NEG Scouting Session: Cornerbacks

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NEG Scouting Session: Cornerbacks

Posted By Lukas Pesendorfer

In der siebten NEG Scouting Session beschäftigen wir uns mit der Cornerback Position.

Momentan stehen mit Jason Verrett und Emmanuel Moseley lediglich 2 Cornerbacks mit Starting Potenzial auf dem Roster. Als Backups verfügt man über Spieler wie Dontae Johnson, Ken Webster, Tim Harris und einige weitere, weniger namhafte. Wenn man auf die Verletzungshistorie von Jason Verrett blickt, bleibt zu hoffen, dass er auch die kommende Saison verletzungsfrei durchsteht.

Ebenfalls bescheiden ist die Position des Nickel Cornerbacks bei den 49ers besetzt. Die klare Nummer 1 auf dieser Position ist K’Waun Williams, sollte er jedoch ausfallen, wären Emmanuel Moseley oder Dontae Johnson seine Ersatzspieler.

Wir haben uns daher entschieden, uns mit einigen Cornerbacks aus den frühen und späteren Runden zu beschäftigen. Zusätzlich haben wir versucht Spieler zu finden, die Outside und im Slot spielen können.

Ifeatu Melifonwu:

Ifeatu Melifonwu ist ein großgewachsener Cornerback mit sehr langen Armen. Er verfügt über den nötigen Speed und viele weitere wichtige Grundvoraussetzungen, die ein Top Cornerback benötigt. Was ihm zurzeit noch fehlt ist die Fähigkeit, all seine Fertigkeiten optimal einzusetzen.

Sein Bruder Obi wurde 2017 auf der Safety-Position von den Las Vegas Raiders gedrafted. Obi befindet sich zurzeit im Team der 49ers.

 Stärken: 

  • Unglaublich gute athletische Grundvoraussetzungen
  • Großer, schneller Cornerback
  • Aufgrund seiner Armlänge ist er in der Lage, viele Pässe zu unterbinden
  • Findet die richtigen Winkel, um den Ball zu attackieren, jedoch ohne eine Pass Interference zu verursachen
  • Explosiver Antritt, wenn er den Ball attackiert oder eine Route undercuttet
  • Bewegt sich sehr gut für seine Größe
  • Ist in der Lage, Underneath Routes zu ersticken
  • Aufgrund seiner Größe und seiner physischen Vorzüge kann er große Wide Receiver und Receiving Tight Ends covern
  • Willig zu tackeln, durch seine langen Arme verfügt er über einen großen Tackle-Radius
  • Sehr aggressive Tackling-Mentalität

Schwächen: 

  • Muss von seiner Köpergröße noch mehr profitieren – muss lernen, wie er seine Tools am besten einsetzen kann
  • Erlaubt oft zu viel Platz, da er oft einfach nur versucht, nicht tief geschlagen zu werden
  • Muss effektiver und konzentrierter zwischen Receiver und Quarterback spielen
  • Seine Instinkte sind sehr bescheiden ausgeprägt, man sieht ihn deshalb kaum Route Breaks aus der Zone Coverage attackieren
  • Verliert oft seine Position mit dem Rücken zum Quarterback
  • Wenig Erfahrung in Press Coverage – nur 183 Snaps in 2 Jahren
  • Seine Richtungsänderungen sind maximal als durchschnittlich in Betracht zu ziehen
  • Sehr langsam, wenn es darum geht, sich von Blocks zu lösen
  • Muss an seiner Tackling-Technik arbeiten
  • Hatte in der Vergangenheit immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen

Ifeatu Melifonwu könnte aufgrund seiner Größe in vielerlei Hinsicht helfen. Vor allem bei Matchups gegen größere Receiver wie DK Metcalf wäre er jemand, der diese Aufgabe übernehmen könnte. Melifonwu wird vermutlich spätesten am Ende der 2. Runde von einem Team ausgewählt. Sollten die 49ers an ihm interessiert sein, müssten sie ihn mit ihrem 2nd-Round-Pick an Stelle 43 auswählen.

Paulson Adebo: 

Wenn man die Drafthistorie in der Ära John Lynch näher betrachtet, ist eines unübersehbar: John Lynch bedient sich immer wieder bei seinem alten College Stanford (z. B. Kaden Smith 2019, Soloman Thomas 2017). Auch in diesem Jahr war Lynch bereits beim Pro Day in Stanford anwesend.

Paulson Adebo ist ebenfalls ein großgewachsener Receiver mit langen Armen. Außerdem verfügt er über den nötigen, für diese Position so wichtigen Speed.

 Stärken:  

  • Sehr gute Körpergröße und optimale Armlänge, um gegen große Receiver zu spielen
  • Setzt diese Fähigkeiten geschickt zu seinem Vorteil ein, wie beispielsweise beim Press Release
  • Spielt mit sehr guter Leverage und limitiert dadurch die potentiellen Optionen der Receiver
  • Starke Fußarbeit auf engem Raum
  • Attackiert aktiv die Hände des Receivers, um den Catch zu unterbinden
  • Kann sich aufgrund seiner Geschwindigkeit rasch recovern, wenn er einmal geschlagen wurde
  • Erkennt das Timing der Route genauso gut wie ein Receiver
  • Spielt den Catch Point besser als alle anderen College Football Cornerbacks – 24 Pass Breakups in 2 Saisons
  • Obwohl ihm das Stanford-Scheme nicht optimal lag, erreichte er dennoch 2 Jahre lang konstant gute Statistiken und Bewertungen
  • Aggressiver, zielstrebiger Tackler

Schwächen: 

  • Bewegt sich mitunter sehr behäbig – gerät häufig aus der Balance und wirkt steif in seinen Bewegungen
  • Seine Hüften sind sehr eng, was sich auf seine Beweglichkeit negativ auswirkt
  • Bringt es nicht zuwege, konstant auf der richtigen Position zu bleiben
  • Ermöglicht Offenses zu viele Chancen auf Big Plays – hat 2019 in 5 aufeinanderfolgenden Spielen jeweils einen Catch +20 Yards abgegeben
  • Wurde 2019 durch Double Moves gestört – hat wiederholt versucht, die Route zu ,,jumpen‘‘
  • Muss konstanter spielen – auf phasenweise sehr gute Plays folgen häufig erschreckende Leistungsabfälle
  • Er versucht zwar alles, um das Tackle zu erzielen, verfehlt es aber viel zu oft
  • Muss seine Tackling-Technik zwingend verbessern, um im Run Support unterstützend beitragen zu können
  • Hat seit einem Jahr nicht mehr gespielt, da er sich 2020 für den ,,Opt-Out‘‘ entschieden hat

Paulson Adebo muss ohne Zweifel lernen, konstant von Down zu Down zu spielen. Er stellte im Grunde häufig unter Beweis, dass er die Voraussetzungen mitbringt, die ein Cornerback benötigt, um erfolgreich zu sein. Sollte es ihm gelingen, seine Konstanz und darüber hinaus auch seine Beweglichkeit zu verbessern, steht einer sehr erfolgreichen Karriere kaum etwas im Weg.

Adebo wäre als Cornerback ebenso in der Lage, Matchups gegen große Receiver wie DK Metcalf zu ubernehmen. Zu welchem Zeitpunkt Adebo verfügbar sein wird, ist allerdings sehr schwer zu prognostizieren. Die Tatsache, dass er im vergangenen Jahr nicht gespielt hat, führt insofern zu interessanten Spekulationen, wie die NFL Teams das wohl gewichten werden. Grundsätzlich sollte man jedoch davon ausgehen, dass Adebo in einem Bereich zwischen Beginn bis Mitte der 3. Runde ausgewählt wird.

Aaron Robinson:

Aaron Robinson wurde im Zuge seiner College Karriere vor allem als Slot Cornerback eingesetzt, er besitzt jedoch die Fähigkeit und Athletik, um auch Outside zu spielen. Robinson zeichnet sich vor allem durch seinen physischen Spielstil und seinen Willen, gegen den Run zu helfen, aus. Dass er kaum Outside eingesetzt wurde, wird einige Teams abschrecken, wodurch er im Draft etwas fallen könnte.

Stärken:

  • Großgewachsen mit langen Armen, um im Slot oder Outside zu spielen
  • Sehr gute Geschwindigkeit und Agilität, insbesondere in Anbetracht seiner Körpergröße
  • Guter Überblick – erkennt Routes sehr schnell und schafft es, Traffic und Rub Routes aus dem Weg zu gehen
  • Spielt sehr aggressiv in Press Coverage – hat darin auch sehr viel Erfahrung, 321 Snaps von 789 waren Press
  • Sehr harter Hitter, dem es vielfach gelingt, den Ball beim Catchversuch herauszuschlagen. 
  • Attackiert den Ball in der Coverage und nach dem Catch mit einem guten Winkel
  • Sehr willig und effektiv im Run Support
  • Erkennt und attackiert Screens sehr gut

Schwächen:

  • Hat fast ausschließlich im Slot gespielt, obwohl er die Fähigkeiten mitbringen würde, um auch Outside zu spielen
  • Erkennt Route-Kombinationen nicht schnell genug
  • Inkonstante Technik, insbesondere, wenn er in Off-Man Coverage agiert
  • Könnte in Probleme geraten, wenn er gegen kleine agile Slot-Receiver spielen müsste
  • Hat Problem gegen Release Fakes, lässt sich dadurch häufig täuschen
  • Die UCF Defense hatte sehr viele Coverage Busts, in die auch er involviert war
  • Versucht immer wieder frühzeitig Outside Leverage zu kreieren, lässt dem Receiver dann allerdings tief offen
  • Hat in der letzten Saison kaum gegen NFL-Kaliber Receiver gespielt

Aaron Robinson wäre für die 49ers definitiv eine gute Verstärkung. Seine Vielseitigkeit, quasi überall spielen zu können, macht ihn zu einem sehr interessanten Prospect. Er könnte vor allem ab dem 2. Jahr sehr wichtig werden, da K’Waun Williams nur einen 1-Jahresvertrag unterschrieben hat. Dadurch hätte er keinen unmittelbaren Druck, starten zu müssen und könnte in Ruhe hinter den Startern zu lernen.

Experten rechnen damit, dass Robinson gegen Ende der 2. bis Mitte der 3. Runde verfügbar sein wird.

Marco Wilson:

Marco Wilsons College Karriere begann sehr vielversprechend. Er gewann den Job als Starting Cornerbacks bei Florida und setzte sich dabei gegen seinen direkten Kontrahenten C.J. Henderson durch, der im letzten Jahr von den Jacksonville Jaguars in den Top 10 des NFL Drafts ausgewählt wurde. Seine Leistungen waren zu Beginn äußerst erfolgversprechend, allerdings riss er sich 2018 das Kreuzband. Nach seiner Rückkehr fand er nicht mehr zu seiner alten Stärke zurück. Vor allem häuften sich mentale Fehler in seinem Spiel.

 Stärken:

  • Hat bereits als Freshman gestartet – nur 3 Cornerbacks haben dies in der Geschichte der Florida Gators zuvor geschafft
  • Großgewachsen, mit sehr guter Play Strength
  • Athletisch mit geschmeidigen Hüften bei Richtungsänderungen
  • Guter Speed
  • Energisch am Catch Point
  • Erkennt Route Entwicklungen und Konzepte sehr gut in Zone Coverage
  • Zielstrebig dabei, Underneath Routes zu attackieren und zu jumpen
  • Explosive Sprungkraft, um Jump Balls zu unterbinden
  • Hat sein unglaubliches Potenzial als Freshman gezeigt, bevor er sich das Kreuzband gerissen hatte.

Schwächen:

  • Hat nach seinem Kreuzbandriss nicht mehr zu seiner alten Stärke zurückgefunden
  • Es unterlaufen ihm viele mentale Fehler
  • Begeht viele unnötige Strafen
  • Befindet sich immer wieder zu spät in Position vor dem Snap
  • War 2020 sehr schwach in Man Coverage
  • Sein Run Support ist mangelhaft
  • Erweckt den Eindruck, als würde er manchmal bewusst nicht tackeln wollen

Marco Wilson ist definitiv ein Boom or Bust Kandidat. Hat er das Vermögen, zu seiner alten Form und Klasse zurückzufinden und sein schlummerndes Potenzial erneut auszuschöpfen? Oder benötigt er nur noch zusätzlich Zeit?

Sollte Marco Wilson ausgewählt werden, würde dies definitiv mit einem hohen Restrisiko einhergehen. Sollte der Plan hingegen aufgehen, wäre der Reward immens. Denn Fakt ist, hätte Wilson in all seinen College Jahren so wie in seinem Freshman Jahr gespielt, wäre er definitiv ein First-Round Pick.

Experten gehen davon aus, dass er vermutlich Anfang der 5. Runde von einem Team ausgewählt wird.

Camryn Bynum:

Camryn Bynum könnte John Lynch und Kyle Shanahan beim Scouting für den NFL Draft im letzten Jahr bereits aufgefallen sein. Denn 2019, als Brandon Aiyuk mit Arizona State gegen Cal spielte, standen sich die Beiden in fast allen Snaps gegenüber. Bynum agierte dabei sehr stark und ermöglichte Aiyuk im gesamten Spiel lediglich 2 Catches für 31 Yards. Camryn Bynum sticht insbesondere durch seinen hohen Football IQ sowie seine Physis hervor. Darüber hinaus zeichnet er sich als sehr starker Tackler aus.

Stärken:

  • War 4 Jahre lang Starter, davon zweimal als Team Captain
  • Scouts schwärmen von seinem Football Charakter
  • Sehr vielseitig – kann Outside, im Slot oder als Safety eingesetzt werden
  • Spielt sehr intelligent – verfügt über einen sehr hohen Football IQ
  • Gute Reads und Reaktionen aus Zone Coverage
  • Verfügt über die Körpergröße, um am Catch Point dominant zu agieren
  • Sehr physisch am Catch Point – sehr stark beim Tracken des Balles
  • Bleibt immer in Position (in Zone) und geht stets so vor, wie es von ihm erwartet wird
  • Hat seine Play Strength und sein Tackling enorm verbessert – einer der besten Cornerbacks im Run Support
  • Spielte 2019 gegen Brandon Aiyuk ein sehr starkes Spiel – Aiyuk gelangen gegen ihn im gesamten Spiel lediglich 2 Catches für 31 Yards

Schwächen:

  • Unterdurchschnittliche physische Attribute als NFL Cornerback
  • Sein Speed auf längere Distanzen ist mangelhaft
  • Durch die fehlende Geschwindigkeit verfügt er nicht über die Möglichkeit, sich zu recovern, wenn er bereits früh geschlagen wurde
  • Hat häufig nicht die erforderliche Agilität, um gut gelaufenen Routes zu folgen
  • Es gelingt ihm nur vereinzelt, in Press Coverage den Receiver gut zu kontrollieren – folglich wird er häufig mit Leichtigkeit vernascht
  • Wurde primär in einem Zone-heavy Spielsystem eingesetzt, wobei er auch nicht über die Hüften verfügt, die ein Man Coverage Cornerback braucht

Camryn Bynum bringt vor allem durch seine Vielseitigkeit enorm viel Potenzial mit. Er könnte außerdem auf der Safety Position helfen, da man davon ausgehen kann, dass Jaquiski Tartt und Jimmie Ward, wie bereits in den vergangenen Jahren, neuerlich Spiele aufgrund von Verletzungen verpassen werden.

Experten gehen davon aus, dass Camryn Bynum gegen Ende der 4. oder zu Beginn der 5. Runde ausgewählt werden könnte.

Written by Lukas Pesendorfer

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