Week 4 Review: Los Angeles Chargers vs. San Francisco 49ers

The Niner Empire Germany 49ers News, Game Reviews, News, Reviews 2018 Week 4 Review: Los Angeles Chargers vs. San Francisco 49ers

49ers News Game Reviews News Reviews 2018

Week 4 Review: Los Angeles Chargers vs. San Francisco 49ers

Posted By Lars Riedenklau

Die 49ers waren nah am zweiten Sieg der Saison, letztendlich jedoch nicht nah genug. Beim Saison Debüt von CJ Beathard unterliegen die 49ers bei den Chargers mit 29:27, die Analyse:

WINNER
  • CJ Beathard

Tough, tougher, CJ Beathard. Der junge Quarterback der 49ers gab gegen die Chargers sein Debüt als Starter in dieser Saison, und er überraschte. Nachdem er in der Preseason keine guten Leistungen zeigte, waren die Erwartungen an den Ex-Hawkeye nicht gerade hoch. Doch Beathard überzeugte, zunächst durch seine Toughness, dann aber auch durch seine Performance. Erneut hatte Beathard das Pech, das einige Offensive Linemen im Spiel das Feld verlassen mussten (u.a. Joe Staley) und er somit mit einigen Backups auf dem Feld stand. Dies spürte Beathard, der einige Male hart gehittet wurde und sich mehrfach aus Umklammerungen löste, um dann selber, meist ohne Rücksicht auf Verluste, zu laufen. Beathard hat alles dafür getan, dass die 49ers dieses Spiel gewinnen. Er spielte eine solide Partie und legte ordentliche Zahlen auf. Er warf für knapp 300 Yards, wobei man hier dazu sagen muss, dass 82 dieser Yards in einem Play (Touchdown Wurf auf Kittle) zustande kamen. Ansonsten wählte Beathard die sicheren Pässe und warf zu den Receivern, die Shanahan frei geschemed hatte. Shanahan hatte einen guten Gameplan für Beathard entwickelt, der seinen Stärken entsprach. Dieser bestand aus kurzen (Play-Action) Pässen, nimmt man den Touchdown von Kittle heraus, warf Beathard für ca. sechs Yards pro Passversuch. Gegen Ende des Spiels hatten die Chargers Beathards Stärken jedoch ausgemacht und verteidigten mehr underneath. Shanahan tat etwas, was er scheinbar ungern tun wollte, er ließ Beathard tief und in enge Fenster werfen. Dies funktionierte nicht gut, hier muss Shanahan bessere Arbeit für seinen Quarterback leisten. Die zwei Interceptions gingen nicht auf die Würfe Beathards zurück, wobei jedoch gesagt werden muss, dass er zumindest bei der zweiten Interception dafür zuständig gewesen wäre, die Protection zu ändern, denn Derwin James blitzte an diesem Nachmittag nicht das erste Mal von der Edge. Ansonsten war es eine starke Partie von Beathard, die Lust auf mehr macht. Er stellte erneut unter Beweis, wie hart er im Nehmen ist, und fungierte als solider Game Manager. Wenn Shanahan ihm noch mehr zutraut, dürfen wir uns auf interessante Partien freuen.

  • George Kittle

Die Iowa-Verbindung in der 49ers Offense zwischen QB CJ Beathard und TE George Kittle war am Sonntag die wohl stärkste des gesamten Abends. Beathard fand seinen College-Teamkollegen gleich sechs Mal, dieser generierte 125 Yards und erzielte einen Touchdown, der die 49ers zurück ins Geschehen brachte. Kittle ist momentan laut Pro Football Focus der beste Tight End der Liga, am Sonntag gab es erstmals in dieser Saison auch keinen Drop des erst 24-jährigen, der in der nächsten Woche seinen Geburtstag feiert. Kittle fing in dieser Saison bereits 18 Pässe für 316 Yards, hält er diese Frequenz, ist er auf bestem Wege, eine 1000 Yards Saison hinzulegen – als Tight End. Mit Kittle machten die 49ers in Runde fünf des letztjährigen Drafts einen Wahnsinnsfang, es scheint, als hätte man auf Jahre gesehen einen neuen potentiellen Elite Tight End gefunden. Seine Schnelligkeit ist unwiderstehlich, hier könnte er problemlos mit einigen Receivern der Liga mithalten, das zeigte nicht zuletzt sein 82 Yards Touchdown am Wochenende. Hinzu kommt seine Fähigkeit, Tackles zu brechen, die dazu führen, dass er viele Yards nach dem Catch sammelt. Kittle ist derzeit nicht aus der Offense hinwegzudenken.

  • Reuben Foster

Reuben Foster schüttelt so langsam den Rost ab, der sich in den letzten Wochen bei ihm angesammelt hat. Vor allem in Hälfte eins zeigte der First Round Pick aus dem letzten Jahr eine starke Performance, eine Leistung, die aufhorchen lässt und für die Zukunft vielversprechend ist. In den ersten zwei Drives ließen die 49ers so gut wie nichts zu, im Gegenteil: Sie scorten sogar, die Defense fing in Person von Backup Safety Antone Exum Jr. einen Pick Six. Foster war in diesen zwei Drives einer der Hauptakteure, mehrfach blitzte er und brachte damit Chargers QB Philip Rivers in Bedrängnis, der den Ball zwei Mal nur wegwerfen konnte. Die Blitze durch das A-Gap wurden jedoch mit fortdauernder Spielzeit immer ineffektiver, da die Chargers darauf vorbereitet waren. Im Tackling zeigte Foster eine deutliche Verbesserung zur Vorwoche, mehrfach stoppte er Melvin Gordon, der wohl ansonsten einiges an Yards generiert hätte. Er gehört zu den Gewinnern, da er sich im Vergleich zur Vorwoche stark verbessert hat und insgesamt ein Lichtblick in der sonst eher schwachen Defensive war. Dennoch: Foster zeigte sich in der Pass Coverage teilweise amateurhaft, der erste Touchdown Pass von Rivers auf Antonio Gates folgte aus einem Fehler Fosters, der seine Zuständigkeit für Gates scheinbar vergessen hatte, sodass dieser ungestört den Touchdown erzielen konnte. Zuvor hatten die 49ers die Chargers erfolgreich aus der Endzone halten können, Malcolm Smith erzielte ein Tackle for Loss, Antone Exum Jr. gelang ein Pass-Breakup. In Hälfte zwei war er in Zone Coverage, als RB Melvin Gordon einen Touchdown Pass fing, doch hier war für mich nicht klar erkennbar, ob Foster, oder CB Ahkello Witherspoon für Gordon verantwortlich waren.

  • Greg Mabin

Die Pass-Verteidigung der 49ers war, dafür, dass drei von vier Starten ausfielen, gegen die Chargers erfreulich stark. Top Wide Receiver Keenan Allen erzielte nur knapp über 60 Yards und auch diese musste er sich hart erkämpfen, da er oft eng gedeckt war. Ahkello Witherspoon, Jimmie Ward und K’Waun Williams leisteten ordentliche Arbeit, keiner von ihnen ließ mehr als 40 Yards gegen sich zu. Jimmie Ward ist positiv hervorzuheben, er ließ nur zwei Catches zu, davon ein nicht zu verteidigender Ball, als WR Tyrell Williams in Perfektion agierte und den Ball trotz sehr guter Coverage von Ward fangen konnte. Die größte Überraschung war jedoch CB Greg Mabin. Shanahan gab nach dem Spiel an, dass Mabin gut trainierte und es der Plan gewesen sei, Mabin Spielzeit zu verschaffen. Rivers attackierte Mabin fünf Mal, dieser ließ nur zwei Catches für mickrige 18 Yards zu. Mabin bestach durch gutes Tempo und enge Coverage, zudem forcte er den Fumble, der letztendlich nicht bei den 49ers landete, da Reed und Smith zuvor im Aus waren. Shanahan bestätigte den ersten, starken Eindruck von Mabin und gab an, dass man ihn auf dem Feld gelassen habe, eben weil er stark performte. Ward und Witherspoon wurden abwechselnd für ihn an der Sideline gelassen, dies hatte jedoch hauptsächlich den Grund, dass Mabin zu stark spielte, um ihn draußen zu lassen. Dennoch: Auch Witherspoon und Ward zeigten sich verbessert. Mabin wurde mit einer Berufung in das Pro Football Focus Team der Woche belohnt.

LOSER
  • Kyle Shanahan

Zunächst einmal gilt es, ein Lob an Shanahan auszusprechen, der sein von Verletzungen geplagtes Team bis zum Ende in die Situation brachte, ein schweres Auswärtsspiel bei den Chargers noch gewinnen zu können. Der Gameplan und die Schemes, die er für Beathard vorbereitete waren hervorragend, bis das 4. Quarter anbrach. Hier wurden die Schwächen von Shanahans System aufgedeckt und auch die Fehler, die er zuvor im Spiel machte, bestraft. Der Reihe nach: Shanahan entwarf einen Plan für Backup QB CJ Beathard, der viele einfache Reads und kurze Pässe beinhaltete. Durch den Erfolg des Running Games in den letzten Wochen ging dieser Plan gut auf, bis die Chargers jedoch merkten, dass die 49ers in diesem Spiel so gut wie gar nicht gerannt sind. Breida und Morris kamen insgesamt auf nur 13 Carries, im Gegensatz hierzu callte Shanahan 44 (!) Pässe (sieben Mal lief Beathard selber). Diese Diskrepanz ist eindeutig zu hoch, auch, wenn Breida und Morris angeschlagen waren. Shanahan hätte mehr Runs callen sollen, denn dieser waren recht effektiv (vier Yards pro Carry), um seinen jungen Quarterback noch mehr zu entlasten. Shanahan steht auf das Passspiel, und das wurde ihm letztendlich zum Verhängnis. Bereits in Hälfte eins, mit nur noch 40 Sekunden auf der Uhr, entschied sich Shanahan für drei Passspielzüge, was dafür sorgte, dass die Chargers noch einmal in Ballbesitz kamen und drei Punkte erzielten, sodass die sichergeglaubte Führung dahin war. Im 4. Quarter waren die Konzepte und Plays der 49ers bekannt, die Chargers hatten wenig Probleme, Beathards kurzes Spiel zu unterbinden. Die langen Routen bzw. Pässe waren sehr gefährlich, hier brachte Shanahan seinen QB in brenzlige Situationen. Am Ende war das Spiel der 49ers zu durchsichtig, weshalb man Ende als Verlierer vom Platz ging. Shanahan muss dafür sorgen, dass mehr Balance ins Spiel kommt. Auch, um seinen Quarterback nicht zu verheizen, denn Beathard steckte erneut zahlreiche Hits ein. Hinzu kommt, dass Shanahan zwei scheinbar aussichtslose Challenge-Flags warf, die am Ende dazu führten, dass man keine Timeouts mehr zur Verfügung hatte und tatenlos dabei zusah, wie die Chargers die Zeit herunterlaufen konnten. Verbesserung gab es jedoch an der Strafen-Front: Die 49ers gaben nur 29 Yards an Strafen ab, die Chargers 50.

  • Robert Saleh

Auch für Saleh gilt das Obengesagte, seine Defense sorgte dafür, dass die 49ers im Spiel blieben bzw. überhaupt erst in jenes hereingekommen sind. Die ersten zwei Drives waren erfreulich stark, Saleh präsentierte neue Blitze, mit denen die Chargers überfordert waren. Im Laufe des Spiels adjusteten sie jedoch gut – anders als Saleh, der es weiterhin mit den Linebackern Blitzen durch das A- und B-Gap probierte – erfolglos. Man muss ihm ankreiden, zu oft und zu lange an ineffektiven Plays festzuhalten. Ähnliches gilt für seine Cover 3-Defense, die vor allem in der Redzone oft nicht funktioniert. Dieses Phänomen lässt sich seit letzter Saison beobachten, doch Saleh rückt nicht hiervon ab. Die 49ers stoppten den 3. Down erstmals in dieser Saison sehr gut (nur vier von 14 Conversions auf Seiten der Chargers), doch die wichtigsten (bei 3. & Goal) wurden erneut nicht verteidigt. Das Tackling verbesserte sich im Vergleich zur Vorwoche enorm, zumindest in Hälfte eins. Dort verfehlten die 49ers nur zwei Tackles, in Hälfte zwei waren es jedoch wieder fünf. Insgesamt deutlich zu viel, die Summe in der gesamten Saison beläuft sich mittlerweile auf 50 (oder 51, die Quellen berichten von beiden Zahlen), einsame Spitze in der Liga. Eine Kategorie, in der man ungern vorne liegt. Auch hier muss Saleh etwas ändern, obwohl das Tackling zu den Basics zählen muss. Er muss hier mehr Disziplin von seinen Spielern einfordern, die bislang weiterhin geschlossen hinter ihm stehen. Nichtsdestotrotz: Salehs Luft wird dünner. Seine Defense zeigt Woche für Woche eklatante Schwächen, auch wenn man sagen muss, dass es in dieser Woche deutlich besser aussah, als in der letzten. Gegen die Cardinals werden erneut viele Blicke auf den ehemaligen Jaguars- und Seahawks-Defensive Assistant gerichtet sein.

  • Garrett Celek

Tight End Garrett Celek trat in den letzten Woche nur selten in Erscheinung, er wurde von George Kittle schlicht und einfach „outperformed“. Am Sonntag zeigte Celek jedoch, wieso er auch in Zukunft wenig Anhaltspunkte hat, im Depth Chart wieder vor Kittle zu stehen. In den letzten Woche fiel Celek nicht negativ auf, sein Run Blocking war in Ordnung, die wenigen Pässen in seine Richtung hielt er fest. Am Sonntag passierte das Gegenteil: Zwei Holding-Strafen wurden gegen Celek ausgesprochen, die der Offense Raumverlust einbrockte. Doch damit nicht genug: Nach einem ordentlichen Drive der Offense, die von einigen „Roughing the Passer“ profitierte, suchte Beathard Celek in der Redzone, dieser droppte den Ball jedoch, das Ei flog durch die Luft und wurde intercepted. Die Chargers trugen den Ball bis kurz vor die Endzone der 49ers zurück. Statt mindestens drei Punkten bauten die Chargers ihre Führung aus, ein Knackpunkt des gesamten Spiels. Celek ist erneut ein Schwachpunkt der Offense, seine Leistung schwankt derzeit zu sehr. In der Offseason, vielleicht auch bereits jetzt, sollten die 49ers einen besseren, zweiten Receiving Tight End unter Vertrag nehmen.

  • Defensive Line

Ein weiteres Spiel und immer mehr werden die Probleme der 49ers Defense aufgedeckt, am letzten Sonntag war es jedoch nicht nur der Pass Rush, der nicht funktionierte (nur ein Sack, Sheldon Day), sondern auch die Run Defense, die erstmals seit der letzten Saison wieder einen 100 Yard-Rusher gegen sich zuließ. Melvin Gordon profitierte auch von dem schlechten Tackling der 49ers in Hälfte zwei (allein Exum verfehlte insgesamt drei Tackles) und generierte die meisten Yards eben in jener Hälfte, doch auch die hochgelobte D-Line macht in der Run Defense keine gute Figur. DeForest Buckner trat am Sonntag selten in Erscheinung, die Chargers doppelten ihn oft und nahmen ihn so aus dem Spiel. Die Backups der 49ers, in Person von DJ Jones, Ronald Blair und Cassius Marsh konnten Rivers zwar etwas unter Druck setzen, das Play aber nie zu Ende bringen. Gegen den Run waren alle drei eher schwach, anders als Arik Armstead, der eine sehr solide Performance zeigte und aus 20 Pass Rush Snaps vier QB-Pressures hervorbrachte. Earl Mitchell blieb unauffällig, Solomon Thomas spielte so viele Pass Rush Snaps wie noch nie in dieser Saison, ihm gelang jedoch nur ein QB-Pressure. Gegen den Run zeigte sich Thomas gewohnt solide. Doch „solide“ reicht irgendwann einfach nicht mehr – mit drei First Roundern in der Defensive Line muss hier mehr Produktion kommen.

  • Special Teams

Seit langer Zeit findet sich die Unit von Special Teams Coordinator Richard Hightower in dieser Kategorie wieder. Nachdem die Punt- und Kickoff-Coverage seit geraumer Zeit sehr gut funktioniert hat, verfiel man im Spiel gegen die Chargers in alte, unbeliebte Muster. Pinions Punts waren recht kurz, es scheint, als könne er im heimischen Levis‘ Stadium deutlich besser kicken, als auswärts. Dies führte dazu, dass die Returns der Chargers des Öfteren kurz vor oder hinter der Mittellinie endete, sodass Rivers leichtes Spiel hatte, nur die halbe Distanz in Richtung 49ers Endzone zu überbrücken. Zudem fing man sich bei eigenen Returns unnötige Flaggen ein, Dante Pettis verletzte sich beim ersten Punt-Return Versuch des Spiels am Knie. DJ Reed fumblete kurz vor Ende des Spiels einen Kickoff-Return, er hatte Glück, dass die 49ers letztendlich in Ballbesitz blieben. Einzig Robbie Gould erlebte wie gewohnt einen perfekten Nachmittag, er setzte jeden seiner Extrapunkte durch die Stangen, zusätzlich verwandelte er zwei Field Goals und baut die Serie der meisten verwandelten Field Goals in Folge weiter aus (mittlerweile 33).

Beat the Cardinals!

Written by Lars Riedenklau

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.