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This was our year

Posted By Lars Riedenklau

Ein weiterer Heartbreak. Die 49ers verlieren im Super Bowl und ja, es tut weh.

Man könnte nun davon anfangen, dass die 49ers eine grandiose Saison gespielt haben und der Einzug in den Super Bowl für sich genommen Erfolg genug ist. Und die Konstanz loben, mit der Kyle Shanahan und John Lynch es geschafft haben, die Niners als dauerhaften Contender in der NFL zu etablieren. Aber was bringt das alles am Ende, wenn die große Belohnung ausbleibt?

Mit 22:25 unterliegen die 49ers den Chiefs in Overtime. Wer sich, wie ich es versucht habe, im Vorfeld jedes möglichen Szenario ausgemalt hat, wie die Niners erneut Millionen Herzen zerbrechen lassen, hatte jedoch ausgerechnet diesen Ausgang höchstwahrscheinlich nicht mit einkalkuliert. Es tut weh. Die Emotionen der Spieler und Coaches nach dem Spiel lassen auch einen Fan mitfühlen. Eine riesiger Haufen an fantastischen Charakteren, die sich nicht belohnen konnten. Es gibt wohl keine Mannschaft in der NFL, die mit so viel Star-Power gespickt ist, wie die der 49ers. Und vor allem gibt es kein Team, das so viele Persönlichkeiten mitbringt, denen man diesen verdammten Titel mehr gegönnt hätte.

Doch es hat wieder nicht gereicht. Nach 2013 und 2020 verlieren die 49ers auch den dritten Super Bowl in Folge. Dieses Jahr hätte es soweit sein müssen. Die Geschichten waren geschrieben, es fehlte nur noch das perfekte Ende. Aber erneut stehen die 49ers am Ende des Tages mit leeren Händen da. „Super Bowl or Bust“ – so lautet die Devise in der NFL. Man war so nah dran, und ist wieder gescheitert.

Ich möchte nicht über das Spiel und über die vielen kleinen Fehler schwadronieren, sondern die menschliche und emotionale Seite des Ganzen hervorheben. Was macht es mit Kyle Shanahan, der Gefahr läuft, als einer der größten „Choker“ in Endspielen in die Historie einzugehen? Was macht es mit Trent Williams, der seinen ersten und eventuell letzten Shot auf einen Super Bowl nicht nutzen konnte? Oder mit Dre Greenlaw, dessen schwere Verletzung am Ende mit dem Super Bowl-Titel sicherlich auch für ihn ein wenig einfacher zu verschmerzen gewesen wäre. Man schaut ihnen allen ins Gesicht, hört sie reden. Sie sind gebrochen. Auch als Fan ist es hart zu akzeptieren, dass die 49ers ein weiteres Mal so kurz vor dem großen Ziel gescheitert sind. Für die Spieler hingegen – ich kann es mir kaum vorstellen, wie schwer das gerade sein muss.

Natürlich gibt es viel wichtigere Dinge im Leben als Football. Am Ende reden wir hier über Sport, der uns massig viel Freude bereitet – meistens. Aber diese Gruppe an Menschen so am Boden zu sehen, macht es als Fan nicht gerade einfacher, das Ganze spurlos an einem vorbeigehen zu lassen.

In der NFL ist bekanntlich „nothing for granted“. Wer nun nicht mal einen Tag nach dem Super Bowl voller Überzeugung sagen kann: „Dann eben nächstes Jahr!“, dem sei gesagt, dass diese erneute Niederlage Narben hinterlassen dürfte. Es wäre nur menschlich, wenn dieser wiederholte Heartbreak für viele Spieler wie George Kittle, Fred Warner oder Arik Armstead der „last dance“ gewesen ist. Die 49ers haben natürlich weiterhin gute Voraussetzungen, auch in den kommenden Jahren um einen Titel mitzuspielen. Aber die Chance wird höchstwahrscheinlich nie wieder so groß sein. Zumindest wird es ein verdammt harter Weg, nach diesem mentalen Nackenschlag ein weiteres Mal die Energie aufzubringen, eine gesamte Saison am Limit zu spielen und überhaupt in das große Endspiel einzuziehen.

Es war unser Jahr. Es war unser Moment. Die Vince Lombardi-Trophäe lag auf dem Boden, aber die 49ers haben sie nicht aufgenommen. Stattdessen sind es die Chiefs, die ihre fantastische Dynastie weiter zementieren. Es fühlt sich ein Stück weit ungerecht und unfair an, die Emotionen lassen sich schwer zurückhalten. Es ist anders, als noch vor vier Jahren, wo die 49ers fast „zu früh“ und mit wenig Erfahrung in den Super Bowl kamen und dort bestraft wurden.

Dieses Mal ist es anders. Die 49ers wirkten prepared, sie wirkten so, als seien sie bereit, sich den verdienten Lohn für all die harte Arbeit und all die Heartbreaks in den letzten Jahren endlich abzuholen. Am Ende bleiben nur konsternierte Gesichter, Worte der Enttäuschung und die Gewissheit, dass dieses Team und diese Konstellation an Spielern kein weiteres Mal so auf dem Feld stehen wird.

This was our year.

Written by Lars Riedenklau

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