Week 7 Review: San Francisco 49ers vs. Los Angeles Rams

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Week 7 Review: San Francisco 49ers vs. Los Angeles Rams

Posted By Lars Riedenklau

Die 49ers unterliegen den Rams mit 10:39, ein Spiel, in dem die Mannen von Kyle Shanahan nicht den Hauch einer Chance erhielten. Hier unsere Review der einseitigen Partie am vergangenen Sonntag:

WINNER
  • George Kittle

George Kittle war erneut die beste Waffe im Angriffsspiel der 49ers, er fing fünf Pässe für 98 Yards, darunter ein Touchdown-Catch kurz vor Ende der ersten Halbzeit. Mit 527 Receiving-Yards in sieben Spielen belegt Kittle in dieser Kategorie Rang drei in der NFL, zudem ist er auf dem besten Wege, eine 1000 Yards-Saison auf das Parkett zu zaubern. Woche für Woche erkämpft sich Kittle zahlreiche Yards nach dem Catch und generiert wichtige First Downs für die Offense. Vor seinem besagten Touchdown Catch fing er ebenfalls einen Pass von Beathard über die Mitte und bereitete seinen eigenen Touchdown mehr oder weniger vor. Kann Kittle dieses Niveau halten und fit bleiben, dann winkt dem 5. Runden-Pick des letzten Jahres eine Berufung in den Pro Bowl. „Every week he makes someone his bitch!“

  • Joe Staley

Zu der Performance der restlichen Offensive Line komme ich später, ein Spieler ist jedoch positiv hervorzuheben: Veteran LT Joe Staley. Es ist phänomenal, auf welch einem konstant hohen Level der 34-Jährige performt. In den letzten vier Spielen ließ Staley nur einen Quarterback Pressure zu – eine bombastische Statistik. In der Rangliste von Pro Football Focus hat sich Staley an Teamkollege McGlinchey vorbeigeschoben und belegt nun einen starken 8. Platz. Vor allem durch seine Pass Blocking Skills (84,7) hebt er sich von seinem Gegenpart, McGlinchey (60,9) ab. Man muss hoffen, dass Staley nach dieser Saison nicht die Motivation verlässt, eine weitere Saison auf dem Feld zu stehen – denn ein Abfall seiner Leistungen lässt sich bei bestem Willen nicht erkennen.

  • Arik Armstead

Des einen Freud ist des anderen Leid: DT/DE Arik Armstead spielt derzeit auf einem erfreulichen hohem Level, weshalb die anderen Defensive Liner, die ebenfalls ihre Stärken auf den Inside-Positionen besitzen, sich erst einmal hinten anstellen müssen. DE Solomon Thomas spielte in diesem Spiel zwar die meisten Snaps aller D-Liner (hinter Buckner, der wie gewohnt ablieferte) und generierte zwei Run Stops, jedoch ist es für seine Entwicklung alles andere als förderlich, ständig in der Rotation festzustecken. Armstead hingegen wird von Spiel zu Spiel produktiver. Seine Leistungen gegen den Run sind seit Wochen überdurchschnittlich gut, im Spiel gegen die Rams war er einer der wenigen, die Jared Goff das ein oder andere Mal in Bedrängnis bringen konnten. Er beendete das Spiel mit einem Sack, einem QB-Hurry und zwei Run Stops. Armstead entwickelt sich mehr und mehr zu einem wichtigen Bestandteil der Defensive Line, weshalb man hier durchaus über eine Vertragsverlängerung nachdenken könnte. Die Interior Defensive Line der 49ers ist gut besetzt und steigert sich von Woche zu Woche – wie gut wäre diese Unit erst, wenn man einen echten Edge-Rusher hätte…?

LOSER
  • Wide Receiver

Zehn Targets, vier Receptions und insgesamt 35 Yards erzielt – das klingt nach einem schwachen Tag für einen der 49ers Wide Receiver. Noch schlimmer: Diese Statistik ist nicht die eines Receivers der 49ers, nein, sie gilt für alle Receiver der 49ers, die am Sonntag auf dem Feld standen. Eine Performance, die Quarterback C.J. Beathard nicht hilft, um sein Spiel zu verbessern. Insgesamt gelangen den Rams ganze sieben (!) Quarterback-Sacks, unter anderem auch, weil die Receiver keine Separation generieren konnten. Pierre Garcon war das ganze Spiel über erneut unsichtbar, hatte nur einen Catch für mickrige fünf Yards. Marquise Goodwin trat in der ersten Halbzeit in Erscheinung, als er Beathards unterworfenen Ball nicht mehr erreichen konnte, stattdessen fing CB Troy Hill eine Interception. Spät im vierten Quarter, als die Rams bereits die Backups auf das Feld geschickt hatten, fing er zwei Pässe für 24 Yards. Trent Taylor fing einen Pass für sechs Yards, alle anderen Receiver (Bourne, Bolden, James) tauchen im Box Score gar nicht erst auf. Eine bezeichnende Leistung des Receiving-Corps, der dringend eine Auffrischung nötig hat, spätestens zum Ende der Saison. Vielleicht kann ein fitter Dante Pettis etwas Abhilfe schaffen, doch noch hat er seine Knie-Probleme nicht auskuriert.

  • C.J. Beathard

Trotz der schwachen Leistung seiner Unterstützer darf auch Quarterback C.J. Beathard nicht von der Kritik verschont werden. Erneut unterliefen Beathard mehrere Turnover (drei an der Zahl), die es für die 49ers dann unmöglich machen, ein Spiel zu gewinnen, geschweige denn eng zu gestalten. Die Defense von DC Robert Saleh kam gut ins Spiel und ließ zunächst nur wenige Punkte zu, doch aufgrund der zahlreichen Ballverluste hatten die Rams mehrfach eine sehr gute Field-Position, die sie problemlos in mindestens drei Punkte ummünzten. Insgesamt gaben die 49ers 24 Punkte nach Turnovern ab – eindeutig zu viel, zumal es der Defense im Gegenzug nicht gelingt, Turnover zu produzieren. So haben die 49ers eine Turnover-Differenz von -15, das ist nach sieben Wochen der 7. schlechteste Wert seit 1970. Autsch. Zurück zu Beathard: Er wirkt in der Pocket oft zu behäbig und scheint wenig davon mitzubekommen, was um ihn herum passiert. Ihm gelingt es in den seltensten Fällen, Druck wahrzunehmen und diesem auszuweichen, was dazu führt, dass er in die Sacks nahezu „hereinläuft“. Er ist zu unvorsichtig, wenn es darum geht, den Ball zu beschützen, oder hält den Ball zu lange. Eine gesunde Mischung hat er noch nicht gefunden, dies zeigt auch die unten anstehende Statistik: Beathard ist in jedem seiner Starts mindestens ein Turnover unterlaufen. Eine Quarterback-Debatte wäre an dieser Stelle jedoch unangebracht, da Beathard auch Stärken besitzt, die er des Öfteren präsentiert. Er ist tough und besitzt einen guten Arm, auf diesen Stärken sollte Shanahan das Spiel seines Quarterbacks aufbauen. Shanahan bestätigte, dass Beathard weiterhin starten wird, denn er sei der beste Quarterback auf dem Roster.

  • Offensive Line (außer Staley)

In den letzten Wochen wurde die Offensive Line oft (zurecht) gelobt, doch am Sonntag war diese gegen eine bärenstarke Rams-Defensivfront massiv überfordert. Im Run-Blocking war die Vorstellung erneut ansehnlich, allen voran RB Raheem Mostert gelang es, einige Yards zu erlaufen. Doch aufgrund des frühen, hohen Rückstandes waren die 49ers dazu veranlasst, ihren Erfolg im Passspiel zu suchen und dies offenbarte die eklatanten Schwächen im Pass-Blocking der 49ers. Center Weston Richburg bleibt bislang noch einiges schuldig, er war für zwei Sacks und zwei QB-Hurries verantwortlich. RT Mike McGlinchey gab ganze drei Sacks ab, während die Guards Mike Person und Laken Tomlinson ebenfalls für einige Pressures verantwortlich waren. DT Aaron Donald beendete das Spiel mit vier (!) Sacks, damit würde er bei den 49ers die zweitmeisten Sacks haben – in der gesamten Saison. Donald ist zweifellos ein großartiger Spieler, dennoch ist es nicht hinzunehmen, dass er die Hälfte seiner Sacks (mittlerweile acht) gegen die 49ers sammelt. So gut das Run-Blocking der Offensive Line auch ist, im Pass-Blocking besteht einiges an Nachholbedarf, dies hat nicht zuletzt die Partie am Sonntag gezeigt.

  • Linebacker

Das Linebacker-Duo der Zukunft, Reuben Foster und Fred Warner, hat derzeit große Probleme in allen Bereichen des Spiels. Warner und Foster beendeten das Spiel mit den niedrigsten Grades des Bewertungssystems bei „Pro Football Focus“, und dies zurecht. Reuben Foster verfehlte am Sonntag mehr Tackles, als er setzte (eins), eines dieser verfehlten Tackles führte zu einem Touchdown von RB Todd Gurley. Zu allem Überfluss verletzte sich Foster hierbei an seiner lädierten Schulter und verließ das Spielfeld. Fosters Tackling-Mechanik ist für die NFL nicht tauglich, zu oft setzt er hierbei seine Gesundheit aufs Spiel. Hinzu kommt, dass er dies scheinbar selber wahrgenommen hat, und seine Art zu tacklen nicht einmal mehr funktioniert, ein Beleg hierfür ist die Masse der verfehlten Tackles. Auch in Coverage ist Foster oft den berüchtigten Schritt zu spät, was dazu führt, dass seine Leistung auf dem Feld nicht annähernd an das heranreicht, was er in der letzten Spielzeit zeigte. Pro Football Focus lässt Foster auf einem peinlichen 77. Platz (von 83 gewerteten LBs) rangieren. Fred Warner, der so stark in die Saison gestartet war, rutscht in dieser Rangliste ebenfalls immer weiter ab (mittlerweile nur noch 58.), auf dem Platz ist er lange nicht mehr so präsent, wie noch zu Beginn der Spielzeit. Auch er rauscht mittlerweile konstant an den Ballträgern vorbei und hat im Passspiel keinen Einfluss mehr. Für einen Erst- und Dritt-Rundenpick ist der derzeitige Leistungsstand eine Enttäuschung. Malcolm Smith, der nur als Strong-Side Linebacker eingesetzt wird, erfüllt ebenfalls nicht die durch seinen Vertrag entstandenen, hohen Erwartungen. LB Mark Nzeocha gelang ein geblockter Punt, leider nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Wir freuen uns natürlich dennoch für Mark!

  • Jaquiski Tartt

Ein weiterer Spieler, der momentan seiner Form hinterherläuft, ist Safety Jaquiski Tartt. Der 2. Rundenpick, der vor der Saison eine Vertragsverlängerung unterzeichnete und im letzten Jahr noch zu den besten Safeties der Liga gehörte, gehörte auch am Sonntag zu den unglücklicheren Akteuren. Gegen den Run setzte Tartt einige Akzente, kam jedoch auch einige Male zu spät und setzte die Tackles nicht gut genug. In der Passverteidigung wartet man bereits seit längerem auf ein positives Play von Tartt. Am Sonntag hatte er die Chance hierzu, als Jared Goff den Ball unter Druck zu hastig los wurde, dieser genau auf Tartt zuflog, der jedoch das Kunststück vollbrachte, den Ball zu droppen. Tartt wäre in einer guten Position gewesen, den Ball weit und womöglich für einen Touchdown zu returnen, zumal der Spielstand zu diesem Zeitpunkt noch einholbar gewesen wäre (3:0 für die Rams). Tartt beendete das Spiel zwar mit sieben Tackles, ließ jedoch die größte Möglichkeit des Spiels liegen und entschuldigte sich im Anschluss des Spiels auch bei seinen Teamkameraden. Tartt muss ein besserer Leader werden, damit sich seine jungen Teamkollegen an ihm hochziehen können. Dies wird er unter anderem dadurch, dass er die Defense tragen kann – das tut er bislang, leider, noch nicht. Adrian Colbert, sein Partner auf der Safety-Position, wurde auf IR gesetzt, Rookie D.J. Reed wird seinen Spot übernehmen und zunächst neben Tartt auflaufen.

Weiter geht’s bei den Arizona Cardinals, die gerade erst ihren Offensive Coordinator, Mike McCoy, entlassen haben.

Beat the Cardinals!

Written by Lars Riedenklau

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