut im Run Blocking besser aussah, als im Pass Blocking. Hier hatte Tomlinson seine Probleme gegen die prominent besetzte D-Line der Broncos, zudem unterliefen ihm zwei False Starts.

Tomlinson gehört zwar zu den besseren Guards der Liga, doch wenn man eine Top Offensive Line installieren möchte, wäre die Position des Guards zumindest einer genaueren Untersuchung wert, ob man sich hier eventuell in der Offseason verbessern könnte. Der Zug für Josh Garnett scheint indes abgefahren zu sein.

Richie James

Der Slot-WR der 49ers durfte trotz seines muffed Punts beim Spiel in Seattle erneut die Rolle des Punt Returnes übernehmen – um den Ball wieder fallen zu lassen. Zu seinem Glück konnte er dem Ball selber recovern, doch die Rolle des Returners scheint er nun endgültig verloren zu haben.

Auf dem Platz schien es, als könnte er Trent Taylor Konkurrenz machen, doch auch im Offense-Spiel hatte Taylor am Sonntag mehr Anteile als James. James hat die Chance verpasst, sich in den Vordergrund zu spielen, denn Taylor kämpft zwar weiterhin mit den Folgen seiner Rücken-OP, sollte aber für die 49ers in Zukunft, basierend auf den bisherigen Leistungen, der Starting Slot-Receiver sein.

Seine Special Teams Fähigkeiten, die ihn bisher im Team gehalten haben, wird er wohl vorerst auch nicht mehr präsentieren dürfen. Von James muss eine Leistungssteigerung her, damit er auch im nächsten Jahr noch zum Team gehört.

Veterans

Die Veterans Malcolm Smith, Pierre Garcon und Earl Mitchell mussten am Sonntag u.a. verletzungsbedingt aussetzen. Schlecht für sie: Die Leistung ihrer jeweiligen Backups (Elijah Lee, Dante Pettis, D.J. Jones) war so überzeugend, sodass es scheint, als könnten sie im nächsten Jahr entbehrlich für die 49ers werden (oder zu teuer). Die Zukunft der drei verdienten Spieler in San Francisco ist in Gefahr, das werden sie selber wissen, denn auch Kyle Shanahan adressierte das Thema vor der Presse und gab an, dass u.a. Garcon genau wüsste, dass die NFL ein Business sei… 

Zumindest Garcon wird voraussichtlich keine Zukunft in San Francisco mehr haben, die 49ers können ihn nach dieser Spielzeit ohne hohe Kosten entlassen. Für Smith gilt Ähnliches, jedoch erst nach der 2019er-Saison. Earl Mitchell wird sich wohl am ehesten mit einer Back-Up Rolle zufrieden geben, weshalb er eventuell auch weiterhin im Dress der 49ers zu sehen sein wird.

BEAT THE SEAHAWKS! 

Written by Lars Riedenklau

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