Review Week 9: Arizona Cardinals vs. San Francisco 49ers

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Review Week 9: Arizona Cardinals vs. San Francisco 49ers

Posted By Lars Riedenklau

Es war das erwartet schwere Division-Matchup, doch die 49ers meisterten auch die Aufgabe bei den Cardinals recht souverän. Hier sind unsere Gewinner und Verlierer der Partie:

WINNER

Jimmy Garoppolo

Es war das Spiel, auf das alle gewartet hatten: 49ers Quarterback Jimmy Garoppolo zeigte am Donnerstag bravourös, dass er das Team auch auf seinen Schultern zu einem Sieg tragen kann. Die Defense der 49ers hatte im Vergleich zu den ersten sieben Spielen große Probleme mit der variablen Offense der Cardinals, sodass es letztendlich an Garoppolo war, den achten Sieg in Folge unter Dach und Fach zu bringen.

Dass Garoppolo gut aufgelegt war, zeichnete sich bereits im ersten Quarter ab. Die 49ers gingen früh in Rückstand, doch Garoppolo ließ sich hiervon nicht beeindrucken und legte bis zur Pause drei Touchdown-Pässe auf (Kittle, Bourne und Sanders). Die Niners gingen mit einer komfortablen 21:7-Führung in die Halbzeit, das Spiel schien bereits entschieden.

Doch aufgrund einiger Nachlässigkeiten, vor allem in der Defense, blieben die Cardinals im Spiel und hätten womöglich sogar die Chance gehabt, das Spiel komplett zu drehen. Nach einem 88-Yards Touchdown von Kyler Murray zu WR Andy Isabella erhielten die 49ers den Ball mit etwa fünf Minuten auf der Uhr. Die knappe Drei-Punkte Führung stand auf wackligen Beinen und die Hoffnungen lagen auf der Offense.

Und Garoppolo lieferte erneut: Die Cardinals bekamen dank mehrerer komplizierter und langer Third Down-Conversions nicht mehr die Möglichkeit, ein weiteres Mal zu scoren. Garoppolo bewahrte in der Pocket die Ruhe und hatte immer wieder das Auge für seine offenen Receiver, allen voran Emmanuel Sanders und kurz vor Ende Backup-TE Ross Dwelley.

Garoppolo stellte eindrucksvoll unter Beweis, dass er abliefern kann, wenn er es nur muss. Am Donnerstag benötigten die Niners eine Elite-Performance von ihrem Franchise-Quarterback – und sie bekamen sie. Die 49ers stehen 8-0, Garoppolo weist als Starter unter Kyle Shanahan einen 13-2 Record auf. Er unterstreicht momentan deutlich seine Ambitionen auf den Titel als „Comeback Player of the Year“.

Emmanuel Sanders

Als man das Spiel am Donnerstag beobachtete, gab es einige Momente, in denen man verwundert die Stirn runzeln musste. Es waren die Momente, als die Nr. 17 der San Francisco 49ers, Emmanuel Sanders, den Ball in seine Richtung fliegen sah. Sanders wurde neun Mal von Garoppolo angeworfen, sieben Mal konnte er die Pässe des Signal-Callers sein Eigen nennen. Insgesamt erzielte Sanders 112 Yards und einen Touchdown. Man könnte meinen, Garoppolo und Sanders kennen sich bereits Jahre. Dabei sind es bislang erst weniger als zwei Wochen…

Es ist beeindruckend zu sehen, welche Chemie Garoppolo und Sanders in dieser kurzen Zeit entwickelt haben. Sanders ist Garoppolos erste Option (neben George Kittle) bei 3. Down-Versuchen. Beim kritischen 4. Versuch nur Sekunden vor dem Halbzeitpfiff zeigte sich die Wichtigkeit des Ex-Bronco, der die Niners durch seinen Catch mit zwei Scores in Führung brachte. Auch kurz vor Ende des Spiels, als dieses auf der Kippe stand, war es Sanders, der einen großen Anteil am Erfolg der 49ers hatte.

Bereits nach zwei Spielen scheint sich der Trade der 49ers für den 32-jährigen Wideout auszuzahlen. Er bringt durch seine Erfahrung und Route Running Fähigkeiten ein neues Element in die Offense von Kyle Shanahan, zudem nimmt er etwas Last von den Schultern der jungen Wide Receiver. Die Tatsache, dass sich Sanders bereits nach kurzer Zeit so gut einfügt zeigt, über was für eine Qualität der zweimalige Pro Bowler verfügt.

Ross Dwelley

Aufgrund des Daseins von Superstar George Kittle, der am Donnerstag erneut stark aufspielte und einen Touchdown erzielte, fliegt sein Backup, Ross Dwelley, etwas unter dem Radar. Gegen die Cardinals zeigte jedoch auch er, dass auf ihn Verlass ist, wenn er benötigt wird.

Seit der Verletzung von FB Kyle Juszczyk, der gegen die Seattle Seahawks zurückerwartet wird, bot HC Kyle Shanahan den jungen Dwelley immer öfter als Fullback auf. Dwelley erfüllte die Aufgabe mehr als solide und unterstrich seine Variabilität. Als Kittle dann wegen seiner Knieverletzung die letzten Drives aussetzen musste, war Dwelley dann als Tight End gefragt.

Mit vier Catches für 29 Yards legte Dwelley die besten Zahlen seiner noch jungen Karriere auf, das größte Lob erhielt der 24-Jährige jedoch für seinen Catch beim letzten 3. Versuch der Niners. Garoppolo wich dem Druck in der Pocket aus, fand Dwelley – und dieser erkämpfte sich den 1. Down, der das Spiel letztendlich beendete. Die 49ers knieten ab und fuhren mit dem achten Sieg der Saison im Gepäck zurück nach Santa Clara.

LOSER

Fred Warner

Nach dem Spiel hofften die Anhänger und Offiziellen der 49ers, dass es Linebacker Kwon Alexander, der das Spiel vorzeitig verlassen musste, nicht allzu schlimm erwischt hat. Doch bereits am Freitag Morgen war klar: Die Saison für Alexander ist beendet.

Umso mehr Gewicht lastet nun auf den Schultern des letztjährigen Rookies Fred Warner. Alexander war das Herz und die Seele der 49ers Defense und hievte die Unit von Robert Saleh vor allem durch seine emotionale Spielweise auf eine andere Ebene. Aller Voraussicht nach wird Rookie Dre Greenlaw Alexander positionsgetreu ersetzen, doch die Lücke, die entsteht, ist groß.

Und hier ist es an Warner, den Dropoff so klein wie möglich zu halten: Er ist nun (erneut) der Anführer des Linebacker-Corps und muss beweisen, dass er in der Lage ist, mit diesem Druck umzugehen. Obwohl er sich erst in seiner zweiten Saison befindet, ist er gemessen an der erhaltenen Spielzeit der erfahrenste Linebacker auf dem Roster der Niners.

Am Donnerstag erwischte Warner keinen guten Tag. Er verfehlte des Öfteren Tackles und war für den Erfolg des Laufspiels auf Seiten der Cardinals zumindest mitverantwortlich. Auch im Pass-Game offenbarte er Schwächen und ließ fünf Passfänge für 47 Yards zu. Hinzu kam ein vermeidbarer Penalty und ein schmerzender Drop, als er Murrays Augen lesen konnte, den Ball jedoch fallen ließ. Es ist davon auszugehen, dass er diese Interception problemlos in die Endzone hätte tragen können.

Warner muss jetzt zeigen, ob er aus dem richtigen Holz geschnitzt ist und der großen Aufgabe gewachsen, jetzt die Verantwortung zu übernehmen. Alle Augen sind nun auf ihn gerichtet. Und auch die nächste Aufgabe wird nicht einfacher: Mit Russell Wilson wartet der momentan beste Quarterback der Liga auf Warner und Co., der wohl noch agiler und passstärker sein wird, als es Murray gewesen ist.

Es wird spannend zu sehen sein, wie Salehs Defense an die Aufgabe, Russell Wilson zu stoppen, herangehen wird. Momentan wirkt es so, als sei die Defense der Niners vor allem gegen mobile Quarterbacks anfällig. Nicht, weil diese permanent laufen. Jedoch gibt die Beweglichkeit der Quarterbacks den gegnerischen Offenses die Möglichkeit, der 49ers-Defense verschiedene Looks zu geben, die enorm schwer zu verteidigen sind. Daraus folgt unter anderem auch, dass die Box entzerrt wird und dadurch das gegnerische Running-Game profitiert. Klingt also wie gemacht für die Offense von Seattle und Russell Wilson…

Jaquiski Tartt

Während die gesamte Defense der Niners am Donnerstag schwächer performte, als man es gewohnt war, fiel allen voran Jaquiski Tartt noch etwas mehr ab, als seine Kollegen. Er verfehlte mehrere Tackles, wirkte nicht so frisch wie in den sieben Spielen zuvor. Die kurze Woche steckte ihm sichtlich in den Knochen. Als die Cardinals dann noch damit begannen, die Up-Tempo Offense aufzuziehen, schien nicht nur Tartt überfordert.

Am Ende stand für Tartt eine PFF-Grade von 29,4 zu Buche, ein unterirdischer Wert. Es sollte jedoch nicht damit zu rechnen sein, dass Tartt plötzlich zu einer Schwachstelle im Spiel der 49ers wird. Gute Spieler haben schlechte Spiele, umso besser ist es, dass die 49ers trotz der schwachen Performance der meisten ihrer Defense-Spieler immer noch als Sieger vom Platz gehen konnten.

Deebo Samuel

Ich habe mich zunächst schwer getan, Samuel als „Verlierer“ aufzuzählen, zumal er vier Bälle für 40 Yards fangen konnte und insgesamt ordentlich performte. Sein Drop in der Endzone kurz vor der Halbzeit hat mich dann jedoch dazu verleitet, ihn dennoch in dieser Rubrik aufzuführen.

Samuel ist derzeit mit Sicherheit einer der talentiertesten Receiver auf dem Roster der 49ers und u. a. Dante Pettis einige Schritte voraus, was die Physis des Spiels angeht. Nichtsdestotrotz wird Samuel den großen Hoffnungen, die vor der Saison auf ihm ruhten, noch nicht wirklich gerecht.

Er fängt vereinzelt wichtige Pässe, insgesamt ist er jedoch noch zu unsichtbar. Hinzu kommt, dass er im Verlauf der Saison bereits mehrfach durch eklatante Drops aufgefallen ist, die man im College in dieser Art und Weise von ihm nicht gesehen hat. Der Sprung vom College in die NFL ist selbstverständlich sehr groß, dies zeigt das Beispiel Samuel sehr gut.

Doch auch hier ist es ein „Meckern auf hohem Niveau“, denn Samuel hat sich als Starter bei den 49ers etabliert und ich bin mir sicher, dass er auch in dieser Saison noch eine wichtige Rolle für Garoppolo und die Offense spielen kann. Seine Geschwindigkeit und sein Route-Running sind überdurchschnittlich gut, wodurch er sich sehr variabel einsetzen lässt. Durch die Anwesenheit von Sanders wird der Druck für ihn nicht zwingend größer, weshalb man hoffen darf, dass er in Zukunft befreit aufspielt und auch die leichten Fehler abstellt.

Beat the Seahawks!

Autor: Lars Riedenklau

Written by Lars Riedenklau

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