NFL Draft 2026: NEG-Tagebuch

NFL Draft 2026 Pittsburgh – NEG vor Ort

NFL Draft 2026 – Pittsburgh. Drei Tage Football-Wahnsinn am Stadtdreieck, dort wo Allegheny und Monongahela zum Ohio werden. David, Lukas und Lars waren im Namen des NEG vor Ort und nehmen euch in diesem Tagebuch mit auf die Reise – von der Anreise bis zum letzten Pick.

Tag 1, 21.04.2026

Tag der Anreise

Ganz Pittsburgh erstrahlte im Glanz des anstehenden NFL Drafts.

David und Lars haben sich bereits am Vorabend des Abflugtages, dem 20.04.2026 in Frankfurt getroffen, um die Reise in die USA, die uns zunächst über Charlotte, North Carolina führte, bloß nicht zu verpassen. Denn das diese Gelegenheit, auf Einladung der NFL zum NFL Draft 2026 zu fliegen, nicht selbstverständlich ist, war uns natürlich bewusst.

Nach einem entspannten Ausklang des Abends traten wir am Morgen des 21.04.2026 also unseren Trip an. In Frankfurt lief alles reibungslos, auch den langen Flug, die dreistündige Wartezeit und die dank der MPC-App schnelle Einreisekontrolle in Charlotte brachten wir erfolgreich hinter uns.

Um 18:00 Uhr Ortszeit standen wir nun am Pittsburgh International Airport, der auch in Vorbereitung auf den Draft modernisiert und renoviert worden war. Ein schöner Flughafen – und dort war bereits unverkennbar, was in den nächsten Tagen für ein großes Event auf die Stadt Pittsburgh wartet: Der NFL Draft 2026! Banner, Mitmachaktionen und eine kleine Draft-Bühne waren hier bereits aufgebaut worden. Und wir waren nicht die einzigen, die bereits am Dienstag in Pennsylvania landeten, so trafen wir bereits am Airport Gleichgesinnte, darunter u. a. auch andere International Fans of the Year, die mit uns aus Deutschland angereist waren.

Der Flughafen in Pittsburgh war ca. eine halbe Stunde und 25 Kilometer von der Downtown Pittsburghs entfernt. Unser Hotel befand sich direkt neben der PPG Paints Arena, dem Zuhause der Pittsburgh Penguins (NHL), die parallel um den Einzug in die nächste Play-Off-Runde kämpften (Spoiler: Die Penguins verloren die Serie mit 2:4 gegen die Philadelphia Flyers). Hier bekamen wir einen ersten Eindruck über die Sportmetropole Pittsburgh, die sich durch ihre Sportteams auszeichnet – dies wurde vor allem in den nächsten Tagen klar.

David und Lars begaben sich zu Fuß in Richtung Downtown. Die lebendige Innenstadt wurde nur durch den Allegheny River und zahlreiche, gelb angestrichene Brücken vom Football-Stadion der Pittsburgh Steelers und dem Baseball-Stadion der Pittsburgh Pirates getrennt. Unmittelbar auf der anderen Seite des Flusses befanden sich beide Stadien in fußläufiger Entfernung voneinander, mittendrin ein Haufen – am Dienstag Abend noch nicht so gut besuchter – Bars und Restaurants. Und natürlich auch: Die Bühne des NFL Drafts 2026 vor dem Acrisure-Stadium. Bei dem Versuch, einen Blick auf die Bühne zu erhaschen, mussten wir allerdings feststellen, dass der Bereich weitläufig abgesperrt wurde. Bis auf ein paar Fotos, die die Draft-Stage erahnen ließen, kehrten wir in Mike’s Sportsbar ein und aßen zu Abend. 

Die Stadt machte noch einen verhältnismäßig ruhigen Eindruck auf uns, obwohl natürlich unschwer zu erkennen war, welche Veranstaltung hier in den nächsten Tagen von Statten geht. Überall waren Hinweisschilder auf den Draft angebracht, die Flaggen der 32 NFL-Teams schmückten die Straßen. Jede Bar und jedes Restaurant warb mit Sonderangeboten für die Tage des Drafts. Bier, Pizza, Burger – Pittsburghs Lokale und Gastronomiebetreiber erwarteten die NFL-Fans bereits sehnsüchtig.

Welcome to PICKSburgh!
– Jedes zweite Straßenschild in Pittsburgh
Tag 2, 22.04.2026

Tag vor dem Draft

David bekam vor dem Q&A mit Roger Goodell sein Trikot als International Fan of the Year überreicht.

Als David und Lars ausgeschlafen hatten, war Lukas bereits längst wach und bereitete sich auf seine Reise nach Pittsburgh vor. Er war zunächst nach Boston gereist und verbrachte dort zwei Tage. Sein Flug landete um ca. 10:00 Uhr Ortszeit in Pittsburgh. Er schloss sich der Reisegruppe an, sodass wir am Tag vor dem Draft nun auch vollzählig waren. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite, so erreichte die Temperatur am Mittwoch bereits knapp 25 Grad Celsius. Nur Tage zuvor herrschten in Pittsburgh noch Minusgrade – die Wetterumschwünge in Pennsylvania sind gefürchtet. Doch passend zum NFL-Draft meldeten sich die Kaltfronten ab. Kaiserwetter in Pittsburgh!

Nach einem kleinen Frühstück bei Starbucks nahmen wir uns vor, die Stadt weiter zu Fuß zu erkunden. Dabei war uns bewusst, dass diese Möglichkeit voraussichtlich nur noch am Mittwoch gegeben war, da das Programm an den nächsten Tagen eng durchgetaktet gewesen ist. Auf unserem Weg durch die Stadt nahmen wir weitere Attraktionen wahr, wie bspw. Art of Market Street, eine am Stadtcampus der Pittsburgh University errichtete Fanmeile – die zu unserem Unbehagen allerdings noch nicht für die Öffentlichkeit geöffnet gewesen ist, weshalb wir vom Gelände geschickt wurden. 

Unser Ziel war das sogenannte „Strip-Viertel“ in Pittsburgh, welches ca. 15 Gehminuten von der Downtown entfernt liegt. Hier gibt es alles, was das Touristenherz begehrt: Alt eingesessene Restaurants, Souvenir-Läden soweit das Auge reicht, aber auch Museen (Heinz und Pittsburgh Sports Museum) und Einkaufsmöglichkeiten. Wer in Pittsburgh ist, sollte hier dringend vorbeischauen. Es lohnt sich!

Der Pittsburgher bei Primanti Bros im Strip-Viertel von Pittsburgh.

Passend zur Mittagsstunde meldete sich nun auch Laurence bei uns, der als einziger Verantwortlicher der San Francisco 49ers die Reise nach Pittsburgh antrat. So traf es sich hervorragend, dass auch Laurence ein Hungergefühl verspürte und unbedingt den einzig wahren „Pittsburgher“ mit uns testen wollten. Der „Pittsburgher“ ist ein Sandwich, gefüllt mit Rindfleisch, Pommes und Krautsalat, der von der Pittsburgher Kette „Primanti Bros“ vertrieben wird. In Pittsburgh befinden sich zahlreiche Filialen, im Strip-Viertel ist jedoch das „Original“-Restaurant aufzufinden. Laurence, der uns im Auswärtstrikot der deutschen Nationalmannschaft begrüßte, konnte es kaum erwarten – und so kamen auch wir in den Genuss eines originalen Pittsburghers und unserer ersten „Iron City“ Lager-Biere, nachdem wir uns im Strip-Viertel mit ihm verabredet hatten. Es hätte schlechter sein können!

NEG-Insight

Um 17:00 Uhr fand das Treffen mit NFL Commissioner Roger Goodell statt, der von NFL-Legende Charles „Peanut“ Tillman interviewt wurde. Im Vorfeld an das Treffen erhielt David sein „International Fan of the Year“-Jersey, welches allerdings eine Nummer zu groß geraten war. Per Expresslieferung übersandten die 49ers noch ein weiteres Jersey in der richtigen Größe, welches pünktlich in Pittsburgh eintraf. Das Treffen mit Goodell fand in einem Tagungsraum statt und verlief weitestgehend unspektakulär. Eine Frage konnten wir leider nicht stellen, nach dem Termin gab es Möglichkeiten für Fotos und kurze Interviews – Lukas sprach hierbei u. a. mit Charles Tillman über die Cornerback-Klasse im Draft (schaut gerne auf unserem Instagram-Kanal vorbei, dort gibt es das Video – siehe unten).

NFL-Commissioner Roger Goodell auf der Bühne zusammen mit Ex-NFL-Profi Charles Tillman.

 

 
 
 
 
 
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Nach dem Treffen mit Goodell stand uns noch etwas Freizeit zur Verfügung. Wir nutzen die Zeit erneut, um uns etwas mit den anderen International Fans of the Year zu connecten und nahmen auf der anderen Seiten des Flusses noch eine Mahlzeit (und mehrere Kaltgetränke) zu uns, bevor wir dann unser Hotelzimmer aufsuchten, um für den anstehenden 1. Tag des NFL Drafts noch etwas Kraft zu tanken und Schlaf nachzuholen.

Tag 3, 23.04.2026

Draft Day 1 – Die erste Runde

Lars, David und Lukas bei der Draft Theater am Tag der ersten Runde des Drafts.

Am Tag des Drafts stand für uns am Morgen des Donnerstag zunächst die Draft Theater Tour an. Für die International Fans und die Begleitungen hatte die NFL diese Tour organisiert, die uns entlang der und auf die Bühne des NFL Drafts führte. Noch war das gesamte Gelände fast menschenleer, weshalb sich noch nicht erahnen ließ, wie vollgepackt der Bereich vor der Stage nur Stunden später sein würde.

Wir durften zunächst auf die Stage, machten dort Fotos und bekamen einen ersten Blick auf unsere späteren Plätze im sogenannten Inner Circle. Außerdem führte uns die Tour auch durch den „Green Room“, der Bereich, in dem sich die anwesenden Spieler und ihre Familien aufgehalten haben. Hier waren Fotos strengstens untersagt. Besonders cool war es den gleichen Weg der Prospects, vorbei an den Wappen und der vorbereiteten Auslage der jeweiligen Draft-Cap, zu gehen. Als wir am Abend dann sahen, dass die Spieler genau diesen Walk langgingen, fühlte es sich surreal an, nur einige Stunden zuvor an der gleichen Stelle gewesen zu sein. Uns haben aber leider nicht hunderttausende Menschen zugejubelt…

Die freie Zeit bis es endlich richtig losging nutzten Lars und Lukas für einen schlanken zwölf Kilometer langen Lauf zum Gelände der Pittsburgh University. Das eigene Viertel, welches sich lustigerweise Oakland tauft, ist definitiv einen Besuch wert. Das Hauptgebäude der Uni, die „Cathedral of Learning„, ist das größte Hauptgebäude einer Universität in Amerika – und dies ist wirklich eindrucksvoll. Im Inneren hatte das Gebäude einen Hauch von Hogwarts, auch die Atmosphäre – natürlich durch das gute Wetter bedingt – auf dem Campus war bemerkenswert. Der Campus, inklusive einiger Sportanlagen und Wohnheime, aber auch zahlreicher Restaurants und Supermärkte (ein eigenes Viertel eben) befindet sich etwas höher gelegen und ca. 5km von Downtown Pittsburgh entfernt.

Für David und Lars stand am Nachmittag vor dem Check-In am Inner Circle noch der Red Carpet Walk auf der NFL Draft Experience an, die sich am Point State Park, gegenüber vom Standort der Draft Stage – getrennt durch die Flüsse – befand. Die Draft Experience erstreckte sich über den Point State Park bis hin auf das Gelände um und im Stadion der Steelers, wo zahlreiche Werbepartner Stände aufgebaut hatten. Außerdem wurden athletische Spiele aufgebaut, wie z. B. ein 40-Yard-Dash, Vertical Jump, Kicking-Contest u. v. m. Das Rahmenprogramm rund um den Draft war wahnsinnig – überall waren Bühnen aufgebaut, das Ganze war überwältigend. Die Zeit für uns reichte leider nicht, um alle Attraktionen alleine rund um das Stadion auszukunden.

Der Red Carpet-Walk, den wir gemeinsam mit Nicholas, einem 49ers-Fan aus New Jersey, der uns auch im Inner Circle begleitete, begingen, verlief dafür recht unspektakulär. Die jeweiligen Fans der Teams wurden nach Division aufgerufen, um auf dem roten Teppich, auf dem sich auch später die anwesenden Prospects den Medien stellten, zu gehen. Dort wurden Fotos geschossen – aber dann war es das auch schon. Ein cooles Erlebnis – aber wahrlich nichts Weltbewegendes. 

Nach dem Red Carpet-Walk stärkten wir uns noch einmal mit Chicken Wings und Burgern, tranken in der mittlerweile voll gepackten Innenstadt von Pittsburgh noch das ein oder andere Bier und machten uns auf den bekannten Weg über die Roberto Clemente-Bridge zur Draft-Stage. Ein toller Eindruck, da die Brücke für den Verkehr gesperrt waren und nun Menschenmassen in NFL-Trikots in Richtung der Veranstaltungsfläche für den NFL Draft stürmten. Wir mussten allerdings nicht durch den Main Entrance, der für den Gros der Öffentlichkeit vorgesehen war (der Eintritt war übrigens frei!), sondern mussten am Eingang direkt an der Stage ab 18 Uhr vorstellig werden.

David auf dem Red Carpert bei NFL Draft Experience am Point State Park.

Nachdem wir den Einlass passierten gelangten wir zu unseren Plätzen, die sich direkt vor der Stage befanden. Wir waren also hautnah dabei – ein immer noch surreales Gefühl. Die ESPN-Crew um Mel Kiper befand sich direkt hinter bzw. über uns, wir liefen zahlreichen Promis (u. a. Kyle Brandt) über den Weg. Im sogenannten Inner Circle, dem Bereich, der für die Fans der jeweiligen Teams vorgesehen ist, die auch bei der TV-Aufzeichnung primär gezeigt werden, fuhren die 49ers dick auf. Für jeden Anwesenden hatten sie eine schwarze 49ers Bomber-Jacke bereitgelegt, zudem gab es die Draft-Cap und zahlreiche weitere Souvenirs. Solche Präsente lagen auf jedem Platz, auch für die Fans der jeweiligen anderen Teams (natürlich kein 49ers-Merch…). 

Yinzer, are you ready?
– Roger Goodell [Yinzer: Ein „Yinzer“ ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für einen Einwohner von Pittsburgh, Pennsylvania, oder dessen Umland. Der Begriff leitet sich vom lokalen Dialekt „Pittsburghese“ ab, insbesondere von dem Wort „yinz“ (entspricht „ihr alle“ oder „you all“), das auf schottisch-irische Einwanderer zurückgeht.]

Wir mussten die ganzen Eindrücke zunächst auf uns wirken lassen, hinter uns füllte sich der öffentliche Bereich – am Ende waren über 320.000 Menschen allein am ersten Tag des NFL Drafts vor Ort. Wahnsinn! Die Zeit verging wie im Flug, denn dann war es schon soweit: Roger Goodell kam auf die Bühne und eröffnete den NFL Draft, nachdem zuvor die Nationalhymne inklusive Flyover in Anwesenheit aller Prospects, die hinter der Bühne warteten, gespielt wurde. Das gesamte Rahmenprogramm zuvor war beeindruckend, zahlreiche Steelers-Spieler und Ex-Spieler kamen auf die Bühne und heizten das Publikum erfolgreich an. Terrible Towels überall – alles, was in den Tagen des Drafts mit den Steelers zu tun hatte, wurde bedingungslos abgefeiert. The scenes!

Ein Gänsehautmoment jagte den nächsten und die Picks gingen ein, je nachdem, ob der jeweilige Spieler vor Ort war, kam dieser auf die Bühne und wurde gebührend gefeiert. In Erinnerung geblieben ist vor allem die Emotionalität von WR Jordan Tyson, der als er von den Saints gepickt wurde, in Tränen ausbrach und einen enormen Applaus erntete. Es ist schön zu sehen, wie sehr den Spielern dieser Moment bedeutet hat. Darum geht es doch eigentlich, oder?

Der Pick der 49ers rückte immer näher und wir wurden langsam aber sicher nervös. Das Board fiel für die Niners gut – lange Zeit sah es danach aus, als könnten die 49ers zumindest einen unserer Wunschspieler, bspw. WR KC Concepcion tatsächlich an 27 picken. Schade war zwischenzeitlich, dass die Picks durch die Medien – selbst für uns vor Ort – deutlich früher bekannt waren, als in dem Moment, als sie auf der Bühne angesagt worden sind. Dies sprach sich natürlich schnell rum, außerdem war auffällig, dass die Familienmitglieder des jeweiligen Spielers sich im Inner Circle versammelten. All das könnte auch daran gelegen haben, dass die Picks in diesem Jahr erstmalig nach acht statt zehn Minuten eingehen mussten.
 
David wurde bereits auf die Bühne gebeten, um im Falle der Anwesenheit des von uns gepickten Spielers Roger Goodell das entsprechende Jersey zu überreichen. Doch es kam bekanntlich anders: David verbrachte am Ende viel Zeit hinter der Bühne bzw. Backstage, doch die 49ers hatten andere Pläne. Erst tradeten sie von Pick 27 auf Pick 30 zurück, dann sogar zurück in die zweite Runde auf Pick 33. Nichts war es also mit einem Pick an Tag 1 des Drafts. Im Inner Circle herrschte aber Freude über die mehreren Back-Trades, zumal das bedeutete, dass wir mehr Picks an den anderen Tagen sehen konnten. Schade war, dass wir zumindest am ersten Tag ganz vorne platziert waren, inklusive NEG-Fahne. Hätten die 49ers gepickt, wäre uns so wertvolle TV-Zeit vergönnt gewesen. Am zweiten Tag des Drafts waren wir „nur“ in der 2. Reihe platziert – am 3. Tag gab es den Inner Circle in seiner Form der ersten beiden Tage nicht mehr.
 
Sei es drum – wir ließen den Abend mit Laurence, Nicholas und Lee ausklingen, indem wir in der Bar unseres Vertrauens noch ein paar Iron Lager zu uns nahmen. Danach ging es für uns zurück ins Hotel, wo wir dann noch – mit sehr guter Laune, aber hundemüde – unsere erste Podcast-Folge aus Pittsburgh aufnahmen.
Tag 4, 24.04.2026

Draft Day 2 – Runden 2 und 3

Die Bühne des NFL Drafts.

Auch der zweite Tag des NFL Drafts begann für uns mit einer Tour – dieses Mal der sogenannten „Draft Room Selection Tour“. Nachdem etwas Chaos am Einlass herrschte, da vor Ort der richtige Eingang für uns nicht erreichbar war, wurden wir in die Zentrale der NFL im Stadion der Steelers geführt, wo die administrative Abwicklung der Picks stattgefunden hat. Wenn die Picks eingehen, rufen die GMs der Teams genau in dieser Zentrale an. Auch Trades werden dort bekanntgegeben und verifiziert. Der Raum bestand aus mehreren langen Tischen, an dem die Mitarbeitenden untergebracht waren. Der Chef der Organisation, der dies mittlerweile seit über 30 Jahren macht, stellte uns die Arbeitsweise am Draft Day vor und wir stellten auch einige Rückfragen. Dies war sehr aufschlussreich, denn vor Ort muss natürlich sehr punktgenau und akribisch gearbeitet werden, um den Ablauf des Drafts auf der Bühne zu gewährleisten und auch Trades rechtzeitig einzutüten. Im Rahmen dieser Tour trafen wir auch auf vier Spieler des International Pathway Programs, die sich uns vorstellten. Hierunter waren auch der athletische Freak Uar Bernard (DT, 7. Runde zu den Eagles – zuvor noch nie einen Snap Football gespielt!) und Seydou Traore (TE, 5. Runde zu den Dolphins), die letztlich sogar gepickt wurden. Im Anschluss daran erhielten wir noch einen Blick in das Steelers-Museum – sehr historisch geprägt, doch die echten Erfolge liegen natürlich einige Zeit zurück. Das kennen wir irgendwo her…

David begab sich sodann zurück aufs Hotelzimmer, um den famosen Auswärtssieg seiner Braunschweiger Eintracht in Kaiserslautern zu begleiten (zum Unmut eines ebenfalls deutschen Giants-Fans, der sich als Lautern-Fan zu erkennen gab). Lukas und Lars nutzten die Zeit, um die NFL Draft Experience zu erkunden, traten in ein paar Duellen (Vertical Jump, Football-Werfen, Cornhole und College-Football auf der Playstation) gegeneinander an und versorgten sich mit etwas Merchandise in einem der zahlreichen NFL Draft-Shops. Das Wetter war erneut hervorragend, die Atmosphäre zum Einsaugen geeignet. Es war erneut ein herrlicher Tag in Pittsburgh!

Am 2. Tag ging es für uns etwas früher mit dem „offiziellen“ Teil los, da wir bereits um 16 Uhr auf unseren Plätzen sein mussten. Dies lag daran, dass die NFL ein volles Haus für die anstehenden Konzerte von Rock-Sänger Bret Michaels, Lead-Sänger von „Poison“ und den Rapper Wiz Khalifa präsentieren wollte. Die Auftritte stimmten die Menge passend auf die anstehenden zwei Runden ein, die für uns natürlich besonders interessant sein sollten, da wir den ersten Pick der zweiten Runde innehatten. Ein lustiges Vorkommnis: Roger Goodell kam vor dem Beginn der 2. Runde auf die Bühne, um einen fiktiven 1. Runden-Pick anzusagen: Connor Roarke, QB, der von den Cleveland Browns gepickt wurde (ist da etwa die Fortsetzung von Draft-Day in Planung?!). So laute Buh-Rufe gab es wohl am ganzen Wochenende nicht, obwohl jedes Mal, wenn die Ravens, Bengals oder Browns am Zug waren, die Geräuschkulisse durch Buh-Rufe oder Pfiffe stieg. 

Andy Lee, ehemaliger Punter der 49ers und Absolvent der Pittsburgh University, las unseren ersten Pick vor. Etwas Verwunderung herrschte über den Namen De’Zhaun Stribling, Wide Receiver von Ole Miss. Der erste Eindruck war natürlich, dass die 49ers hier wieder massiv gereacht haben. Mittlerweile hat sich das Gefühl etwas gelegt. Andy Lee kam noch für ein Selfie zu uns zum Inner Circle, der Draft ging natürlich munter weiter.

Der Abend verlief erneut wie im Rausch, die Eindrücke waren weiterhin eindrucksvoll. Vor allem, wenn die Steelers „on the clock“ waren, entwickelte sich eine tosende Atmosphäre. Die 49ers pickten mit DE Romello Height und RB Kaelon Black zwei weitere Spieler. Vor allem den erneuten RB-Pick nahmen wir mit viel Humor, ließen uns aber unsere Stimmung nicht versauen.

Nach dem Ende der 2. und 3. Runde, die um 23:00 Uhr Ortszeit vorbei war, ließen wir den Abend etwas ruhiger als noch am Vorabend ausklingen. Zahlreiche Gespräche über den Draft-Approach und die Stärken und Schwächen der Prospects später ging es für uns erneut erst gegen 03:00 Uhr in die Waagerechte. 

49ers-Picks im Fokus

Die 49ers pickten am zweiten Tag des NFL Drafts insgesamt drei Spieler. Bis auf den Pick von Romello Height wurden die gewählten Spieler der Niners im Konsens als „Reaches“ bezeichnet – zur genaueren Analyse auch dieser Debatte empfehlen wir Euch unsere Podcast-Folge zum Draft.

Eine Analyse aller Draft-Picks der 49ers gibt es auch in schriftlicher Form von Chris Pracher.

Tag 5, 25.04.2026

Draft Day 3 – Die finalen Runden

David auf der Bühne am 3. Tag des NFL Drafts, während er den 107. Pick des Drafts verkünden durfte.

Nach etwas weniger als fünf Stunden Schlaf machte sich Lukas auf den Weg zum 5k-Run, der am 3. Tag des NFL Drafts in Pittsburgh stattfand. Das Wetter war erstmals nicht so gut, es waren um die 15 Grad, dabei regnete es leicht. Dennoch ließ sich Lukas das sportliche Event nicht nehmen, ließ David und vor allem Lars schlafend zurück und absolvierte den Lauf, an dem ca. 3000 Menschen teilnahmen, in unter 23 Minuten. Chapeau!

David und Lars mussten bereits um 11 Uhr an der Stage sein. Für Lukas hatten wir dieses Mal leider kein Ticket mehr, da die Eintrittskarten für die Front Stage am 3. Tag nicht mehr von den Teams, sondern von der NFL vergeben werden. Die Inner Circles bestehen nicht mehr. Wir befanden uns erstmals links von der Bühne, gemeinsam mit den vielen anderen International Fans of the Year.

Und es war klar: Für alle International Fans of the Year war dies der große Tag. Denn: Jede/r war dafür vorgesehen, einen Pick seines Teams vorlesen zu dürfen. Was für eine Ehre! Und die 49ers hatten David den Gefallen getan, mehrfach zurückzutraden. Mehrere Möglichkeiten also, den Pick der Niners ansagen zu dürfen. Und so war es bereits am 7. Pick des Tages, dem 107. Pick im Draft soweit: David war an der Reihe! Bevor der erste Pick des Tages verkündet wurde, wurde er hinter die Bühne geholt. Dort traf er noch Roger Goodell und versuchte, ihn von einem Deutschland-Spiel der 49ers zu überzeugen. Entgegen kamen ihm bei seinem Weg auf die Bühne noch die frisch gepickten Neuzugänge der Steelers, die sich kurz vor seinem Pick auf der Stage vorstellten und frenetisch bejubelt wurden. Auch David wurde einiges an Applaus zuteil, zumindest von der Riege der International Fans of the Year in den vorderen Reihen. Das ist ohnehin hervorzuheben: Der Zusammenhalt der Gruppe der IFOTY war wirklich bemerkenswert.

 

 
 
 
 
 
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Der Rest ist dann Geschichte. David lieferte einen sauberen, souveränen und selbstsicheren Auftritt – aber seht selbst, wenn ihr es nicht sowieso schon unzählige Male gesehen habt. Besonders schön zu sehen war dann das Video von Gracen Halton, als er den Pick im Fernsehen verfolgte. Immer noch schwer zu begreifen, dass im Hintergrund einfach die Stimme von David zu hören ist. Und natürlich erneut wahnsinnig schön zu sehen, wie viel ihm es bedeutet hat, von einem NFL-Team, und dann noch unseren 49ers, gepickt worden zu sein.

Danach war erst einmal durchatmen angesagt. Doch der Tag zog sich in die Länge. Wir durften unsere Plätze nicht verlassen – Thema TV-Aufzeichnung. Die Niners pickten das letzte Mal in Runde 5, doch wir blieben bis zum bitteren Ende um 19 Uhr. Insgesamt verbrachten wir am dritten Tag des Drafts acht Stunden vor der Bühne. Aber ja, ihr habt recht: Es gibt wahrlich schlimmeres. Highlights des dritten Tags waren natürlich neben der Ansage des Picks die Verkündung der Auswahl von Hometown-Hero RB Eli Heidenreich, der ebenfalls vor Ort war und ausgerechnet von den Steelers ausgewählt wurde. Ein denkwürdiger Walk-Out und ein emotionaler Moment!

See you on the road, at your stadium, at our 49ers invasions! Let’s go!
– David, kurz bevor er seinen Pick verkünden durfte

Insgesamt verblieb trotz allem nicht viel Zeit, diese unvergesslichen Momente zu verarbeiten. Das Video von David wurde uns zeitnah von Laurence zugeschickt, die NFL postete das Video auf ihrem Instagram-Kanal. Zahlreiche Gratulationsnachrichten gingen auf Davids Handy ein – es war schwer, während wir noch vor Ort waren, dies alles greifen zu können.

Zum letzten Mal ließen wir unseren Abend mit mehreren Iron Lager und herzhaften Mahlzeiten ausklingen. Hierbei saßen wir mit unserer „49ers-Crew“ zusammen, mit denen wir die ganzen letzten Tage verbracht hatten. Alle waren sich in dieser kurzen Zeit enorm ans Herz gewachsen. Wir schwelgten schon in den Erinnerungen und freuten uns über die tollen gemeinsamen Erlebnisse. Das ein oder andere Bier wurde dann noch zu sich genommen, am Ende verirrten wir uns noch eine Bar auf dem „Strip“, wo ein großes Bier tatsächlich unter 4 EUR kostete – Perfekt!

Danach ging es dann völlig ausgelaugt und überwältigt von dem gesamten Wochenende ein letztes Mal zurück ins Hotelzimmer. Wieder war es spät geworden, doch dieses Mal bekamen wir zumindest etwas mehr Schlaf.

 

 
 
 
 
 
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Tag 6, 26.04.2026

Abreisetag

Die Skyline von Pittsburgh bei Nacht.

Der Abreisetag gestaltete sich unspektakulär. Die Stadt wirkte wie leergefegt, der große Zirkus war schon vorbei. Für uns ging es bereits am Vormittag zurück zum Flughafen. Wir verabschiedeten uns von unserer Niners-Crew, aber auch bei den anderen International Fans of the Year. Lukas flog sodann in Richtung Wien, Lars und David in Richtung Frankfurt. Eine unglaublich intensive Zeit, die aber viel zu schnell zu Ende ging. Wie ein Fiebertraum eben!

Fazit der Reise

Pittsburgh, du warst fantastisch! Wir sind unendlich dankbar für alle Bekanntschaften und Erlebnisse, die wir machen durften. Der NFL Draft 2026 wird für uns immer einen besonderen Platz in unserem Herzen haben. Danke an alle, die das möglich gemacht haben. It was a blast!

Der nächste NFL Draft findet 2027 in Washington DC statt. Doch die Stadt Pittsburgh hat die Messlatte unglaublich hoch gelegt. Diese football- und sportverrückte Stadt mit seiner Herzlichkeit hat definitiv zumindest unsere Herzen gewonnen. Das Event „NFL Draft“ bringt alles mit sich, was das Football-Herz in der Off-Season begehrt. Falls ihr jemals die Möglichkeit bekommen solltet und in der Nähe des Draft-Ortes seid – schaut dort vorbei. Es lohnt sich!

GO NINERS! – David, Lukas und Lars
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