Week 3 Review: Kansas City Chiefs vs. San Francisco 49ers

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Week 3 Review: Kansas City Chiefs vs. San Francisco 49ers

Posted By Lars Riedenklau

The show must go on… Nach der schockierenden Verletzung von Jimmy Garoppolo stehen für die 49ers noch 13 Partien an. Hier meine Gewinner und Verlierer aus der Partie gegen Kansas City, die mit einer 27:38-Niederlage endete:

WINNER
  • Running Offense

Einer der wenigen Lichtblicke des verheerenden Abends in Kansas City war die Performance der Run Offense der 49ers. Matt Breida, aktuell der Co-Rushing-Leader der NFL, teilte sich erneut die Snaps mit Veteran Alfred Morris. Breida generierte 90 Yards (bei nur zehn Carries) und war auch sehr gut in das Passspiel eingebunden. Seine Antrittsgeschwindigkeit und seine Beweglichkeit sind für viele Gegner nicht zu verteidigen. Zwischendurch lässt Shanahan mit Alfred Morris die Methode „Dampfwalze“ ans Werk, und auch er hatte ordentliche Zahlen vorzuweisen. Er erlief 67 Yards und erzielte einen Touchdown, der die 49ers zurück in die Partie brachte. Das Duo erinnert stark an DeVonta Freeman und Tevin Coleman, die Runningbacks, die unter Kyle Shanahan in Atlanta sehr großen Erfolg hatten und immer noch haben. Auf dieser Leistung kann man aufbauen, eine gute Leistung der Runningbacks setzt natürlich auch gutes Blocking voraus – und das Run Blocking der 49ers ist aktuell positiv hervorzuheben. Das Pass Blocking ist noch verbesserungswürdig, vor allem Rookie Mike McGlinchey wurde von Justin Houston mehrfach zurück in die Schule geschickt, der Veteran sackte Garoppolo zwei Mal und generierte zwei Fumbles. Dennoch: Breida und Morris müssen abliefern, um CJ Beathard so einige Last von den Schultern zu nehmen und mehr Freiheiten für das Passspiel eröffnen zu können. Außerdem wäre da noch Kyle Juszczyk, der von Shanahan bislang hervorragend in die Offensive eingebunden wurde und seinen ersten Touchdown der Saison erzielte.

  • Richard Sherman

Sherman schien in Kansas der einzige Defensive Back der 49ers gewesen zu sein, der auf hohem Niveau performte. Patrick Mahomes testete Sherman nur selten, einmal überwarf er den freistehenden Sammy Watkins, ein anderes Mal suchte er Tyreek Hill. Hill überlief Sherman und bewegte sich Richtung Endzone, Mahomes feuerte den Ball, doch Sherman kämpfte sich zurück und schlug den Ball weg – ein sensationelles Play. Man braucht sich nicht verstecken, wenn man sagt: Sherman ist wieder der Alte. Na gut, fast. Wäre da nicht die Verletzung, die ihn jetzt für einige Woche pausieren lässt. In der Halbzeit verließ der 30-jährige die Partie mit Problemen an der Wade, an dem Bein, an dem er auch seinen Achillessehnenriss hatte…

  • George Kittle

Den ersten Pass der Partie droppte der junge 49ers Tight End noch, nur um dann der wichtigste Mann in der 49ers Pass Offense an diesem Abend zu werden. Er fing die meisten Bälle (7) und generierte die meisten Yards (über 70) aller 49ers Receiver, die meisten erkämpfte er sich, als er Tackles brach und mit purer Willenskraft durch die gegnerische Abwehrreihe marschierte. Kittle ist eine Waffe, stellt er die Drops ab, könnte er ein ganz Großer werden. Er erzielte außerdem die wichtige Two-Point-Conversion für die 49ers und fing den zurückgepfiffenen Touchdown-Pass von CJ Beathard, der das Spiel noch einmal spannend gemacht hätte.

LOSER
  • 49ers Saison

Klartext: Jimmy Garoppolo hat sich das Kreuzband gerissen und fällt für den Rest der Saison aus. Die wohl bitterste Entwicklung, die diese Saison hätte nehmen können. Auch für Garoppolo wäre dieses Jahr enorm wichtig gewesen, allein um die Offense von Shanahan besser kennenzulernen, aber auch um Spielpraxis in der besten Football Liga der Welt zu sammeln. Doch nicht nur Garoppolos Saison ist vorbei, sondern aller Voraussicht nach auch die der 49ers. Garoppolo, der unglücklich umknickte, als er sein Team zurück ins Spiel bringen wollte, machte das gesamte 49ers Team besser und brachte es auf ein anderes Level. Nun ist es einmal mehr CJ Beathard, auf dem die Hoffnungen liegen. Doch geht man neutral an die Sache heran, fällt auf, dass die 49ers personell nicht viel stärker besetzt sind als zu dem Zeitpunkt, an dem Beathard das letzte Mal für die 49ers startete. Die Offensive Line scheint gefestigter, doch da auch Beathard dazu neigt, Bälle sehr lange zu halten, ist das wohl nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. In der Preseason blieb Beathard vieles schuldig, er schien sich wenig weiterentwickelt zu haben. Das Running Game funktioniert aktuell gut, doch personell gesehen hat man lediglich Carlos Hyde durch Alfred Morris ersetzt. Die Defense ist nicht stärker als im letzten Jahr, und auch in der Offense gibt es noch viele Probleme. Wir drücken Beathard natürlich die Daumen, dass er die 49ers noch zu einigen Siegen führen kann und uns aus den Socken haut – allein der Glaube daran fehlt. Man muss das Kind beim Namen nennen: Die Saison der 49ers ist vorbei, bevor sie richtig angefangen hat. Ein Vorteil: Man wird im Draft erneut früh picken dürfen!

  • Adrian Colbert

Stellvertretend für die grauenhafte Vorstellung der 49ers Pass Defense habe ich hier Adrian Colbert aufgelistet, der sinnbildlich für das steht, was in der 49ers Defense aktuell schiefläuft. Colbert verfehlt Tackles, nimmt schlechte Angles, ist bei Pässen zu spät – und verletzte sich. Nachdem Colbert im letzten Jahr eine der positiven Überraschungen gewesen ist, enttäuscht er bislang auf ganzer Linie. Am Sonntag hätte er einen tiefen Pass auf Tyreek Hill wohl intercepten können, doch er stolperte und ließ den Catch zu. Später im Spiel entwischte ihm Chris Conley, als Mahomes die ganze Defense alt aussehen ließ und Conley in der Ecke der Endzone frei war und einen Touchdown erzielte. Colbert wurde von DJ Reed ersetzt, der etwas übermotiviert schien, aber ansonsten recht ordentlich performte. Möglicherweise wird Colbert sich seinen Spot zurück erkämpfen müssen.

  • Robert Saleh

Der Defensive Coordinator der 49ers muss an erster Stelle gelobt werden: Er hat gute Adjustments vorgenommen, um die 49ers in Hälfte zwei zurück ins Spiel zu bringen. Aber die Situation, in der sich seine Defense befand, hat er nun einmal selber verursacht, weshalb er hier als Verlierer gelistet ist. Die Chiefs hatten in der ersten Halbzeit fünf Mal den Ball – fünf Mal erzielten sie einen Touchdown. Die 3. Down Defense der 49ers ist entweder zu soft (mehrfache Conversions bei 3. Versuch und lang) oder aber zu aggressiv (Conversions bei 3. Versuch und kurz). Salehs Play Calling ist zu offensichtlich, Blitze, die selten gecalled werden, sind oft einfach zu identifizieren, da die jeweiligen Spieler bereits lange vor dem Snap an der Line of Scrimmage verweilen. In der Redzone vertraut Saleh auf die Cover 3 Defense, was ihm bereits des Öfteren zum Verhängnis wurde. Die Frage darf erlaubt sein, wieso er hieraus nicht lernt. Der Single High Free Safety wird oft von beiden Seiten mit Tight Ends attackiert, die es dann einfach haben, sich frei zu laufen. So auch gegen die Chiefs geschehen, Back Up Tight End Demetrius Harris war der Nutznießer. Das Tackling der 49ers ist verbesserungswürdig, nach drei Wochen hat man mit 43 (!!!) missed Tackles die meisten aller NFL Teams aufzuweisen. Nachdem Salehs Defense auch in der letzten Saison mies begann, erwartet man in Jahr zwei jedoch Verbesserungen, die bislang ausbleiben. Als eins der wenigen Teams in der NFL sind die 49ers zudem noch ohne Interception.

  • Wide Receiver

Ich hätte nicht gedacht, dass diese Positionsgruppe in dieser Rubrik auftaucht, doch die Leistungen der 49ers Wide Receiver in den ersten Wochen der Saison sind erschreckend schwach. Vor allem im Hinblick darauf, dass sie nun CJ Beathard unterstützen müssen, liest sich die Statistik umso negativer. Marquise Goodwin war mit 30 Yards (!) der beste 49ers Wide Receiver. Pierre Garcon hatte nur einen Catch für elf Yards, er ist bislang ein Non-Faktor im Spiel der 49ers. Dante Pettis hatte keinen Catch, Trent Taylor zwar drei, jedoch nur für 23 Yards. Er wird nicht mehr so oft eingebunden bzw. besser verteidigt wie/als im letzten Jahr. Auch Kendrick Bourne hatte nur einen Catch, er hat aufgrund fehlender Geschwindigkeit Probleme, sich freizulaufen. Shanahan muss hier ansetzen und es ermöglichen, dass seine Receiver frei „geschemed“ werden. Ansonsten besitzt scheinbar keiner der Receiver, teilweise ausgenommen ist hier Marquise Goodwin, die Fähigkeit sich von seinem Gegenspieler so zu lösen, dass der Quarterback ohne Bedenken einen Pass in seine Richtung werfen kann. Ein echter Playmaker hätte hier Abhilfe schaffen können (*fragend in die Richtung von Allen Robinson oder Josh Gordon schauend*)…

  • Pass Rush

Die zu befürchtenden Erwartungen sind eingetreten: Der Pass Rush der 49ers ist miserabel. Der größte Druck, der ausgeübt wird, kommt aus der Mitte, wenn die Erstrunden Picks Solomon Thomas, Arik Armstead und natürlich DeForest Buckner versuchen, den Quarterback anzugehen. Von der Edge kommt so gut wie keine Unterstützung, es fehlt an Geschwindigkeit und Moves, die gegnerischen Tackles auszuschalten. Weder Cassius Marsh, Ronald Blair oder Solomon Thomas gelingt es von der Edge für permanenten Druck zu sorgen. Im Gegenteil: War Mahomes in der Pocket bedrängt, schafften es die eben genannten nicht einmal, diesen einzufangen, sodass dieser schalten und walten konnte, wie er mochte. Währenddessen hat Eli Harold bereits drei Sacks für die Lions verbuchen können. Es könnte besser laufen…

  • Disziplin

Die 49ers stellten einen neuen Rekord auf: Mit 147 Penalty Yards wies man in dieser Kategorie die meisten Yards seit ca. 20 Jahren in einem Spiel auf – NFL-weit. In der letzten Woche hatten die 49ers wenig Probleme mit False Starts oder Offside Strafen, das laute Stadion in Kansas City wird zu diesen kleinen Fehlern beigetragen haben. Dennoch: Viele Strafen (Pass Interference, Holding, Chop Block, Late Hit) sind ein Hinweis auf fehlende Disziplin, vor allem in der Defense. Salehs harte Spielweise fordert viel Tribut ein. 150 Yards sind in einem Spiel kaum gut zu machen, auch die Strafen haben dazu beigetragen, dass die 49ers als Verlierer vom Platz gingen.

  • Referees

Zu Gute halten muss man den 49ers jedoch auch, dass viele Entscheidungen der Schiedsrichter höchst fragwürdig waren. Bereits in Hälfte eins gab es eine Pass Interference gegen CB K’Waun Williams, obwohl der Ball wohl nicht fangbar war. Die Chiefs bekamen den Ball an der Ein-Yard-Linie und scorten, ansonsten hätten sie wohl gepuntet. Es folgten weitere streitige Calls, die immer zu Ungunsten der 49ers ausfielen. DJ Reed wurde für einen vermeintlichen Horse Collar Tackle bestraft, der einen Holding Penalty der Chiefs negierte – die Chiefs erzielten anschließend ein Field Goal. Die wohl größte Fehlentscheidung trug sich jedoch gegen Ende des Spiels zu: Nachdem Garoppolo zu Boden ging (auch dieser Hit war eine Flagge wert, aber auch ein No-Call vertretbar) warf CJ Beathard einen Touchdown Pass auf George Kittle, welcher jedoch wegen einer Offensive Pass Interference Flagge gegen Kyle Juszczyk zurückgepfiffen wurde. Im letzten Drive der Chiefs gab es zu allem Überfluss eine weitere Pass Interference Flagge gegen Ahkello Witherspoon, die das Spiel dann endgültig beendete. Auch hier schien die Entscheidung überzogen. Doch am Ende hilft es alles nichts: Die 49ers verlieren das zweite von drei Spielen und blicken einer schweren Zeit entgegen, die Niederlage war letztendlich selbstverschuldet.

 

Beat the Chargers!

Written by Lars Riedenklau

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