Ein paar Gedanken zum Texans-Spiel

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Ein paar Gedanken zum Texans-Spiel

Posted By James W

Das zweite Preseason-Spiel gegen die Houston Texans gab in vielerlei Hinsicht Stoff zum Nachdenken und Diskutieren. Ein paar Spieler überraschten, ein paar Spieler enttäuschten und ein paar Spieler verletzten sich.

Da ich mich mit mir selbst nicht auf ein Thema einigen konnte, gibt’s im heutigen Artikel eine ganze Reihe von Beobachtungen. Enjoy!

Das war’s für Joe Williams

Da kurz nach Abpfiff nur die Verletzung von Guard Erik Magnuson bekannt war, kam es dann doch ziemlich überraschend, dass auch 2nd-Year-RB Joe Williams mehrere Wochen verpassen wird. Eine schwere Rippenverletzung beendet seine Preseason und wird ihn mindestens das Auftaktspiel gegen die Vikings kosten.

Doch wäre es überhaupt dazu gekommen? Die 49ers gaben Williams in den ersten beiden Spielen alle Chancen, sich zu präsentieren. Er bekam die mit Abstand meisten Carries aller RBs und kam bei 19 Versuchen auf ganze 2,4 YpC. Solche Statistiken sind immer mit Vorsicht zu genießen, da gerade bei einem Running Back die Offensive Line und das Playcalling einen gewissen Einfluss auf das „Ergebnis“ haben – bei Williams treffen sie durchaus zu.
Bisher bin ich eigentlich davon ausgegangen, dass die 49ers seinen Konkurrenten Raheem Mostert bevorzugen, weil er ein Special Teams As ist. Vielleicht ist er aber auch einfach der bessere Running Back?

Williams fehlt die Geduld, die Blocks vor sich entwickeln zu lassen, er wirkt noch immer nicht wirklich austrainiert und es scheint ihm auch etwas an Selbstvertrauen zu fehlen. Wide Receiver können so out of bounds gehen, Running Backs nicht.

Es wird Zeit sich von der Feel Good Story um Williams zu verabschieden. Er hätte den Cut am ersten September nicht überlebt, ob mit Verletzung oder ohne. Es hatte schon seinen Grund, wieso John Lynch ihn vor dem 2017er Draft nicht auf dem Board hatte.

Die Interior D-Line – mehr als nur Buckner

Wir alle wussten, dass das Innere der Defensive Line eine der stärksten Units des 49ers-Rosters sein würde, hauptsächlich wegen dem alles überragenden DeForest Buckner. Doch das Texans-Spiel hatte noch zwei andere Stars. Vier Niners bekamen von der Statistikplattform PFF Noten von 90,0 oder höher, darunter auch zwei Defensive Tackles: Sheldon Day (etwas überraschend) und DJ Jones (sehr überraschend).

Ersterer hatte ja bereits ab Mitte der letzten Saison als Rotationsspieler Erfolg, doch für Damals-Rookie DJ Jones zeigte der Pfeil nach unten. Zwar bekam er zu Anfang des Jahres noch Snaps hinter Veteran Earl Mitchell, doch für die letzten sechs Spiele der Saison war er inaktiv. Daraus zog Jones in der Offseason Konsequenzen. „Wenn ich inaktiv bin, dann heißt das, dass jemand anderes besser ist als ich!“ 

Der Nose Tackle ging laufen. In der prallsten Mittagssonne lief er die Tribünen seiner High School hinauf und hinunter. Jeden Tag, mehrere Stunden. Jetzt ist er 20 Pfund leichter, was man auf dem Platz sieht. Kraft zu generieren war nie ein Problem für ihn, doch das geringere Gewicht tut seiner Explosivität gut. In seinen neun Passrush-Snaps erzeugte er zwei Hurries und in seinen zwölf Snaps gegen den Lauf gab er nicht einen Inch an Raum ab. Earl Mitchell mag noch der Starter sein, aber wenn Jones diesen Trend weiterführt, ist er es nicht mehr lange.

Überraschende Entwicklung im RG-Dreikampf

Seit Wochen warteten wir auf ein schönes Battle um den einzigen verbliebenen Starting-Spot der Offensive Line, den des Right Guard. Doch zu Beginn des Camps war dieser Dreikampf eher ein „Einkampf“. Free Agency Neuzugang Jonathan Cooper konnte nach seiner Knieoperation  noch nicht ins Geschehen eingreifen und 2016er Erstrundenpick Joshua Garnett hielt gefühlt keine drei Tage durch, bevor ihm das operierte Knie wieder Probleme machte. So blieb es an Neuzugang Mike Person, die Line zu füllen.

In der vergangenen Woche jedoch kehrten sowohl Cooper als auch Garnett zurück ins Mannschaftstraining, sodass alle gegen die Texans Spielzeit bekamen.

Mike Person: Er spielte mit den Startern die ersten beiden Drives und bekam danach noch ein paar Snaps als Center. Person spielte unauffällig, ein Fortschritt im Vergleich zum Cowboys-Spiel. Im Passblocking zeigte er keine Schwächen und sein Runblocking wirkte etwas technisch sauberer als am vorigen Wochenende.

Joshua Garnett: Hier für mich die Überraschung des Spiels! In seinem ersten Spiel seit der Verletzung, die ihn die komplette letzte Saison kostete, sah er gut aus. Nicht perfekt, aber gut. Ihm sind die verlorenen Pfunde deutlich anzusehen, denn er hatte im Laufspiel kaum Probleme damit, im 2nd Level Linebacker zu blocken oder bei Outside Zone Runs die Line of Scrimmage entlangzulaufen. Er hatte hier und da ein paar Snaps, bei denen er in alte Verhaltensmuster zurückfiel, doch insgesamt waren diese Probleme kein Vergleich zu seinem Rookie-Jahr. Seine Balance scheint deutlich verbesset.

Wenn er am Wochenende gegen die Colts an diese Leistungen anknüpft sehen seine Chancen auf einen Platz im 53-Man-Roster plötzlich ziemlich gut aus (mag natürlich auch an Magnusons Verletzung liegen). Vor nur zwei Wochen schien dieser Gedanke undenkbar.

Jonathan Cooper: Ich wünschte, ich könnte ähnliche Zuversicht für Cooper aufbringen, doch dazu gab er mir leider keinen Anlass. Er sah physisch noch nicht ganz auf der Höhe aus und verpasste einige Blocks. War merklich schlechter als die beiden oberen, obwohl er als letzter ins Spiel kam und somit die schwächsten Gegenspieler hatte.

Written by James W

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